Bleibt die Inflation bei 4 % ?

Gute Frage. Leben funktioniert nur mit Energie, Arbeit ist ein Teil des Lebens. Energiepreise fressen sich im Lauf der Zeit in die allgemeine Preisentwicklung durch. Seit 2024 lassen sich 97 % der Schwankungen der Gesamtinflation allein auf die Energiekomponente zurückführen. Die Kurven von Energiepreis-Veränderungen und Inflationsraten verlaufen hier nahezu deckungsgleich. Betrachtet man den langfristigen, historischen Zusammenhang über ein breiteres Zeitfenster (wie die letzten 11 Jahre), ergibt sich ein linearer Korrelationskoeffizient von ca. 0,42. Eine Korrelation von über 0,4 zeigt in einer so komplexen Wirtschaft mit tausenden Einflussfaktoren wie Lieferketten, Zinsen, Demografie und Löhnen eine starke statistische Signalwirkung.

Im vergangenen Jahr gab es folgende Preissteigerungen:

Erdgas TTF + 76,9 %

Kohle + 41,9 %

Ölpreis Brent + 55,1 %

Dieselpreis + 41 %

Heizöl + 74,4 %

Pellets + 31 %

Indstriestrompreis + 2 %

Auch Nichtenergierohstoffe zogen an:

Kupfer + 31,6 %

Aluminium + 7,7 %

Aktuelle Daten zeigen, daß die Stahlpreise in Europa und Deutschland durch gestiegene Energiekosten, den EU-CO2-Ausgleichsmechanismus (CBAM) sowie begrenzte Importquoten unter Druck stehen:

Warmband + 17 %

Stahl gesamt + 12,5 %

Seit Januar 2021 haben sich die Preise für Zement um sagenhafte 60 % bis 73 % erhöht. Da Zement das primäre Bindemittel für Beton ist, zieht er Folgeprodukte mit. Transport- und Frischbeton liegen 2026 rund 37 % über dem Niveau von 2021. Zement ist schwer und der Transport über Distanzen von mehr als 300 Kilometern ist wirtschaftlich unrentabel. Dadurch gibt es wenig überregionalen Wettbewerb, was die Preise stützt. Mauterhöhungen, gestiegene Löhne für Lkw-Fahrer und hohe Dieselkosten verteuern die Auslieferung spürbar.

Optimisten glauben an Greta und Luisa. Realisten glauben, daß die Energiepreise die Inflation weiter anheizen.