Die Intelligenzdebatte in der AfD
Seit einiger Zeit wird im Kreisverband Weimar – Weimarer Land der AfD über die Intelligenz und den IQ debattiert, teils heftig. Auslöser war der Wunsch von Mitgliedern und Unterstützern für Gemeinderäte zu kandidieren. Von Seiten des Kreisvorstandes wurde das zurückgewiesen, weil der IQ der Interessenten nicht ausreiche.
Die AI hat mir erzählt, wie der IQ bestimmt wird;
Der Intelligenzquotient (IQ) wird durch standardisierte Intelligenztests ermittelt, die kognitive Fähigkeiten wie logisches Denken, Sprachverständnis, Merkfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit messen. Das Ergebnis wird als Abweichungs-IQ berechnet, der die Leistung im Vergleich zu einer gleichaltrigen Normgruppe (Mittelwert 100) einordnet.
Wichtige Aspekte der IQ-Bestimmung:
- Messung: Die Tests bestehen aus verschiedenen Untertests (z.B. Zahlenreihen, Matrizen, Wortanalogien), die oft unter Zeitdruck bearbeitet werden müssen.
- Vergleichsbasis: Der IQ von 100 entspricht dem Durchschnitt. Ein Großteil der Bevölkerung (ca. 68%) liegt in einem Bereich zwischen 85 und 115.
- Durchführung: Professionelle Tests sollten von qualifizierten Psychologen durchgeführt werden, um valide Ergebnisse zu garantieren
Ich rate von der Bestimmung des IQ ab, weil sie teuer ist und gegenüber Mitgliedern auch diskriminierend. Die über-den-Daumen-Bestimmung durch den Kreisvorstand finde ich fragwürdig.
Selbst war ich 16 Jahre lang Bürgermeister und habe folglich nacheinander mit vier Gemeinderäten mit jeweils sechs Abgeordneten gearbeitet. Von den Gemeinderäten waren die allerwenigsten akademisch gebildet. Die meisten waren angestellte Handwerker mit gesundem Menschenverstand. Auf Gemeindeebene kennen die Wähler ihre Kandidaten und es findet schon eine Auswahl statt. Darum heißt der Vorgang ja Wahl. Diese Kenntnis der Leute ist auf Landes- und Bundesebene leider nicht der Fall, man kennt die Kandidaten nicht persönlich. Ansonsten ist es so, daß ich mit Intelligenzdefiziten der Gemeindeabgeordneten nicht zu kämpfen hatte. Jedenfalls habe ich nichts negatives gemerkt. Charakterlich gab es natürlich Unterschiede, aber damit muß man im Leben zurechtkommen. Im Übrigen wurden etwa 90 % der Beschlüsse einstimmig gefaßt.
Die Mitgliedschaft der AfD ist dadurch gekennzeichnet, daß Sympathisanten in die Partei nicht eintreten, wenn sie beruflich was zu verlieren haben, andere bangen um ihre Jagdlizenz. Darum ist das Engagement von Mitgliedern und Förderern für die Kommunalpolitik Goldstaub. Für das Erlernen des parlamentarischen Handwerkszeugs ist ein Gemeinderat durchaus geeignet. Man wird selten überfordert, weil es im allgemeinen um Reparaturarbeiten, überschaubare Investitionen, Gebührensatzungen und den jährlich erforderlichen Haushaltsbeschluß geht. Da freiwillige Leistungen kaum noch finanzierbar sind, handelt es sich um Winterdienst, Kindergarten, Straßenbeleuchtung, Kreisumlage, Grünflächenpflege, Umlage für die Verwaltung und ähnliches. Alles kein Hexenwerk.
Die Debatte über den IQ erinnert etwas an den kommunistischen Wunsch, den Neuen Menschen zu schaffen. Das ist von 1945 bis 1990 trotz hartnäckiger Bemühungen kolossal gescheitert, man muß mit den Menschen arbeiten, wie sie nun mal sind. Elitarismus sollte in der AfD aus historischer Erfahrung keinen Platz haben,
Warum ich das auf meinem Blog und nicht parteintern diskutiere? Ich wurde aus der Telegramgruppe Kommunalpolitik rausgeschmissen, weil meine Meinung nicht gepaßt hat. Ich möchte sie aber dennoch zur Diskussion stellen, weil hier eine wichtige Weichenstellung erfolgt. Leninistischer Kaderklub oder Volkspartei, die die ganze Gesellschaft mit allen ihren Leuten abbildet.
