Ein Ortswechsel bessert die Sitten nicht


Die Meldungen häufen sich, daß es in den Asyllagern überall zugeht wie in Suhl. Schlägereien, Angriffe und Morddrohungen sind an der Tagesordnung, weil die Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge bei der Ankunft nicht konsequent nach Völkern, Stämmen und Religionen getrennt werden. Die Ankömmlinge sind straffe Regime gewöhnt und treffen auf allgemein grassierenden deutschen Gesetzesbruch und Regellosigkeit mit nur allergeringsten Anforderungen an das gute Benehmen.

„Wir müssen uns von der Illusion befreien, dass alle, die hier ankommen, Menschenrechtsaktivisten sind. Unter den jetzt Ankommenden ist ein nicht kleiner Anteil in seiner religiösen Intensität mindestens auf dem Niveau der Muslimbrüder.“ So Max Klingberg von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte gegenüber der WELT. Er geht davon aus, dass die Gewalt in den Asylunterkünften weiter zunehmen wird.

In Suhl hatte der Dreißigjährige Krieg 2.0 begonnen, oder auch nicht. Zumindest drang aus dieser fränkischen Kleinstadt erstmalig etwas davon an die breite Öffentlichkeit. Der thüringische Ministerpräsident Ramelow, der auch Nordfranken verwaltet, hatte darauf gefordert, die eingereisten Ethnien getrennt unterzubringen. Aber was ist eine Ethnie? Eigentlich eine Volks- oder Stammesangehörigkeit unabhängig von Staatsgrenzen.

Ramelows Integrationsminister will es gerade anders herum: Nicht nach Volksangehörigkeit und Religion, sondern nach Staatsangehörigkeit soll getrennt werden: „Wir achten auf eine konfliktsensible Unterbringung und versuchen, Menschen aus unterschiedlichen Ländern auf verschiedene Stockwerke oder eigene Unterkünfte zu verteilen“, sagt Thüringens Justiz- und Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne). „Das ist in der derzeitigen Krisensituation nur eingeschränkt möglich, wir wollen es aber ausbauen, sobald der Zuzug wieder geordnet abläuft.“

Eine Trennung nach Religionen hält Lauinger für falsch: Gerade intensiv religiöse Muslime müssten lernen, mit anderen Religionen zu leben. „Es ist ein Spagat zwischen der konfliktvermeidenden getrennten Unterbringung und der klaren Anforderung, andere Kulturen und Religionen zu dulden.“ So zitierte den Minister die WELT vom 27.09.2015. Auf wessen Kosten wird da „gelernt“? Und warum mit Eisenstangen und Gas?

Leute nach Herkunftsstaaten unterzubringen ist nur sinnvoll, wenn es in diesen Ländern einheitliche religiöse Überzeugungen und eine friedliche Stammeskultur gibt. In Somalia sind beispielweise alle Leute eifrige Sunniten und alle sind Somalis. Die Lieblingsbeschäftigung zu Hause sind aber der Krieg zwischen den somalischen Stämmen und die Fehde zwischen Familien. Viel Spaß, Herr Minister! Bei einer strikten Führung können Somalis übrigens viel leisten. Aber diese konsequente Leitung fehlt in Deutschland. Weil es Spinner und Phantasten wie Lauinger gibt!

Oder schauen wir uns Syrien an. Zu Hause kloppen sich Sunniten, Schiiten, Christen, Jesiden, Aleviten und Drusen die Schädel ein, fast jeder gegen jeden. Dann landen die verfeindeten Religionen im deutschen Lager. Dort geht der Bürgerkrieg weiter, ohne daß der grüne Minister die Gruppen trennen will. Da hätten die Zugereisten auch zu Hause bleiben können. Erste Christen sind schon zurückgereist. Lieber eine Faßbombe von Assad, lieber eine Kreuzigung durch den Islamischen Staat, als ein unter deutscher Verwaltung stehendes Lager.

Auch Afghanistan ist religiös und volkskundlich ein sehr bunter Flickenteppich. Das Land ist seit Menschengedenken in Stammesgebiete geteilt, die von mächtigen Warlords verwaltet werden. Der schiitische Iran, das sunnitische Pakistan und das wahabitische Saudi-Arabien ringen in diesem Durcheinander um Einfluß. Warum sollen sich in Deutschland plötzlich alle Afghanen lieb haben? Schon die Bezeichnung „Afghane“ ist eine Nebelkerze. Afghanen gibt es so wenig wie Belgier oder Eritreer.

Der Albaner ist auch sehr vielgestaltig. In Albanien koexistieren ein biertrinkender Islam, der Katholizismus und die Orthodoxie nebeneinander her. Der Albaner im benachbarten Montenegro trägt noch den roten Fes aus dem Osmanischen Reich, als hätten die letzten hundert Jahre nicht stattgefunden.  Der Kosovo-Albaner ist durch die lange serbische Unterdrückung viel radikaler, als der albanische Albaner, der von eigenen Landsleuten geknechtet wurde. Wenn albanische Christen und Albaner aus dem ehemaligen Jugoslawien aufeinandertreffen, gibt es nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen. Albanien weiß, warum es den Anschluß des Kosovo nicht begehrt.

Die Unterbringung getrennt nach Herkunftsstaaten ist bei Lichte betrachtet die Schnapsidee eines grünen Traumtänzers und Weltverbesserers, die nur im Ausnahmefall funktioniert. Wenn es nach dem Minister geht, hätten deutsche Aufnahmestellen den stressigen Charme von Konzentrationslagern mit Kapos und Hierarchien. Die WELT berichtete heute von moslemischen Sicherheitsdiensten, die parteiisch entscheiden. Rassen und Religionen aufeinanderhetzen: Das gab es zuletzt im Nationalsozialismus. Die Masseneinwanderung ist moralisch schon gescheitert, bevor sie richtig begonnen hat.

Ein Ortswechsel bessert die Sitten wilder Völker nicht, wie folgende russische Anekdote beweist: Ein Georgier steht vor dem Richter. Er hat sein Frau vom Balkon des vierten Stocks geworfen. Der Richter fragt ihn, warum er das getan hat. Der Angeklagte: „Aus reiner Vergeßlichkeit. Wir haben bis vor kurzem im ersten Stock gewohnt.“

2 Kommentare zu “Ein Ortswechsel bessert die Sitten nicht

  1. Nun, es wird seit geraumer Zeit viel geschrieben über das Problem Islam, Flüchtlinge, IS etc. pp.
    Zu viel.
    Zur Verschleierung oder weil man nicht in der Lage ist, die gesamten Vorgänge und Ereignisse auf das Wesentliche einzudampfen.

    Deutschland ist ein seit vielen, vielen Jahren säkularisiertes Land.
    Stimmt nicht, ruft da manch einer. Der Staat erhebe doch die Steuer für beide Kirchen, es gäbe auch noch das Reichskonkordat, nach dem Deutschland jährlich Milliarden an den Vatikan abdrückt.
    Richtig, das ist anachronistisch und gefällt mir auch nicht. Ebenso das Privilig beider christlicher Religionen in der staatlichen Schule ihre Heilslehre verkündigen zu dürfen – der eigentliche Skandal.

    Aber:
    Alles ist friedlich und gemessen an den auch bei den Christen vorher üblichen Gewaltorgien untereinander und gegen andere Religionen im Namen des Herrn sind o.g. Rudimente christlicher Macht zwar ärgerlich, aber Peanuts.

    Was passiert gerade?

    Ein zivilisiertes, säkularisiertes Industrieland im Herzen Europas lässt sich durch eine Religion terrorisieren – noch dazu durch eine uns völlig fremde. Angst und Gewalt halten wieder Einzug in Deutschland.
    Noch geschieht es weitestgehend untereinander zwischen den Zugereisten. Aber wie lange noch angesichts der nicht abreißen wollenden Ströme.

    Da wird relativiert, geschönt, gelogen, willkommengeheißen.
    Dabei riskiert unser Land eine Spaltung in diesem schleichenden Glaubenskrieg und lässt sich ohne Gegenwehr in das religiöse Mittelalter zurückverfrachten.

    Ist es das wert?

  2. Wolfgang, eine klare scharfe Analyse haste abgegeben. Aber das hat alles nichts mit dem Islam zu tun, lasse Dir das gesagt sein. Gestern, bei der Plasberg „Hart aber fair“ habe ich es jedenfalls auch so gehört und verstanden. Die Konflikte unter den muslimischen und mit den muslimischen Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen, das hat wirklich nichts mit dem Islam zu tun, denn die Menschen sind überhaupt nicht so religiös oder Islam-Ideologisiert, sondern der Islam hat viele Gesichter, aber eben auch böse Geister die den Islam in Verruf bringen. Deswegen sind die Menschen zu uns ins Merkelsche Schlaraffenland gesegelt, gerudert und gewandert. Sozusagen, ins Geburtsland, ins Mekka der Gutmenschen. Und Probleme mit Flüchtlingen und Migranten? Das können wir in der BRD aufgrund unserer großen Erfahrungen mit Erfolg und gut lösen, denn wenn wir alle Muslime, auch die Bösen lieb haben und uns integrieren, dann gelingt es. Wir müssen uns in der BRD in die neuen Gesellschaften assimilieren und in die vielschichtige, multikulturelle, multireligiöse, kaputtgemachte neue Gesellschaft mit unseren Steuermitteln und der Selbstaufgabe einbringen. Übrigens, wir stehen nicht vor einem neuen 30-jährigen Krieg, nein der dauert schon 100 Jahre und länger.

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