Eine Steuer ist kein Preis

„Ein Preis ist der in Geldeinheiten ausgedrückte Wert einer Ware, Dienstleistung oder Ressource, den ein Käufer an einen Verkäufer zahlt; er entsteht meist durch Angebot und Nachfrage.“ So die künstliche Intelligenz.

Der FAKUS titelte heute: „Der CO₂-Preis steigt erneut. Autofahrer und Haushalte müssen mit höheren Kosten für Sprit und Heizung rechnen.“

Zuerst die gute Nachricht. Die FACUS-Redaktion hat nicht von Autofahrenden und Haushaltenden gefaselt.

Die schlechte Nachricht: Kohlendioxid ist keine Ware, keine Dienstleistung und keine Ressource, also kann es sich definitiv nicht um einen Preis handeln. Kohlendioxid (CO₂) ist ein farb-, geruchloses und ungiftiges Gas, das natürlich in der Luft vorkommt.

Kohlendioxid kann also nicht bepreist werden, sondern es wird besteuert. Es ist übrigens nicht die erste skurrile Besteuerung:

Friedrich I von Preußen führte eine Perückensteuer ein. Wer in Preußen eine Perücke tragen wollte, musste dafür dem Staat eine Abgabe entrichten. Die betrug 3 Taler pro in der Öffentlichkeit getragener Perücke. Ein Taler damals entspricht ungefähr 50 Euro heute. Ein teurer Spaß!

Bis in die 1850er Jahre hinein gab es in Frankreich und anderen europäischen Ländern eine Tür- und Fenstersteuer.

Da die Spatzen als Schädlinge angesehen wurden, wurde die Jagd auf Spatzen in Schwaben staatlich belohnt. Wer ein Dutzend lebende Spatzen beim Amt ablieferte, bekam 6 Kreuzer Lohn. Wer keine toten Spatzen ablieferte mußte eine Spatzensteuer bezahlen. Die betrug 12 Kreutzer (dies entspricht in etwa heute 7 Euro).

In Ulm gab es eine Schimpfsteuer, beim Rübensteiner eine Flüchekasse.

Zar Peter I. (1672-1725) besteuerte das Tragen von Bärten. Wer sich von seinem Bart nicht trennen wollte, hatte 50 Rubel im Jahr zu bezahlen. Die Bartsteuer ist ein schönes Beispiel für eine Lenkungssteuer.

Kohlendioxid wird mit der sog. Luftsteuer besteuert, beim unversteuerten Barte des Propheten.