Der ukrainische Nationalsozialismus aus polnischer Sicht

Friedrich Merz kann schon komische Freunde haben. Nicht nur in Kreuzberg und Neukölln, sondern auch in Lwów und Kijów. Das Filmchen ist starker Tobak. Ich habe den Extrakt des Videos in Kurzform darunter übersetzt. Wer viel in den ehemaligen cisleithanischen Kronländern unterwegs war, versteht selbst einiges. Ansonsten sprechen viele Bilder für sich.

Die galizische Waffen-SS hat Hitler unterstützt und viele Polen und Juden ermordet. Der Kult um den Anführer der ukrainischen Bewegung Bandera ist nach wie vor lebendig. Das damalige Heldentum wird im dreijährigen Kampf gegen die Russen nach wie vor hochgehalten. Da machen die lokalen Autoritäten auch mit. 2016 wurde nahe von Brody ein Denkmal für die SS eingeweiht, obwohl die SS viel Crime auf dem Gewissen hatte. Die Wurzeln der Ost-SS reichen bis 1929 zurück, als ukrainische Nationalisten einen Kongreß in Wien abhielten. Es wurde ein ukrainischer Staat aus sowjetischen, polnischen und rumänischen Gebieten geplant, der von anderen Nationalitäten gesäubert werden sollte. mit dem Ziel eines religiös und national monolithischen Staats. Gewalt war dabei legitim. Zunächst wurde neben lokalen Kämpfen der polnische Innenminister Pieradski ermordet. 1930 schickte Marschall Pilsudski polnische Ulanen in die Ostgebiete und arretierte 1739 Ukrainer, die terroristischen Attacken verdächtigt wurden. Auch wurde bei Ihnen eine große Menge Waffen gefunden. Roman Sushko, der Chef des ukrainischen Geheimdienstes kooperierte mit der polnischen Justiz. Nach seiner Entlassung aus dem Knast emigrierte er vorsichtshalber in die Staaten. Von dort aus organisierte er Kontakte mit der deutschen Abwehr. Das Ergebnis war im Mai 1939 die Organisation der Ukrainischen Legion unter seinem Kommando. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs attakierte sie im September 1939 polnische Einheiten. Nach dem Zusammenbruch Polens mußten die Ukrainer zwei Jahre warten bis sie nach dem Beginn des Kriegs mit Rußland eigene militärische Formationen bilden durften. Im Frühjahr 1941 wurden die Einheiten „Nachtigal“ und „Roland“ gebildet. Im März 1943 kam eine ukrainische Delegation nach Berlin und wurde vom Führer empfangen. Sie rang ihm die Zustimmung ab, eine Formation mit den Strukturen der Waffen-SS zu bilden. Die Organisation begann einen Monat später. 80.000 Freiwillige meldeten sich. Die Deutschen trainierten ausgesuchte Kader intensiv. Es wurden auch SS-Polizeiregimenter gebildet. Es folgten Aktionen gegen prorussische Partisanen und die Säuberung von Podolien, zum Beispiel im Februar 1944 in Huta Pienacka, wo 1.000 Polen wohnten und 800 ermordet wurden. Im Dezember 1944 wurden die Ukrainer an der Frontlinie bei Brody eingesetzt. Die Sowjets umgingen die Einheiten und töteten sie. Ein kleiner Teil konnte unter Fritz Freitag ausbrechen und war an der Niederschlagung eines Aufstands in der Slowakei beteiligt. Im Mai 1945 setzten sie sich nach Österreich ab und gingen in britische Gefangenschaft. Die Soldaten wurden nach Rimini gebracht und interniert. Ihr General Shandruk nahm zu der dort stationierten polnischen Legion Verbindung auf. Im Ergebnis der Unterhandlungen wurden die 8.500 ukrainischen SS-Leute nicht an die Russen überstellt, sondern konnten nach dem UK und nach Kanada entkommen. 176 von ihnen wurden als ehemalige polnische Staatsbürger in die Polnische Legion aufgenommen. Es waren vermutlich antisowjetische Aspekte, die dazu bewogen. Zudem hatte Shandruk 1939 für Polen gekämpft. Viele der Kämpfer wurden von britischen Diensten genutzt, um der Sowjetunion zu schaden, Shandruk bekam 1961 einen Preis der polnischen Exilregierung, was recht umstritten war.