Grenzen der künstlichen Intelligenz

Neura Robotics wirbt für humanoide Roboter: „Gebaut, um sich wie wir zu bewegen. Entwickelt, um mit uns zu arbeiten. 4NE1 bietet menschenähnliche Bewegungsabläufe mit bahnbrechender künstlicher Intelligenz. Wenn qualifizierte Arbeitskräfte schwer zu finden sind, springt 4NE1 in industriellen Arbeitsabläufen und bei der täglichen Arbeit ein. Angetrieben von unserer firmeneigenen KI AURA, die humanoide Intelligenz von der Forschung in die Realität bringt.“

Ob im Hochregallager, an der Taktstraße, beim Obstpflücken oder im Haushalt, überall sind die Helferlein einsatzbereit. In Peking schlugen die Robots vor dem Bundeskanzler Rad und machten elegante Purzelbäume. Einige Weissager rechnen damit, daß 2030 alle Leute arbeitslos sein werden, weil sie von Robots verdrängt werden.

Es gibt aber weltweite Begrenzungen des Fortschritts, vor allem in Deutschland. Das hängt zuerst mal am Preis. So ein Exemplar kostet um die 100.000 €. Sicher kann über Skaleneffekte an der Herstellung noch etwas optimiert werden, aber die Energie- und Rohstoffkosten geben nicht wirklich nach. Und ohne Batterie läuft so ein teurer Genosse nicht. Zahlreiche seltene Materialien werden verbaut, deren Preise grad durch die Decke gehen.

Egal ob Platin, Silber, Nickel, Kupfer, seltene Erden, Titan, Niob, Zinn, Mangan, Palladium, Graphit, Kobalt, alles ist nicht grenzenlos und sofort verfügbar. Der Aufschluß von Minen wird immer teurer, es sind auch zeitaufwändige Genehmigungsprozesse anzustoßen. Jeder Indianerstamm in Peru wird von deutschen NGOs auf die Palme gebracht und bei der Klage gegen Minenkonzerne unterstützt. Materialseitig stoßen wir an Grenzen, auch weil es sich technisch um einen recht plötzlichen Umbruch handelt.

Die zweite Grenze ist durch den Energieverbrauch gegeben. AI verlangt Rechenleistung in bisher ungekannter Menge. Selbst Rohstoffökonomien wie die USA oder China haben mit dem Aufbau notwendiger Kapazitäten zu kämpfen. Andere Länder wie Japan haben sich vorbereitet. Deutschland hat sich seit 2002 schrittweise aus dem Spiel genommen, indem vorhandene Kraftwerksleistung von CDU und SPD mutwilllig zerstört wurde.

Wir sahen schon bevor der Irankrieg losging von Oktober 2025 bis Februar 2026 einen Anstieg des Kohlepreises von 90 auf 107 $ pro Tonne. Der WTI-Ölpreis war im selben Zeitraum von 57 auf 75 $ pro Barrel gestiegen. Sicher, da mag auch die Jahreszeit eine Rolle gespielt haben, Wir beobachten aber einen verstärkten Zugriff auf Vorkommen, um sich Vorteile zu verschaffen. Ich nenne nur mal das Stichwort: Venezuela.

Die Energie- und Rohstoffknappheit wird eine grenzenlose Ausweitung der AI-Nutzung behindern, der Preis von Robotik wird hoch bleiben, so daß sich nur eine kleine Schicht von Leuten humanoide Helfer im Haushalt wird leisten können. Es ist unrealistisch von einem harten Preisverfall des Gesamtkomplexes AI auszugehen, auch wenn die Chips immer billiger und die Rechner immer effizienter werden. Autos sind ja seit 1990 auch nicht billiger geworden.

Den problemlosen Einzug des Fortschritts in Anwendungen, die einen hohen Nutzen – z.B. wegen Massenanwendung – haben, möchte ich nicht bestreiten. Im Handwerk, im Haushalt, insbesondere bei Reparaturen, Einzelanfertigung usw, sehe ich wirtschaftliche Grenzen. Grenzen der Anwendung sehe ich auch in energiearmen Ländern, einfach weil der Saft nicht da ist.

Beitragsbild aus Zellerzeitung. Heute: Immer mehr Ticketkontrollen landen im Krankenhaus