Gute Ratschläge sind keine Beschimpfung


Die Welt berichtete über die Ideen einer Düsseldorfer Schule, um Heizkosten zu sparen: Die Martin-Luther-Grundschule im Düsseldorfer Stadtteil Bilk in Nordrhein-Westfalen kündigte in einem Brief an die Eltern für den 8. Februar einen sogenannten „Warmen-Pulli-Tag“ an, eine Ankündigung, die im Netz für jede Menge wütender Reaktionen sorgte.

Die WELT weiter: Zudem sollen die Kontaktdaten der Schule demnach unter einem Post auf einem rechten Portal veröffentlicht worden sein und die Schulleitung daraufhin 200 E-Mails mit Beschimpfungen erhalten haben.

Jetzt machen wir mal den Faktencheck. Ich hatte folgenden Post an die Direx gesendet, aber ist das eine Beschimpfung? Die Rheinländer sind sehr dünnhäutig geworden!

Sehr geehrte Frau Hennemann, ich kenne das Problem mit dem Winter aus den 60er Jahren. Wenn die Braunkohle alle war, hatten alle Schulen geschlossen und eine einzige Schule wurde geheizt. Dort konnte man sich eine Stunde am Tag in einem geheizten Klassenraum die Hausaufgaben abholen. So konnte man gleich ein oder zwei Wochen lang in 20 Schulen die gesamte Energie sparen, ohne daß jemand eine Schnupfennase bekam oder Stoff nachgeholt werden mußte. Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen! Vergessen Sie nicht in den Toiletten Teelichter aufzustellen wegen dem Einfrieren. Viele Grüße – Wolfgang Prabel

 

 

 

6 Kommentare zu “Gute Ratschläge sind keine Beschimpfung

  1. Ich kenne das aus den Kindertagen in den frühen Fünfziger Jahren – in WESTdeutschland. Weil damals viele Arme (und die Alten waren wegen der damals geringen Renten meistens arm, besonders die Kriegerwitwen) ihre zugigen Buden (oft unter dem damlas grundsätzlich völlig unisolierten Dach) in kalten Wintern nicht warm bekamen, hielten die sich den Tag über in „Wärmstuben“ auf. Das waren von der Gemeinde zur Verfügung gestellte beheizte Räume. Auch ich war als Grundschüler gehalten, im strengen Winter Kohlen mitzubringen, um den Kanonenofen im Klassenzimmer so heizen zu können, dass keiner fror. Und bekam dieserhalben einen Brief an die Eltern mit. Wir haben in vorbildlicher Weise Energie gespart. Ohne unseren Beitrag wäre der Planet längst am CO2 erstickt und alle Kohle längst verbrannt. So lernen die Kindelein in Dusseldorf, dass warme Zimmer keine Selbstverständlichkeit sind. Gut so!

  2. Das Problem solcher Aktionen heutzutage ist, dass sie plakativ ohne vernünftige Erklärung, sondern nur mit Parolen deklariert, mit Krawall als einzig gültige Wahrheit durchgepeitscht werden.
    Zuhause bei Schülern und Lehrern ist die Bude vom Keller bis unters Dach überheizt und keimfrei. Besonders unsere lieben Frauen haben es gern unnormal warm am Arsch und an den Füßen, anstatt sich diese Körperteile fortpflanzungsfördernd wärmen zu lassen.
    Es gab wissenschaftliche Untersuchungen in den 60igern (glaube ich), wo die Wohlfühltemperatur in Wohn- und Büroräumen in D mit 21 Grad ermittelt wurde.
    Neue Untersuchungen zum Thema legen diese Wohlfühltemperatur bei 24 Grad fest.
    Über die „Gründe“ mag sich jeder selbst ein Bild machen.

    1 mal in der Schulzeit ein „WarmePulliTag“ und zuhause kocht der Arsch ein Leben lang bei 24 Grad in der Hose.
    Aber was fürs Klima getan – am „WarmePulliTag“ teilgenommen. 🙂

    • Die Enpfehlung, Rotwein mit „Raumtemperatur“ zu servieren, bezieht sich auf die vorindustrielle Zeit. Damals lag die Wohlfühltemperatur bei 16 °C und man sieht auf alten Gemälden ganz gut, wie die Leute damals eingepackt waren. Wir unterschätzen allerdings auch die Heizwirkung von Kerzen. Wenn große Feste gefeiert wurden, brannten in den Kronleuchtern Hunderte von Kerzen und die Damen froren auch mit großzügigen Dekolletés trotzdem nicht. (Die Herren mußten eben schwitzen).
      N.B.: Auch deshalb vermisse ich die guten alten Glühbirnen.

      • War mal in Arabien. Die Räume sind allenfalls mäßig mit einem Holzofen geheizt, der in Raummitte steht und dessen Ofenrohr durch die Decke geht. Die Leutchen sitzen mit Anoraks und Kopftüchern auf den Sofas, die an den Wänden aufgestellt sind. Durch die Vielzahl an Leuten wärmt sich der Raum hallewege. Jeder hat 300 Watt. Da kommt schnell mal eine zusätzliche Heizleistung von 2 bis 3 kW zustande. Wärmedämmung ist dort nahezu unbekannt. Oft 20er Betonwände ohne alles.

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