Kohle als Alternative zu Öl und Gas

Risiken müssen immer gemanagt werden. Das heißt in der Regel, daß nicht alle Eier in einen Korb zu legen sind. In die Welt der Energie übertragen bedeutet das, daß nicht nur Öl und Gas von Interesse sind, sondern auch Kohle, zumal letztere nicht im Morgenland gefördert wird, also ein anderes Risikoprofil hat.

Ich hatte ohne Kenntnis vom heraufziehenden Irankonflikt zu haben, schon 2025 nach dem Verkauf von Technologieaktien in zahlreiche Energieunternehmen investiert, darunter auch Kohleminen. Das zahlt sich derzeit aus. Sie sind alle übelst im Plus. Steigerungen um 50 % sind so die Regel.

Die größten Kohleförderer sind Glencore, Rio Tinto und BHP. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Unternehmen wie African Rainbow, New Hope, Whitehaven Coal, selbst die deutsche HMS Bergbau hat inzwischen eine Beteiligung an einem botswanischen Kohlebergbau.

Anglo American hatte im Rahmen einer Neuausrichtung den Ausstieg aus dem Kohlebergbau beschlossen und inzwischen vollzogen. Dies ist Teil eines radikalen Umbaus, um sich auf wertsteigernde Rohstoffe wie Kupfer, hochwertiges Eisenerz und Pflanzennährstoffe zu konzentrieren. Im November 2024 wurde der Verkauf verbleibender Kohleaktivitäten für ca. 3,8 Milliarden USD angekündigt. Bereits 2021 gliederte Anglo American seine südafrikanischen Kraftwerkskohle-Assets in das eigenständige Unternehmen Thungela Resources aus.

Glencore hat seine Präsenz im kolumbianischen Kohlesektor durch den vollständigen Erwerb einer der größten Kohleminen der Welt massiv ausgebaut: Im Juni 2021 gab Glencore bekannt, die Anteile der Partner BHP und Anglo American an der Cerrejón-Mine zu übernehmen. Zuvor hielt Glencore bereits ein Drittel der Mine, durch die Übernahme gehört sie dem Konzern nun vollständig.

Es gibt natürlich auch große chinesische, indische und indonesische Kohlebergbaubetriebe. Die haben jedoch Risiken, die wiederum mit globalen Spannungen zu tun haben, bzw. die Aktien sind nicht an zugänglichen Handelsplätzen gelistet.

Ich gehe davon aus, daß nach einer zu aktualisierenden Risikobeurteilung Kohle auch nach dem Ende des Ukraine- und Irankonflikts eine Bedeutung als wichtige alternative Energie behalten wird. Sicher wird die Bewertung gegenüber dem Istzustand wieder zurückgehen, die verbesserte Profitabilität der Minen bleibt aber bestehen.