Ein Sparkassenleiter als Landesvater

Wenn die Sparkassen nur Kreditgeschäfte machen würden, könnte sich das ja angehen. Auf den Flügeln des Kredits schwang sich schon manches Genie in die Höhe – dieses Zitat ist von Joseph Schumpeter, einem Ökonomen, der Deutschland 1928 frustriert in Richtung Amerika verließ. Doch leider betreiben Kreditinstitute etwa zur Hälfte das sogenannte Provisionsgeschäft. Als mein Vater sich mit 92 Jahren in Gottes Reich verabschiedet hatte, erbte ich sein Sparkassenportfolio, Darunter war neben anderen wilden Spekulationen eine Wette über inverse Zinsen, die in der Finanzkrise grad schief gelaufen war. Fast sein ganzes Anlageuniversum war tief unter Wasser, die Sparkasse hatte ihre Risiken an ahnungslose Rentner ausgelagert und verscheuert.

Als ich meinen Immobilienkredit abgezahlt hatte, war erstmals etwas Geld auf meinem Konto. Die VR Bank merkte das und schickte einen Vertriebler, der mir – damals in solchen Dingen völlig unerfahren – einen todsicheren Lebensversicherungsfond aufschwatzte, der nach zwei Jahren ein Totalverlust war. Als ich ein Konto bei einer deutschen Großbank eröffnete, wollte mir der Bankbeamte den Luxemburg-Immofond aufdrängeln. Ich war da schon so gewitzigt „nein“ zu sagen. Der Fond ist inzwischen auch gefloppt. Die AI sagt dazu: „Der spezifische „Luxemburg-Immofonds“ der Nord/LB, wie er früher existierte, wurde im Zuge der Umstrukturierung der Bank aufgegeben oder in andere Einheiten überführt.“

Wenn ich lese, daß Manuel Hagel Sparkassenleiter war, bevor er in die Politik ging, so ist das keine Werbung für ihn. Er wird nach der Wahl mit den Grünen ins Bett gehen, ob er oder Özdemir Ministerpräsident wird, ist egal. Özdemir war vor seinen Ministerjobs ab 1987 Erzieher in einem Jugendzentrum in Reutlingen und als freier Journalist für den Reutlinger General-Anzeiger und ein Lokalradio tätig. Journalist ist heute eher ein Schimpfwort.

Beide haben keine Karriere vorzuweisen, wo sie mal selbst ne schwarze Zahl schreiben mußten. Typisch! Lothar Späth war noch etwas in der Wirtschaft verankert, bis 1977 war er im Vorstand bzw. Aufsichtsrat der Baufirma C. Baresel AG in Stuttgart. Ich habe ihn kennengelernt, als er Jenoptik-Chef war. Sicher hatte er Verdienste beim Besorgen von Fördergeldern, er hat das Unternehmen in einem guten Zustand verlassen. In einem Streitfall beim Verkauf eines Lehrlingswohnheims an Investoren des Quality-Hotels in Winzerla hatte er 1991 allerdings den Kürzeren gegen mich gezogen. Um mich in Bausachen reinzulegen, da muß schon der Bäcker kommen und keine Brötchen.