Die Feiern auf der Jungferninsel

Die Feste mit Prominenten auf Epsteins Privatinsel fanden überwiegend zwischen 1998 und 2018 statt. Sie fallen in die Zeit der Präsidentschaften von Bill Clinton (1993 bis 2001), George W. Bush (2001 bis 2009) und Barack Obama (2009 bis 2017). Deshalb ist es unwahrscheinlich daß Epstein ein Handlanger der CIA war, um Kompromate zu basteln. Es sind zu viele Woke in den Sumpf reingetappt. Clinton hätte sich selbst geschadet, hätte er Epstein als Honigtopf benutzt. Clinton ist der einzige, den ich verstehen kann. Er hat so eine topwoke Frau, daß Eskapaden immer legitime Notwehr waren. Aber mußte es gleich die Insel sein?

Das Verhältnis Rußlands zu den USA war im alten Jahrtausend bereits etwas belastet, daß Putin als Auftraggeber nicht ausgeschlossen ist. 1999 traten Polen, Ungarn und Tschechien der NATO bei. Andererseits hielt Wladimir Putin seine bemerkenswerte Rede vor dem Deutschen Bundestag am 25. September 2001. Dies geschah im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland, kurz nach den Anschlägen vom 11. September. In seiner Ansprache, die teilweise auf Deutsch gehalten wurde, warb er für eine engere Zusammenarbeit mit Europa und dem Westen. 2013 begann der antirussische Putsch in der Ukraine und Putin hätte Grund gehabt Epstein anzuheuern. Da liefen Epsteins Aktivitäten auf der Jungferninsel jedoch schon seit langem auf Hochtouren.

Eine Motivation, die Verwicklung von Woken in den dekadenten westlichen Sumpf zu dokumentieren hatte freilich der sittenstrenge Iran, Die frommen Mullahs waren seit 1990 an den Hebeln der Macht. Ghaddafi kommt als Auftraggeber kaum in Betracht, da seine Herrschaft schon 2011 endete. Die Feiern auf der Insel gingen aber weiter.

Eine gute Frage ist, ob das Verhältnis zu China um die Jahrtausendwende schon so zerrüttet war, daß der chinesische Gejeimdienst aktiv wurde. Seit 1990 wurde die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) von drei Hauptakteuren als Generalsekretär geführt, die jeweils die „überragenden Führer“ des Landes waren: Jiang Zemin (1989–2002), Hu Jintao (2002–2012) und Xi Jinping (seit 2012). Ausgeschlossen ist nichts, aber sehr wahrscheinlich ist die gelbe Bärenfalle auch nicht.

Bleibt noch der englische Geheimdienst. Tony Blair herrschte von 1997 bis 2007, Gordon Brown bis 2010 und David Cameron bis 2016. Da der Labour-Mann Mandelson erheblich verwickelt ist, ist eine Beauftragung durch Tony Blair unwahrscheinlich. Der Konservative Cameron wurde erst Premierminister, als die Messen im wesentlichen gesungen waren.

In Israel regierten von 1999 bis 2009 die Linken um Ehud Barak und Zentristen um Ehud Olmert, daß sie den Mossad einspannnten, um topwoke Politiker wie Gates zu kompromittieren: Auch nicht logisch.

Die Liste der interessierten Geheimdienste ist lang und ausgeschlossen ist nichts. Die Geschichte der Stasi oder des Verfassungsschutzes zeigt, daß ein Dienst auch selbstbeschädigend wirken kann.

Seit langem kursieren Gerüchte über satanistische Rituale, Töten von Neugeborenen durch die woken Pseudoeliten, elitäre Geheimgesellschaften an den Elite-Unis und ähnliches. Das wurde immer als Verschwörungstheorie abgetan. Skull und Bones sorgte immer wieder für Tratsch.

Skull & Bones rekrutiert sich nur aus Studenten der Universität Yale. Er bildet eine senior society, einen Jahrgangsabschlussclub. Die Aktivitas besteht aus Studierenden nur eines Studienjahres. Es gibt keine Probezeit. Skull & Bones gehört keinem Dachverband oder Kartell an. Die jeweils Aktiven sind zumeist etwa 22 Jahre alt. In jedem Jahr wählen sie aus dem Jahrgang unter ihnen, den juniors, fünfzehn neue Mitglieder aus. Kriterien sind dabei oft intellektuelle oder sportliche Leistungen, aber auch Originalität oder Sozialverhalten können zu einer Auswahl führen.

Die Initiationsriten werden geheim gehalten. Es soll sich um ausgiebige Lebensbeichten einschließlich Berichten über sämtliche sexuelle Erfahrungen des Neuaufgenommenen handeln. Ebenfalls geheim gehalten wird die Innenausstattung des tomb. Klar ist nur, dass Schädel und menschliche Knochen dabei eine Rolle spielen. Angeblich stahl der spätere Senator Prescott Bush im Mai 1918 den Schädel des Apachen-Häuptlings Geronimo, der seitdem im Besitz von Skull & Bones sein soll. Auch der Schädel von Pancho Villa, einem prominenten General der Mexikanischen Revolution soll im tomb aufbewahrt werden. Es ist anscheinend üblich, dass Mitglieder dergleichen makabre Memorabilia der Verbindung schenken. In der Ikonographie von Skull & Bones spielt außerdem die Zahl 322 eine große Rolle. 322 v. Chr. starb der attische Rhetor Demosthenes. Darauf soll die Göttin Eulogia, die für die Redekunst stehen soll, in den Himmel aufgestiegen und 1832 wieder zu den Skull & Bones hinabgestiegen sein. Obwohl Skull & Bones also seine Existenz und seine Mitglieder ihre Zugehörigkeit durch offen getragene Anstecknadeln öffentlich machen, gilt die Verbindung als studentischer Geheimbund. Ähnlich arbeiten in Yale noch vierzig andere Verbindungen, darunter Scroll and Key, The Third Society, Berzelius und Book and Snake. Die von Skull & Bones praktizierte Geheimhaltung provozierte wiederholt Einbrüche von Nichtmitgliedern und Verräterschriften ehemaliger Mitglieder.

Ein Eldorado für schlimmste Vermutungen und eine Versuchung für Nachahmer wie Epstein. Nicht ausgeschlossen, daß das universitäre Milieu als Vorlage und Anregung gedient hat