Die Sonne liefert nicht just in time

Es gab immer schon Jahre ohne Sonne. Bekannt geworden ist zum Beispiel das Jahr 1816 mit einer katastrophalen Mißernte. Das Jahr 2013 verspricht eine gute Ernte, da der Mai kühl und naß war. Was aber die Stromernte auf den Schlägen der Photovoltaikkulturen betrifft, da sind die Planrückstände nach fünf trüben Monaten kaum noch aufzuholen.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) führt seit vielen Jahren eine Ertragsstatistik, die er auch veröffentlicht. Diese Statistik liegt bis Mai 2013 schon vor.

 

kWh/kWpeak 2013

kWh/kWpeak Durchschnitt 2008-2012

Januar

12

24

Februar

25

42

März

75

82

April

98

115

Mai

103

131

Summe

313

394

Die Maßeinheit kWh/kWpeak ist für den Laien erklärungsbedürftig. Kilowatt peak beschreibt die Nennleistung der Solarmodule der Anlage bei Testbedingungen. Die Maßeinheit ist also ein Verhältniswert des tatsächlichen zum theoretischen Ertrag.

Im Vergleich mit den 5 Vorjahren liegen die 2013er Ertragswerte 21 % unter dem Durchschnitt der vorangegangenen Jahre. Und da waren auch schon ertragsschwache Jahre dabei.

Die Renditeerwartungen des stromerzeugenden Bionade-Bürgertums sind dieses Jahr gedämpft, selbst wenn die Sonne noch einige Sonderschichten fährt. Was auffällig ist: Die Zahl der Photovoltaikanlagen steigt stark, die Zahl derer, die ihre Erträge beim Verein meldet, sinkt ständig. Lag die Zahl der angeschlossenen Erzeuger 2010 noch bei über 6.000, so ist ihre Zahl bis April 2013 auf unter 4.000 gesunken. Ist das Ausdruck von verlorenen Illusionen oder gar von Frust? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, daß die Erträge 2013 besonders schlecht sind und nicht den Verheißungen der Anlagenerrichter entsprechen.

Die Sonne war außer in den Eiszeiten und außer im Sommer 1816 fast immer ein guter Energielieferant. Man darf nur keine hohen Ansprüche an die bedarfsabhängige Lieferung haben. Alle liefern heute just in time, nur die Sonne und der Wind nicht. Für eine arbeitsteilige Industriegesellschaft ist Photovoltaik alleine keine Lösung, weil diese Gesellschaft feste Zeiten hat und hinsichtlich des Energiebedarfs nicht flexibel ist. Die Erwartungen an Sonne und Wind sind ideologisch überfrachtet. Das beweist die Statistik des Solarenergie-Fördervereins.