Rap ist nicht mehr prinzipiell links

Der Sonntag gehört der Kunst. Da in Spanien grad Wahlkampf ist, tun wir einen Blick hinter die Pyrinäen. Die Katalanierin BB Trickz vertritt keine strukturierte politische Ideologie, hat jedoch in Songs, Interviews und Podcasts durch stark polarisierende, teils widersprüchliche Aussagen im linksversifften Kulturbetrieb für erheblichen politischen Wirbel gesorgt.

In mehreren Podcast-Auftritten bezeichnete sie den US-Präsidenten Donald Trump neben Kanye West und Pharrell Williams als eine ihrer größten Inspirationen. Sie erklärte, sie bewundere Trumps „Ehrlichkeit“: Während viele Politiker vorgeben würden, gute Menschen zu sein, präsentiere er sich provokant, aber direkt.

Einer ihrer bekanntesten Hits heißt „Viva España“. In Spanien wird dieser Ausruf im politischen Kontext mit dem rechten Lager assoziiert. Als sie in einem Interview darauf angesprochen wurde, zeigte sie sich politisch desorientiert und behauptete fälschlicherweise, der Slogan sei eine linke Parole,

Fans ordnen diese Äußerungen weniger als feste politische Überzeugung ein, sondern vielmehr als Teil ihrer bewussten Provokationsstrategie. Da BB Trickz sich selbst als „die am meisten gehasste Rapperin Spaniens“ definiert, nutzt sie politisch inkorrekte oder schockierende Aussagen oft gezielt, um im Gespräch zu bleiben.

Für meine etwas reifere Leserschaft muß ich mal übersetzen: Rackz sind Tausenderbündel von Geldscheinen. Wie fast alle Rapper pranzt sie mit ihrem Wohlstand rum. Klima, Kohlendioxidsparen und erweckte Sachen sind nicht ihr Ding. Sie steht für die Nach-Kórona-Jugend, die nach dem langen Stubenarrest Spaß haben will.

Die Woken haben mit ihren spaßbremsenden Predigten den exklusiven Zugang zur Jugendkultur verloren. Das ist nicht nur in Magdeburg so.