Das finsterste Kapitel der CDU

Die CDU Sachsen-Anhalt, oder zumindest deren kommunistische Platform denkt über die Erneuerung der Nationalen Front nach. Diese martialische Bezeichnung trug die Vasallenschaft von Christbolschewisten. Liberalbolschewisten, Nationalbolschewisten und Bauernpartei unter der führenden Rolle der Partei.

Art. 3. (1) der Verfassung von 1974: „Das Bündnis aller Kräfte des Volkes findet in der Nationalen Front der Deutschen Demokratischen Republik seinen organisierten Ausdruck.

(2) In der Nationalen Front des demokratischen Deutschland vereinigen die Parteien und Massenorganisationen alle Kräfte des Volkes zum gemeinsamen Handeln für die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft. Dadurch verwirklichen sie das Zusammenleben aller Bürger in der sozialistischen Gemeinschaft nach dem Grundsatz, daß jeder Verantwortung für das Ganze trägt.“

In Artikel 1 war allerdings die führende Rolle der SED verankert. „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.“

Entsprechend wurden die Mitglieder der Blockparteien CDU, LDPD und NDPD wegen der permanenten Zustimmung zu den Weisungen der SED vom Volk „Blockflöten“ genannt. In der 500 Abgeordnete umfassenden Volkskammer wurden ihnen je 52 Sitze zugeteilt. Für linientreue Funktionäre der Blockparteien wurden Posten vergeben, zum Beispiel so allseits beliebte wie „Stadtrat für Wohnungswirtschaft“, wo permanenter Mangel zu verwalten war.

Die Blockparteien waren von Staatssicherheit durchsetzt. Selbst als vier CDU-Mitglieder am 10.09.1989 den „Brief aus Weimar“ veröffentlicht hatten, der eine Abkehr von der Nationalen Front einleitete, war einer der Schreiber Stasi-Kader. Der erste CDU-Landtagsabgeordnete unseres Wahlkreises, der 1990 gewählt wurde, war auch Stasi-Mitglied. Die Union war zu allen Zeiten von Linksradikalen durchseucht.

Die gängigsten Parolen der Agitation und Propaganda waren ätzend, die Blockflöten flöteten mit:

Werktätige der Industrie und Landwirtschaft! Vorwärts zu neuen Erfolgen im sozialistischen Wettbewerb! Dem Volke zum Nutzen – der Republik zu Ehren!

Unverbrüchliche Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion, den Pionieren im Kampf um Frieden und Sozialismus!

Es lebe die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands! Alles mit dem Volk – alles durch das Volk – alles für das Volk!

Arbeite mit, plane mit, regiere mit!

Mein Arbeitsplatz – Mein Kampfplatz für den Frieden!

So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben!

„Vorwärts zu neuen Erfolgen im sozialistischen Wettbewerb!

Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!“

Dem Volke zum Nutzen – der Republik zu Ehren!

Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen!

Freundschaft zur Sowjetunion ist Ruhm und Ehre der Nation

Überholen, ohne einzuholen.

Die CDU hat die Zonengrenze schöngeredet, die Millionen Familien getrennt hatte. Sie hat Hosianna zur Planwirtschaft geschrien. Sie hat die Militarisierung des Schulunterrichts mitgetragen und überall Schmiere gestanden, wo schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Sie muß was die Vergangenheit betrifft, in Sack und Asche gehen. Wenn die Union die Zusammenarbeit mit der Linken erneuern will, ist das nichts weniger als ein perverser Hang zur Kriminalität.

Nach 1990 hatte die CDU erhebliche Probleme bei der Entstalinisierung. Ich erinnere mich an Versammmlungen, wo Neumitglieder von den sog. „Altlasten“ böse angepampt wurden, weil sie bei der Nationalen Front noch nicht dabei gewesen waren. Besonders war mir der Ex-Bürgermeister von Großobringen mit seinen Verbalinjurien aufgefallen, der von Obertrebra war aber auch nicht viel besser. Man brauchte ein dickes Fell und mußte auf Durchzug schalten. Ich dachte bis 2005, daß sich das auswachsen würde. Ein Irrtum.