Für Kleinbetriebe ist Selbstdienst zu teuer
Wenn ich in der englischen Supermarktkette Tesco einkaufe, wird erwartet, daß man per Önkiszolgáló (Selbstdienst) seine Einkäufe einscannt und mit dem Funktelefon bezahlt. Nun habe ich insbesondere im Sommer nie ein Telefon mit, weil ich dafür keine Tasche frei habe. In den Cargos ist schon alles mögliche drin: Schlüssel, Autoschlüssel, Taschentuch, Zange, Schraubenzieher, Strick, Geldkatze, im Ausland noch eine zweite davon mit der Auslandswährung. Eine Hitelkártya (Kredit- bzw. Debitkarte) habe ich nicht. Da geh ich lieber in die Russenkaufhalle Prima, wo man so bezahlen kann.
Vereinzelt gibt es Selbstdienstkassen mit Geldwechselfunktion, siehe unten:
Die Deutsche Bundesbank hat mal die Kosten gegenübergestellt:
Analysiert wurden monetäre Kosten wie Gebühren, Entgelte, Geräte- oder Transportkosten. Zudem flossen nicht-monetäre Kosten in die Berechnungen ein, etwa die Zeit, die Einzelhandelsunternehmen für den Umgang mit Zahlungsmitteln an der Kasse oder in der Verwaltung aufwenden. Barzahlungen sind mit durchschnittlich 43 Cent je Transaktion am günstigsten für Händler, wenn die Kosten je Zahlung betrachtet werden. Die Girocard ist mit durchschnittlich knapp einem Prozent des Umsatzes das günstigste Verfahren für Großkaufleute, wenn die Kosten ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt werden. Internationale Debit- und Kreditkarten, wie Mastercard und Visa, sind in beiden Fällen teurer. Sie verursachen vor allem durch höhere Gebühren mehr Kosten für die Händler.
Kompakte Kiosk-Systeme oder SB-Terminals (oft inklusive Touchscreen, Scanner und Halterung) kosten etwa 1.500 € bis 3.500 €. Komplexe SB-Kassen mit integrierten Waagen, Bon-Druckern, Münz-Recyclern und Kartenterminals liegen schnell bei 7.000 € bis über 20.000 € pro Kasse. Die Kassensoftware muß eine Anbindung an EC-Terminals (Stripe, Zettle etc.) sowie die gesetzlich vorgeschriebene Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) beinhalten. Oft fallen monatliche oder jährliche Lizenzgebühren von 20 € bis 150 € pro Monat an.
Für kleinere Läden und Markthändler ist es günstiger die Verkaufstätigkeit einzustelllen, weil die Kosten stark belasten. Viele verhökern ihre Sachen dann fekete. Grad hatte ich einen mörgenländischen Obsthändler gesehen, der supermobil war. Ungläubige sind nach dem Koran ohnehin nicht berechtigt sich nach seiner Buchhaltung zu erkundigen.

Scanning ist nur die erste Stufe, es geht weiter mit RFID – man schiebt den Wagen durch eine Schleuse, wird selbst stichprobenartig gefilzt und zahlt per Karte (oder eingepflanztem Chip, wie in Schweden) das, was die Schleuse ermittelt hat.
Diese Tendenz setzt sich allein wg Bequemlichkeit durch.
Das „Filzen“ ist bei mir selten (1 : 10) und oberflächlich (4, 5 Artikel). Durch diese Kassen – Station kommt man bei paar Artikeln auch ohne Kundenkarte *). Bezahlt wird bar oder mit Karte, man hat vorher schon alles autofertig verpackt- zB im Rucksack – und ist statt zerriger Kassenschaufelei in paar Minuten entspannt draußen bei Erdbeer & Spargel.
*) Als völkerkundliche Abwechslung jüngst eine robuste Mutti mit paar lebhafte Kindlein und einem Wagen … Montblanc gefüllt, nix Karten. Drei Kolleginnen haben die Gäste mit eisernen Freundlickeit zügig bedient – no comment.
Nach meiner Erfahrung gehen die Versuche zum Selberscannen bei Netto, Rossmann, edeka, Kaufland u.a. bislang in die Hose. Ich sehe zwar regelmäßig, wie es schnell und bequem laufen kann, habe jedoch für die Kleinen auch keine Idee.