Die deutsche Industrie auf der Flucht (14)

Heute beschäftigen wir uns mit dem Sportartikelhersteller adidas, der seinen Hauptsitz in Herzogenaurach in Franken hat.

Adidas produziert fast 100% seiner Produkte über ein Netzwerk unabhängiger Zulieferer weltweit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Fertigung ist globalisiert, wobei der asiatisch-pazifische Raum den Großteil der Produktion ausmacht. 

  • Kambodscha: Dies ist das wichtigste Zulieferland für Bekleidung und macht etwa 22 % der Gesamtproduktion aus (Stand 2022).
  • Vietnam: Ein bedeutender Standort, insbesondere für Schuhe und Bekleidung.
  • China: Historisch ein sehr wichtiger Produktionsstandort, auf den immer noch ein großer Teil der Schuh-, Bekleidungs- und Zubehörproduktion entfällt (etwa 40-50 % der Gesamtproduktion von Adidas werden in China gefertigt).
  • Indonesien: Produziert ebenfalls Millionen Paar Schuhe für Adidas.
  • Türkei & Pakistan: Die Türkei spielt eine Rolle bei der Herstellung von Accessoires und Ausrüstung wie Taschen und Bällen, ebenso wie Pakistan. 

Obwohl der Hauptsitz der Adidas AG in Herzogenaurach liegt, findet dort keine Massenproduktion statt. Es gibt jedoch einen speziellen Standort in Scheinfeld (Mittelfranken), der für die Herstellung von Maßanfertigungen für Top-Athleten und sehr limitierte Sondereditionen („Made in Germany“ Packs) genutzt wird.

Adidas machte 2024 etwa 29 % seines Umsatzes in Europa, 22 % in Nordamerika, 13,5 % in Lateinamerika, 13 % in China, 5 % in Japan und Südkorea. Deutschland spielt beim Umsatz nur eine so geringe Rolle, daß es im Geschäftsbericht nicht gesondert erwähnt wurde.

Der deutsche Sport hat kein Interesse mehr an den Franken. Die deutsche Nationalmannschaft wird bald mit Nike auflaufen.

Es ist noch einiges, was adidas in Herzogenaurach hält. Die Betriebsleitung, die Forschung und Entwicklung sind mit vielen Mitarbeitern dort zu Hause. Zu vielen Bundesligavereinen bestehen noch Verbindungen, auch zum Basketballbund.

Wenn Merz die Franken weiter ärgert, könnten sie sich alles überlegen. Die steuerlichen Bedingungen, die Bürokratie und das Stadtbild sind andernorts besser.