Wieder Betriebsschließungen

Unser Klempner hat zum ersten April sein Handwerk beendet. Ein 50jähriger Kollege von ihm hat auch dicht gemacht. Es wurde über Kunden geklagt, welche die Handwerker zum Versicherungsbetrug aufstacheln, die staatlichen Schikanen – getarnt als Nachweispflichten – werden immer mehr, warum soll man sich das alles noch antun?

Mittags war ich in Oberweimar. Die Konditorei hat dicht gemacht. Am Schaufenster hängt ein Zettel, daß die Ladeneinrichtung kostenlos abgegeben wird.

Es ist nicht grade eine Zeit, wo Fleiß anerkannt wird und man in Frieden schaffen kann. Mir ging es am Ende meiner selbständigen Tätigkeit auch so, daß ich die Lust verloren hatte, da der Käfig der Vorschriften immer enger wurde. Ich neige nicht grad zum Burnout, aber die Fröhlichkeit und Leichtigkeit war weg.

Grade ist davon die Rede, erfolgreiche Betriebe öfter zu prüfen. Bei mir sind die Prüfer vom Finanzamt nie mit einem Plus rausgegangen, stets war das Gegenteil der Fall. Aber die ganzen Betriebsprüfungen – Steuern, Rente, Krankenkassen – sind immer ein erheblicher Aufwand, was die Medien nicht berichten. Schon in der Vorbereitung werden heutzutage Datenmengen verlangt, die nicht so einfach auf Knopfdruck rausgeworfen werden können. Dazu kommen Aktivitäten von Steuerberatern, die auch Geld kosten. Irgendwann hat man die Schnauze voll.

Grade hat meine Freundin wieder mal die Erstattung der österreichischen Vorsteuer für einen Kleinbetrieb bearbeitet. Die Wiener Magister und Hofräte verlangen das Einscannen von jeder Rechnung und das ganze wohl numeriert und aufgelistet. Hart erkämpfte Vorsteuer!

Beitragsbild: B. Zeller. Heute in der ZZ: Grüne Jugend fordert die Straße von Hormus nach einer Frau umzubenennen