Der Steuerertrag von Januar bis September 2026
Anderthalb Jahre ist die Regierung jetzt dran und man merkt noch nichts vom Wirtschaftsaufschwung, eher das Gegenteil. Neun Monate sind von diesem Jahr jetzt num, hier eine Zusammenfassung:
Die Lohnsteuer ist der einzige größere Lichtblick, sie ist um 4,4 % gegenüber 2025 gestiegen, liegt aber unter der Schätzung des Finanzministeriums.
Die veranlagte Einkommenssteuer – in der sich vor allem Gewerbeerträge kleinerer Betriebe, Mieten und Pachten abbilden – ist um 6,5 % gesunken, Auch hier liegt man deutlich unter dem Plan des Ministers (minus 1,7 %).
Die Körperschaftssteuer bildet die Gewinne der AGs und GmbHs ab, hier liegt man 9,6 % unter dem Vorjahr.
Die Mindeststeuer ist neu. Sie gilt für multinationale und nationale Konzerne mit einem konsolidierten Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro in mindestens zwei der vier vorangegangenen Geschäftsjahre. Der effektive Steuersatz muss mindestens 15 % betragen. Die Steuer soll verhindern, daß Konzerne ihre Gewinne in Steueroasen verschieben, um Steuern zu umgehen. Zahlt ein Konzern in einem Land weniger als 15 % Steuern, darf das Heimatland die Differenz durch Ergänzungssteuern einfordern. Die Mindeststeuer wurde vom Klingbeil für das Gesamtjahr auf 500 Mio. € geschätzt. Bisher wurden 274 Mio. € erreicht. Das angestrebte Ziel für das Gesamtjahr dürfte wohl verfehlt werden.
Besonders die Umsatzsteuer gibt ein zeitnahes Bild der Wirtschaftslage ab. Sie ist um 3,1 % gestiegen und bewegt sich leicht unterhalb der Inflationsrate. Das deutet auf einen Schrumpfungsprozeß hin. Wenn über das schuldenfinanzierte „Sondervermögen“ nicht aufgeplustert würde, sähe es ganz grau aus. Dieses Jahr werden 58 Mrd. € ausgegeben, wovon bis einschließlich September wohl etwa 40 Mrd. geflossen sind. Das hat knapp 8 Milliarden Ust gebracht. Ohne das Sondervermögen läge das Wachstum der Umsatzsteuer etwa bei Null und damit gut 3 % unter der Inflation. Das heißt: Ohne das Sondervermögen ist die Wirtschaftsleistung inflationsbereinigt etwa um 3 % geschrumpft.
Eine Beobachtung dazu bottom up: Heute wollte ich drei Hydraulikschläuche anfertigen lassen. Der Betrieb, wo ich sowas immer geholt habe, ist grad pleite gegangen. Ich bin dann zu einem anderen Unternehmen gefahren. Wege übers Land. Da lag ein Prospekt mit der Bilanz und der GuV auf dem Tisch. Der Gewinn hatte sich in den letzten zwei Jahren halbiert.
Zum Schluß noch ein Blick auf die Gewerbesteuer; Die Gewerbesteuerumlage ist bundesweit um mehr als 4 % zurückgegangen. Das rundet das trübe Bild ab.
Solche Infos bekommt man natürlich nicht als Fernsehgucker. Die Nachrichtensendungen kann man sich sparen.
