An der Schwelle zum Dritten Weltkrieg
Das Sudelbuch von Helmut Roewer im März 2016
Zu oft, um noch daran zu glauben, haben wir die Floskel gehört, dass der Dritte Weltkrieg vor der Tür
steht. Zum Glück wurden wir jedes Mal verschont. Andere waren es nicht. Jetzt sieht es so aus, als
müssten wir die auf ewig angelegte Komfort-Zone verlassen.
Erster März 2026
Erneut ist das Eldorado der Lügen eröffnet. Habe zur Sicherheit in meinen älteren
Tagebuchaufzeichnungen nachgeblättert. Danach begann der von Israel losgetretene letzte Krieg
gegen den Iran am Freitag, dem 13. Juni 2025, und dauerte genau 12 Tage. An deren Ende stand
Israel durch massiven iranischen Raketenbeschuss am Rande einer katastrophalen Niederlage. Ich
brauchte vor einem Jahr tagelang, um aus den Lügenmeldungen ein einigermaßen zutreffendes Bild
rekonstruieren zu können.
Persien (2): Deswegen bin ich vorsichtig, wie die Lage am Tag 2 des neuerlichen Krieges aussehen
mag. Sicher erscheint mir nur, dass der Iran tatsächlich das Feuer auf israelische Ziele eröffnet hat.
Ob er daneben auch, wie die West-Medien behaupten, gestern bereits die Golfstaaten angriff,
erscheint mir eher eine Zweckmeldung zu sein, hinter der in Wirklichkeit Angriffe auf dortige US
Militärstützpunkte stecken mögen.
Persien (3): Ob es wirklich so ist, wie Israels Führer Netanyahu triumphierend feststellt, dass man das
iranische Oberhaupt Ali Khamenei getötet habe, mag sein wie es will, es zeigt, dass man vor keinem
Tabu zurückschreckt, einen Staatsführer gezielt zu töten. Die Annahme, dass die Perser diesen Mord
dankbar begrüßen werden, ist reine Hybris. Mich würde es nicht wundern, wenn man sich in Teheran
mehr als nur Gedanken macht, an Trump oder Netanyahu Rache zu üben.
Wie lächerlich wirken angesichts dieser Ereignisse, die Aufgeregtheiten in D., die rund um die Wahl in
BaWü abgesondert werden. Wen interessiert das eigentlich, ob dort nach einer grün-schwarzen
Koalition die nächste schwarz-grün werden wird, oder es doch grün-schwarz bleibt. Klar ist nur, es
sind immer noch nicht genügend viele Arbeitsplätze vernichtet worden, um die Leute zur Vernunft zu
bringen. Da ist noch Platz nach oben bzw. unten — je nach Standpunkt.
Zweiter März 2025
Die Siegesfanfaren werden erwartungsgemäß gedämpfter. Der Don kündigt heute Nacht an, dass er
noch fünf, sechs Wochen benötigt. Benötigt wozu? Derweil stürzen in Arabien US-Kampfflugzeuge
ab. Auch das gibt Rätsel auf, da ich mir nicht vorstellen kann, dass sie in der Luft mit Kamelen
zusammenstießen.
Siegesfanfaren (2): Während in Tel Aviv Gebäude einstürzen, kündigt Netanyahu an, weitere 1000
Ziele im Iran zu treffen. Hat er noch so viele Mittelstreckenraketen? Denn mit Flugzeugen traut er
sich offensichtlich nicht in den persischen Luftraum. Zeitgleich greift Israels Luftwaffe Ziele im
Libanon an. So mag Groß-Israel (nicht meine Wortschöpfung) in einschlägigen militärischen
Lagekarten bereits aussehen. Ich bezweifle, dass die davon betroffenen Araber das auch so sehen.
Siegesfanfaren (3): Corona-Gewinner aus meinem Bekannten- (nicht: Freundes-) Kreis haben ihre
zusammengerafften Impf-Vermögen nach Dubai geschafft. Zwei von denen sitzen dort jetzt fest. Ich
konnte mir trotz des Ernstes der Lage ein Grinsen nicht verkneifen.
Siegesfanfaren (4): Der Raketenangriff auf einen britischen Stützpunkt auf Zypern sieht weniger nach
einer persischen Attacke als nach einer britischen Aktion aus. Ich traue dem strauchelnden Regime in
London alles zu, wenn es darum geht, von der eigenen, weitgehend selbstgemachten Misere
abzulenken und die Bevölkerung zum Krieg aufzuhetzen.
Siegesfanfaren (5), mit Dämpfer: Bei Wolfgang Prabel (https://www.prabelsblog.de/2026/03/details
ueber-die-iranische-konfliktkulisse/) finde ich heute Morgen Basis-Daten zur religiösen Zugehörigkeit
in Persien. Trotz der Spaltung in Sunniten und Schiiten, für die ich zur Unterscheidung keine
Eselsbrücke besitze, bleibt die Erkenntnis, dass das Land fast zu hundert Prozent von
Mohammedanern bewohnt wird. Dass es bei diesen Leuten gut ankommt, wenn man deren
religiöses Oberhaupt mit Triumpf-Geschrei ermordet, halte ich nicht für ausgemacht.
Dritter März 2026
Dem Mutigen gehört die Welt: Das US State Department forderte gestern alle US-Amerikaner auf,
den Nahen Osten umgehend mit jeglichem erreichbaren Transportmittel zu verlassen (Americans in
Bahrain, Egypt, Iran, Iraq, Israel, the West Bank, the Gaza Strip, Jordan, Kuwait, Lebanon, Oman,
Qatar, Saudi Arabia, Syria, the United Arab Emirates (UAE), and Yemen should depart now through
any available commercial transportation). Ob sich hierdurch auch die zahlreichen Bewohner Israels
mit doppelter Staatsbürgerschaft angesprochen fühlen sollen, bleibt dem Geschmack des Betrachters
überlassen. Vor einem Jahr jedenfalls war es so.
Flucht (2): Man darf kaum annehmen, dass alle betroffenen Amerikaner dies dankbar zur Kenntnis
nehmen, selbst wenn sie aus der Propaganda wissen, dass der sog. Präventiv-Krieg dem Schutz
Amerikas dient.
Flucht (3): Die Tanker, die nach der Sperrung der Straße von Hormus nunmehr festsitzen, werden
sich kaum im Luftwege absetzen können. Nicht nur, weil die Flughäfen der Region gesperrt sind. Um
den Verursachern dieses Desaster auf die Spur zu kommen, genügt es vermutlich, in absehbarer Zeit
zu kontrollieren, wer genau auf welche Ölpreisentwicklung gewettet hat. Denn merke: Krieg ist ein
tolles Geschäft (für alle, die in einem sicheren Geld-Hafen residieren).
Flucht (4): Wir werden es erleben, wann am Golf das Trinkwasser knapp wird, und wie die
verwöhnten Wüstensöhne und ihre bislang willkommen geheißenen ausländischen Gäste das finden
werden. Es wird sich rumsprechen, dass Dubai ein point of risk ist.
Vierter März 2026
E.S., Tochter eines Danziger Schiffbauers, der zur Zeit ihrer Geburt am Aufbau des kaiserlichen
Kriegshafens an der Nordsee, in Wilhelmshaven also, beschäftigt war, wo sie zur Welt kam, hat heute
ihren 125 Geburtstag. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn sie nicht meine Großmutter
gewesen wäre.
Persönliches (2): Der frühe Blick aus dem Fenster fällt auf einen dicht verhangenen atlantischen
Himmel, welcher der Sonne das Bestrahlen der äquatorialen Eingeborenen verwehrt. Das juckt diese
ebensowenig wie der Umstand, dass ihr Kolonialherr Sanchez im fernen Madrid soeben das
Kriegsbeil gegen die Weltmacht USA ausgegraben hat: Keine spanischen Flughäfen für die US
Kriegsmaschinerie im taufrischen Iran-Krieg, so hatte er vorgestern verfügt. Der Don lässt nicht lange
auf sich warten und verhängt gegen Spanien einen Handelsboykott. Der wirkt nicht heute und nicht
morgen, aber vielleicht schon übermorgen, wenn hiesige fleißige Bauern mit sonnengegerbten
Gesichtern ihr Öl und ihre vorzüglichen Weine auf den Markt bringen wollen, oder die durch grünen
Wahn schwer geschädigte spanische Wirtschaft doch abseits aller Klima-Rezepte Öl und Gas aus
Übersee benötigt.
Persönliches (3): Kann mir mal wer erklären, warum Fritz der Kanzler gestern nach DC jettete. Was
gab’s da zu besprechen, oder wurde er zur Befehlsausgebe einbestellt? Mit leisem Unbehagen
erinnere ich mich an die Befehlsausgabe vor vier Jahren, als Scholz zu Biden reiste und erklärt bekam,
dass Nord Stream weg müsse, was bekanntlich kurz drauf passierte. Einfach so.
Fünfter März 2026
Im Nachklapp zu Fritzens Reise zum Kolonialherrn bleibt im Netz der Erkenntnis hängen, dass dieser
sich zur Ostfront äußerte. Es dürfe nicht sein, so begann er, was stets darauf hindeutet, dass es für
dieses Dürfen und Sollen keine unumstößlichen Maßstäbe gibt, also nochmal: es dürfe nicht sein,
dass der böse Wlad noch mehr kriegen darf, als er ohnehin schon besetzt hat im fernen Land am
Dnjepr. Heißt zu deutsch: Das, was er jetzt besetzt hat, das lassen wir ihm. Das ist ziemlich neu in der
deutschen Kriegsrhetorik. Bislang wollten wir die Grenzen von 2014 (inklusive Krim)
wiederherstellen. Schon vergessen?
Persienfront: Jetzt will der Don die Kurden gegen Teheran hochmachen, was man aus DC sogleich
bestreitet. Kann mir nicht vorstellen, dass der Sultan aus Ankara das unwidersprochen hinnimmt. Im
Persischen Golf geht derweil das Schiffeversenken munter weiter. Und schließlich: die aus Nahost
verbreiteten Bilder über Raketeneinschläge sehen nicht so aus, als wäre dort nichts passiert. Nur
was, das bleibt der Kriegszensur überlassen.
Heimatfront: Nicht ohne Vergnügen lese ich, dass der nächste Bundespräsident am kommenden 30.
Januar gewählt werden soll. Ob das Wachbataillon nach vollzogenem Akt in guter 30. Januar
Tradition zum Fackelzug durch das Brandenburger Tor antritt, wurde nicht mitgeteilt.
Nochmal Fritz in Washington: Falls die US-Plattform Bloomberg zutreffend berichtet, war der Kanzler
beim Don, um von diesem die Aufhebung des Boykotts von Rosneft (Deutschland) zugesagt zu
bekommen. In Klardeutsch: das Russenöl darf jetzt wieder Richtung Schwedt fließen. Wie es dahin
kommen soll, ist mir noch nicht ganz klar. Ich habe in Erinnerung, dass 2023 die französischen
Eigentümer den Ölhahn der Drushba-Pipeline (nördlicher Zweig) dichtgemacht haben. Bleibt die
weitere Frage: bettelte Merz um die Wiederzulassung, oder musste er von Trump hierzu gedrängt
werden, weil, wie die Bloomberg-Amerikaner fürchten, die deutsche Wirtschaft zu kollabieren droht?
Schwedt an der Oder an einem Januarmorgen. Ein Schlot qualmt noch (Aufnahme: HR).
Sechster März 2026
Wir erleben im Moment life den nächsten kolossalen strategischen Fehler der amerikanischen
Weltbeherrscher mit ihrer angeblich unschlagbaren Militärmaschinerie. Innerhalb weniger Tage wird
klar, dass der Angriff auf den Iran Nebeneffekte ausgelöst hat, an die, da wette ich, im Pentagon
(nebst angeschlossenen Eierköpfen) niemand gedacht hat. Es sollte offenbar ein Enthauptungs
Handstreich à la Venezuela werden, aber hier trat die Wirklichkeit in den Weg. Sie lautet: die Perser
wehren sich mit handfesten Mitteln und haben tatsächlich die Öl- und Gasproduktion der US
Satrappen am Golf angegriffen, einschließlich der Sperrung der Straße von Hormus. Im Wertewesten
sind daraufhin die Preise für Öl und Gas in die Höhe geschossen. Man kann es an den Tankstellen in D
unschwer ablesen. Der Diesel beispielsweise ist gegenüber dem Vorjahrespreis um 60 Cent nach
oben geschossen. Es wird nur einige Tage dauern, dann kommt diese gegenleistungslose
Verteuerung in der Gesamtwirtschaft an. Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.
Irankrieg (2): Ich betrachte mit Staunen, wie die deutschen Meinungsbildner das aggressive Handeln
der israelisch-amerikanischen Allianz loben. Sie tun das unter stillschweigenden bzw. lauthals
verkündeten Prämissen, die angeblich keine Diskussion gestatten: a) das auf dem alten Testament
beruhende Existenzrecht Israels, b) der erklärten Absicht der Mullah-Clique, den Staat Israel zu
vernichten. Selbst wenn ich beides einmal als zutreffend unterstelle, bleibt die Frage unbeantwortet,
ob die jetzigen Kriegshandlungen geeignet sind, den Prämissen a&b gerecht zu werden. Ich vermute,
man irrt sich, denn die rassischen und religiösen Differenzen, welche die Feindseligkeiten
dominieren, werden durch das Töten der iranischen Führung nicht beseitigt werden, wie sich auch in
allen anderen Ländern des Nahen Ostens zeigt. Sicher erscheint mir indessen, dass der jetzige Krieg
wesentlich zum Anti-Amerikanismus beitragen wird, vom Anti-Israelismus (bzw. Antisemitismus) ganz
zu schweigen.
Iran-Krieg (3): Sieht man einmal von den amerikanischen Waffenhändlern ab, schält sich derzeit aus
dem Pulverdampf ein Sieger heraus, an den in DC vermutlich niemand gedacht hat: Der böse Wlad im
Kreml, der über die Rohstoffe verfügt, die dank amerikanischem Weltmachtwahn derzeit rare Waren
sind. Jedoch…
Iran-Krieg (4): Im Schatten des ausufernden Krieges in Nahost gibt es heute Nacht einen
bemerkenswerten Zwischenfall im Mittelmeer zwischen Libyen und Malta, wo ein russischer
Flüssiggas-Tanker – vom Nordmeer kommend auf dem Weg zum Suez-Kanal – Feuer fängt und im
Meer versinkt. Die russische Regierung erklärt, es handele sich um einen an der libyschen Küste
gestarteten Angriff mit einer ukrainischen Seedrohne
Siebenter März 2026
Nach einer Woche Krieg in Nahost lässt sich sagen, dass die israelisch-amerikanische Absicht, eine Art
Blitzkrieg zu führen, gescheitert ist. Dieser sollte aus einem mit großem militärischen Aufwand
durchgeführten Enthauptungsschlag bestehen, von dem man annahm, er werde die iranischen
Abwehrmöglichkeiten zusammenbrechen lassen. Das ist, soweit ich mir ein Urteil erlauben kann,
nicht der Fall. Vor allem scheinen die Kriegsplaner angenommen zu haben, dass das persische Volk
nach Beseitigung einer verhassten Führung die angreifende Allianz als Befreier begrüßen werde. An
diesem Gedanken hat man sich vermutlich durch lautstarke Aussagen von Exil-Persern, wie der des
Schah-Sohns, berauscht.
Persien-Krieg (2): Meine vorstehend erörterte Vermutung erhält Nahrung durch das Verhalten des
US-Präsidenten. Während er vor drei, vier Tagen noch davon spracht, es werde Zeit, die
Auseinandersetzung durch Verhandlungen zu beenden, ist er gestern Abend umgeschwenkt:
Nunmehr kämen Gespräche erst nach einer bedingungslosen Kapitulation in Frage. Das ist eine
besonders törichte, kriegsverlängernde Aussage, wie wir aus der eigenen Geschichte des Zweiten
Weltkriegs wissen, weil sie geeignet ist, die davon betroffene feindliche Bevölkerung zum Kampf
zusammenzuschweißen..
Persien-Krieg (3): Westliche Beobachter versuchen, eine Empörungs-Allianz mit den angegriffenen
Golf-Staaten zustande zu bringen. Die hierfür als Argument ins Feld geführten Schäden durch
persisches Beschuss lassen sich derzeit nicht annähernd beurteilen. Ich vermute, dass vor allem die
durch den Beschuss ausgelöste export-wirtschaftliche Isolierung des Golfs in Kürze ernsthafte
Schäden am gewohnten Wohlleben in den vom Export-Stopp betroffenen Staaten herbeiführen wird.
Noch ist unklar, auf welche Seite sie sich in naher Zukunft schlagen werden. Sich hierbei auf die
Unterschiede von Schiiten und Sunniten zu berufen, finde ich kühn, denn die beiden in diesem Krieg
auftretenden Aggressoren sind nichts von beiden, sondern in den Worten der betroffenen Region:
Ungläubige.
Persien-Krieg (4): Militärisch von Gewicht ist allein Saudi-Arabien. Über die Kampf-Moral von dessen
Armee ist nichts Verlässliches bekannt. Deren Führung wird vor allem Eigeninteressen vertreten. Wie
diese aussehen, wenn der amerikanische Raketen-Schutzschild schwer beschädigt sein sollte, ist
völlig offen.
Persien-Krieg (5): Leser A. weist mich darauf hin, dass in den russischen Nachrichtensendungen über
diese Ereignisse von der Epstein-Koalition gesprochen werde. Man sieht, an der Freude des Russen,
zynische Witze zu machen und zu verstehen, hat sich nichts geändert.
Etwas näher dran: Der kleine Mann aus Kiew hat dem ungarischen MP Orbán unverhohlen
angedroht, ihn durch ein Kommando ermorden zu lassen, wenn der jetzt nicht hinsichtlich seiner
Nichtfreigabe von EU-Krediten an die Ukraine umschwenkt. Orbán revanchiert sich und lässt einen
Gold-Bargeld-Transport (mit Werten von ca. 100 Mio €), der sein Land durchqueren will, kurzerhand
hochgehen. Der wilde Osten ist zurück. Vielleicht war er auch nie weg. Wer will das wissen?
Achter März 2026
Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist es, dass die Väter
des Grundgesetzes eine Staats- und Gesellschaftsform im besiegten Deutschland (West-Variante) zu
schaffen trachteten, die eine Kopie der anglo-amerikanischen Siegermächte und zugleich moralisch
einwandfrei werden sollte. Also musste eine Demokratie her, die eine gewisse Ähnlichkeit zu den
neuen Vorbildern hatte, und sie musste, darauf legten die Herren in ihren gut geheizten
Gouverneursvillen den allergrößten Wert, unabschaffbar sein. Nun wussten die klügeren unter den
Vätern des Grundgesetzes, wie der SPD-Mann Carlo Schmid, um den unauflösbaren Widerspruch
zwischen Demokratie und der Anordnung ihrer Unabschaffbarkeit, und um das zu kaschieren,
nannten sie das Konstrukt wehrhafte Demokratie. Darunter leiden wir noch heute, denn diese
wehrhafte Demokratie als Institution hat sich verselbständigt. Sie schützt den Bürger vor seinem
eigenen politischen Willen. Das ist so kurios, dass man es zunächst gar nicht glauben mag.
Demokratie (2): Nun mag sich der Leser wundern, wie ich plötzlich auf sowas komme. Der Anstoß
kam von außen, als ich nämlich heute Früh las, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wolle
künftig auf den „Phänomenbereich Delegitimierung des Staates und seiner Organe“ verzichten.
Hinter dem schrecklichen Beamten-Kauderwelsch verbirgt sich das Vorgehen gegen Bürger, die seit
gut fünf Jahren mit der einen oder anderen politischen Grundentscheidung der die Macht
innehabenden Organe nicht einverstanden sind und dies auch zum Ausdruck bringen, zum Beispiel
bei der Einwanderung Illegaler, der Zerstörung der Energie-Infrastruktur, der Corona-Narretei, des
Klima-Wahns und der Kriegslust gegen Russland und andere. Das sagt eigentlich schon alles: Mit der
Einhaltung der Grundgesetz-Normen hat das alles nichts zu tun.
Demokratie (3): Nun mag einer denken, dass nunmehr — nach der Abschaffung des sog. Phänomen
Bereichs — die Bürger, die schlicht anderer Meinung sind, in Ruhe gelassen werden, doch der
unterliegt einem Irrtum. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Die einschlägig tätigen Beamten
werden lediglich die Etiketten auf ihren Schubladen austauschen. Das ist bei den heutigen
elektronischen Verhältnissen schnell getan.
Neunter März 2026
Im Iran-Krieg hat Israel die Ölraffinerien bei Teheran angegriffen und dadurch angezündet. Einige
wenige Kurzvideos zeugen von einer beispiellosen Umweltkatastrophe. Im Gegenzug trifft es
unbekannte Ziele in Tel Aviv und in Arabien sowie den Flugzeugträger Abraham Lincoln, der weit vom
persischen Kriegsschauplatz zurückgezogen wird, um weiteren Dohnentreffern zu entgehen.
Persien (2): Es wurde ein neuer Ayatollah ernannt. Es ist der Sohn des Ermordeten. Der Vorgang zeigt
zweierlei: a) Die Führung in Teheran wurde entgegen der Ansage aus Tel Aviv nicht ausgeschaltet. b)
Sie ist – entgegen den Behauptungen des Don, es werde keinen persischen Führer ohne seine
Zustimmung geben – nicht gewillt, sich von Ungläubigen reinreden zu lassen.
Ohne Belang ist der Wahlausgang in BaWü. Mit der Industrie-Vernichtungspolitik kann ungehindert
weitergemacht werden. Der Wähler will das so.
Zehnter März 2026
Es ist der Krieg des Thomas Morus, so wie der ihn in der Utopia beschrieben hat. Der moralisch
überlegene Staat ist befugt, Kriege zur Arrondierung seiner Interessen zu führen. Morus empfiehlt,
den gegnerischen Staatsführer töten zu lassen.
Krieg (2): Die Phase 1 des Morus-Krieges haben wir erlebt, jetzt kommt das Vorgehen gegen die aus
Sicht des moralisch überlegenen Angreifers minderwertige Bevölkerung. Der Anfang ist durch die
Zerstörung von persische Trinkwasser-Anlagen gemacht. Wohlgemerkt durch US-Truppen. Der
persische Außenminister hat auf dieses bislang einzigartige Kriegsverbrechen hingewiesen und
angemerkt, dass man einen Rubikon überschritten habe. Persische Angriffe auf Meerwasser
Entsalzungsanlagen am Golf folgten auf den Fuß.
Die Medien versuchen den Leuten seit gestern einzureden, dass das knappe Wahlergebnis in BaWü
„spannend“ sei. Nein, ist es nicht, sondern es ist völlig gleichgültig, ob grün oder schwarz den
dortigen MP stellt, denn das ist genau so spannend, als wenn man beim Frühstück erst die obere und
dann die untere Hälfte des Brötchens isst – oder anders rum.
Elfter März 2026
Mit etwas Verspätung finde ich die Angaben von US CentCom über die Zerstörung von US
Radarstationen in Nahost. Falls es stimmt, was darüber zu lesen ist, sind Schäden entstanden, die
mittelfristig nicht ersetzt werden können, und die von den USA aufgerüstete Raketenabwehr der
gesamten Region nahezu blind macht.
Eine weitere unbestätigte Meldung geht davon aus, dass persische Raketen und Drohnen wichtige
Daten-Zentren in Nahost zerstört haben, zum Beispiel das von Amazon.
Zwölfter März 2026
Jetzt verhängen wir (wer immer das sei) Sanktionen gegen den Iran. Nur nebenbei gefragt: Was
genau werfen wir dem Iran vor? Dass er von der israelischen-amerikanischen Allianz militärisch
angegriffen wurde? Und was genau erwarten wir von den Sanktionen? Nun, höhere Spritpreise,
damit die Leute endlich aufhören, mit ihren Autos herumzukutschen.
Spritpreise (2): Finde in der Zellerzeitung von heute Nacht das Wesentliche leicht verständlich
dargestellt:
Dreizehnter März 2026
Dass alles mit jeden zusammenhänge, ist eine Behauptung, aus der sich dann Beliebiges ableiten
lässt. Ich habe soeben eine solche Gedankenkette gelesen, die – in meinen Worten – so arrangiert
war: Trump versucht 1983 in South Carolina eine 13jährige aus dem Sortiment von Epstein sexuell zu
missbrauchen. Diese wehrt sich, indem sie ihm in den Penis beißt. Ob und wann der Vorgang den
Ermittlungsbehörden zu Kenntnis kommt, ist unklar. Jedenfalls untersucht das FBI dann 2019 den Fall
durch Vernehmung des möglichen Opfers. Es entstehen 53 Blatt Polizeiunterlagen, die aber den
Anfang dieses Jahres veröffentlichten Epstein-Files nicht beigefügt sind.
Schein und Wirklichkeit (2): Ob der zugrunde liegende Tatvorwurf stimmt, ist völlig offen. Das
vermutete Opfer verweigert heutzutage jede Aussage. Ebenso die Anwältin. Wir sind also wieder in
jener Grauzone angelangt, die wir aus dem Jahr 2016 kennen, als diverse Damen unterschiedlicher
Oberweite behaupteten, von Trump vergewaltigt worden zu sein. Die Sachen gingen aus wie das
Hornberger Schießen, da Trumps Anwälte gut dotierte Schweigevereinbarungen schlossen. Ob auch
in diesem Fall ist unbekannt.
Schein und Wirklichkeit (3): Der jetzige Fall erhält seine Brisanz durch den Umstand, dass eine
bedeutende parlamentarische Minderheit versucht, Trump mit allen sich bietenden Mitteln um sein
Amt zu bringen. Das ist nicht unbedingt neu. Neu ist hingegen, dass das aufgefallene Fehlen der FBI
Akten nunmehr mit dem Iran-Krieg in Zusammenhang gebracht wird.
Schein und Wirklichkeit (4): Selbst Leute, die nicht Trump-feindlich eingestellt sind, fragen sich, ob
der Präsident in den israelisch-amerikanischen Krieg hineingezwungen worden sein könnte. Je
weniger dieser Krieg – entgegen allem Anfangsgerede – in einen schnellen Erfolg eingemündet ist,
desto lauter werden diese Fragen gestellt, obwohl Erfolg und Fremdsteuerung eigentlich nichts
miteinander zu tun haben. Auch in Amerika wird mit dem Finger auf einen erpresserischen
Netanyahu gedeutet, wobei leichter Hand hinzugefügt wird, Epstein sei halt ein Einflussagent zur
Beschaffung von Kompromaten bei einflussreichen Zielpersonen gewesen. Klingt einfach, eigentlich
zu einfach. Trump 1983 als Zielperson? Da war der Mann ein Bauunternehmer und angehender semi
bekannter Fernsehstar. Das mit der Politik kam 33 Jahre später.
Vierzehnter März 2026
Bei der Betrachtung von Fotos und Videoschnipseln, die den persischen Außenminister Araghchi
(Arachtschi) zeigen, gehen mir einige Gedanken durch den Kopf, die ich zur Debatte stellen möchte.
Er wirkt auf mich wie ein erfolgreicher und gebildeter persischer Geschäftsmann, dem man nicht
ansieht, dass er einem mittelalterlichen religiösen Gewaltregime an prominenter Stelle dient. Seine
Gesichtszüge sind sympathisch, sein Auftreten zivilisiert, seine Kleidung maßgeschneidert. Er wirkt,
ohne sich das anmerken zu lassen, wenn er gemeinsam mit Presse- oder Administrations-Vertretern
der USA zu sehen ist, diesen haushoch überlegen.
Zwiegesichtigkeit (2): Ich hoffe, mich hierbei nicht zu verheben, wenn ich anmerke, dass wir hier
einen Prototyp aus der persischen Führungsschicht vor uns haben: Jemanden, der die westliche
Denke beherrscht, ohne sie jedoch zu teilen. Wir finden exakt diese Gesichter auch bei anderen
Figuren in Politik, Militär und Naturwissenschaften. In diesem Phänomen müssen wir wohl den
Ursprung für die erstaunliche Bewaffnung des Iran unter den seit Jahrzehnten schwierigsten
wirtschaftlichen Bedingungen suchen. Die jetzt zu Tage tretende Kampfkraft hingegen – von Trump &
Co sträflich unterschätzt – entspringt, wie ich annehme, diesen ganz anderen Typen, die bärtig und
finster an der Spitze der Revolutionsgarden stehen. Die einen von den anderen zu trennen, ist durch
den Angriff vom 28. Februar gründlich misslungen.
Zwiegesichtigkeit (3): Es ist für die im westlichen Denken verwobenen Zeitgenossen – also Sie, den
Leser, und mich, den Schreiber dieser Zeilen – schwierig bis unmöglich, sich in das Denken und vor
allem das Handeln dieser oben genannten orientalen Typen hineinzufinden. Sie sind nicht wie wir
und wollen es auch gar nicht sein, selbst wenn sie unsere Sprachen perfekt beherrschen. Auf der
Gegenseite, also bei uns, wird die angemessene Reaktion nicht nur durch das real existente amtliche
Personal, sondern vor allem auch durch die Mär von den Menschenrechten behindert, deren
wichtigstes religiöses Element deren weltweite vom Menschen unabhängige Geltung („universale
unveräußerliche Menschenrechte“) ist. So kann es leicht passieren, dass wir mit Machthabern
konfrontiert werden, die uns überlegen sind, weil sie unser Menschenrechts-Gerede als Macke
auffassen und dementsprechend handeln.
Fünfzehnter März 2026
Man hätte es ahnen sollen: Die iranischen Kampf-Drohnen, die dem Wertewesten in seinem jetzigen
berechtigten Krieg gegen das Mullah-Regime so heftig zu schaffen machen, und die man seit Jahren
nun schon unter dem Namen Geran2 im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des Wladimir P. in der
Ukraine bei der Arbeit hat sehen können, stammen in Wirklichkeit aus Deutschland. Sie wurden in
den 1980er Jahren bei der Firma Dornier in Friedrichshafen am Bodensee entwickelt und sind dann
schließlich in den USA, dem Iran und Russland als Muster für die moderne Kriegführung kopiert
worden.
Dornier (2): Die Firma, die eine lange Tradition für fliegende Kriegswaffen besaß, machte dann mit
dem Ende des Kalten Krieges wg. plötzlich eingetretener weltweiter Friedfertigkeit Pleite. Die Reste
wurden vom deutsch-französischen Luftfahrtkonzern Airbus geschluckt, der mit bedeutenden Teilen
ebenfalls in Friedrichshafen residiert. Von Dornier ist daselbst nur ein kleines gleichnamiges Museum
übrig geblieben.
Dornier (3): Mir scheint, als habe die deutsche Schuldkult-Fronde von diesem empörenden Umstand
der deutschen Vaterschaft noch nicht in gehöriger Form Kenntnis genommen. Ich könnte mir, sobald
sich das ändert, vorstellen, dass Fritz der Kanzler seinen Außenzwerg nach Jerusalem entsendet, um
dort Abbitte und Wiedergutmachung zu leisten. Sind es doch diese Drohnen, die dem dortigen Staat
derzeit so enorme Schwierigkeiten bereiten.
Sechzehnter März 2026
Lob der Hässlichkeit: Für das, wie er aussah, konnte er nichts, aber für seine Worte schon: Habermao,
Habermas, Habermat, Habermamus, Habermatis, Habermant… so finde ich ihn in einem Leserbrief
der Zellerzeitung lateinisch durchdekliniert. Da hat doch tatsächlich einer einen Zipfel klassischer
Bildung dreist raushängen lassen.
Hässlich (2): Ich hörte von ihm erstmals während des Studiums. Es schwärmte eine Kommilitonin,
wusste aber auch nicht so recht, warum. Genaueres erfuhr ich auch später nicht, denn das, was er
schrieb, leuchtete mir nicht ein. Ich fand es unlesbar, aufgeblasen und in selbstgemachten Floskeln
stelzend. Später erklärte mir ein weiblicher Fan, der Meister spreche erst durch seine Interpreten zu
uns. Aha, das kannte ich bereits von dem zwergenhaften Denker aus Königsberg (womit ich diesen
keineswegs auf die Stufe des Frankfurters runterschubsen will). – Jetzt ist er also tot und zum Beleg
dessen, was ich mir gemerkt hatte, sah ich am Wochenende in die FAZ. Und siehe, ich lag richtig, es
war ein Hochamt der Interpreten. Die Lektüre sparte ich mir.
Hässlich (3): Schon mehrfach habe ich mich gefragt, was eigentlich diesen Benjamin N. als Führer
auszeichnet. Charisma ist es jedenfalls nicht, Charme auch nicht, Klugheit wohl kaum. Damit wären
wir dann bei Eigenschaften angekommen, die man eher als weniger günstig ansieht. – Nachdem er,
wie er sich selbst rühmt, den jetzigen Krieg ausgelöst hat, war er auffällig von der Bildfläche
verschwunden. Gestern Abend tauchte er via X-Schnipsel auf und dementierte seinen Tod. Für einen
Kaffee würde er sterben, gab sich das X-Bild witzig. Er wird wohl einen Vorkoster haben.
Hässlich (4): Mag sein, dass ich mich aus Ärger über den Nahost-Krieg irre, aber es kommt mir so vor,
als habe der Don seine gewohnte äußerliche Überlegenheit eingebüßt. Seine Gesichtszüge hatte er
zwar noch nie so richtig unter Kontrolle, doch jetzt den gewohnten Siegertypen zu geben, will ihm
nicht gelingen. Er wirkt gehetzt und wirr. Die Auguren wissen es: Er ist bald weg vom Fenster. Das
glaube ich zwar nicht, aber der Umstand, dass er nicht mehr allein am Ruder des Raumschiffs Erde
steht, macht ihm sichtlich zu schaffen. Er weiß bei aller irrationalen Sprunghaftigkeit, dass Wahlen in
den USA innenpolitisch, in der Wirtschaft, entschieden werden. Dort stehen die Preise an den
Zapfsäulen im Wege. Die kann auch der Dümmste lesen.
Hässlich (5): Johann, der deutsche Außenzwerg, will sich nicht an den Patrouillen des Don durch die
Straße von Hormus beteiligen. Nun gut, andere, die alle Tassen im Schrank haben, wollen das auch
nicht, weil sie sich um ihre Kriegsschiffe Sorgen machen, die dann im scharfen Schuss gegen persisch
russisch-chinesische Drohnen antreten müssten. Da lassen sie dem allmächtigen Kriegsherrn lieber
den Vortritt. Doch die Deutschen haben eine andere Ausrede: Die Grünen Winde wehen, wenn sie
denn überhaupt wehen, nicht durch die Straße von Hormus.
Siebzehnter März 202
Es ist müßig, über die Kommunalwahlen in Hessen und Bayern ein Wort zu verlieren. Die Kräfte der
Selbstzerstörung genießen in den administrativen Hochburgen eine hohe Zustimmung – ebenso wie
vor Kurzem erst im ehemaligen Industrieland BaWü.
Netzfund:
Schreibt ein Leser gestern bei ApolloNews zum gerade stattgehabten Gedenktag gegen Islam
Feindlichkeit in Berlin: „Man sollte solche Tage gut nützen. An diesem Tag sollten überall öffentliche
Lesungen aus dem Koran stattfinden, über religiös motivierte Pädophilie (Sure 65:4), Polygamie (Sure
4:3), Gewalt gegen Frauen (Suren 2:223, 2:229, 4:11, 4:34, 24:4, etc., etc.), über Antisemitismus
(Suren 2:65, 2:75, 2:87, 2:94, 2:120, 2:135, 4:46, 4:50, 4:155, 4:160, 4:161, 5:41, 5:51, 5:82, 9:30,
62:6, 7:166) sowie über das Verbrennen (Sure 4:56), Auspeitschen, Amputieren und Kreuzigen (Suren
24:2 und 5:33), Enthaupten (Suren 8:12 und 47:4) und überhaupt über das Töten von Ungläubigen
(Sure 9:5).Damit auch jeder weiß, warum es Islamfeindlichkeit überhaupt gibt.“
Quer (2): Bernd Zeller lässt uns in der nach ihm benannten Zeitung wissen: „Mysteriöses Phänomen:
Immer mehr Ticketkontrollen enden im Krankenhaus.“
Erst ein Blick auf die Regionalkarte offenbart das Augenfällige zur Frage, warum die Chinesen auf
Trumps Sirenen-Gesänge, sich am Aufbrechen der Blockade der Straße von Hormus zu beteiligen,
schweigend und mit einem hintergründigen Lächeln reagieren. Sie haben seit dem Beginn der 2020er
Jahre für diesen Fall eine Umgehungslösung geplant und in die Tat umgesetzt: den Hafen von Jask, an
der Südküste des Golfs von Oman gelegen. Dessen nagelneuer Terminal ist mit einer 1000 km langen
Pipeline ins Landesinnere zu den Ölförderstätten verbunden.
Der Blick auf die Landkarte (2) macht zudem überdeutlich, wie dicht die Ölstaaten am Golf zum Iran
liegen und damit im Bereich seiner Waffenwirkung, und wie sehr diese Staaten, die ihre Existenz
allein dem Ölbohren verdanken, von den Schutzversprechungen der Amerikaner abhängig waren und
sind, die derzeit nicht eingehalten werden.
Das Lügen geht weiter (am Nachmittag): Auf einer Festveranstaltung im Kennedy-Center behauptet
der Don, es habe über Nacht das umfangreichste und effektivste Bombardement des Iran
stattgefunden. Er spricht von der persischen Insel Charg (Kharg), auf der sich der größte Ölterminal
des Landes befindet. Der Angriff habe sich allein gegen militärische Ziele dort gerichtet. Ein Blick auf
die Insel von oben legt nahe, dass das angesichts der minimalen Größe des Zielgebiets kaum sein
kann. Was also wurde getroffen und falls überhaupt zu welchem Zweck?
Lügen (2): Auf dem Flugzeugträger Gerald Ford brach ein Feuer aus, das 30 Stunden lang nicht unter
Kontrolle gebracht werden konnte. Ein defekter Wäschetrockner sei die Ursache gewesen. Warum
nicht gar ein Joystick für Soldatinnen? Zu gut ist in Erinnerung, dass diese monströse Kriegsmaschine
(der Flugzeugträger) vor Tagen erst aus dem Wirkungs-Bereich persischer Waffen reterierte. Also
doch ein Treffer? Das mögen die Götter wissen und das Pentagon.
Achtzehnter März 2026
Es knirscht im Regierungsgebälk in DC. Der Direktor der zentralen US-Behörde für Terrorismusabwehr
Joe Kent hat gestern seine Entlassung verlangt. Der Krieg gegen den Iran, so der Spitzenfunktionär,
erfolge nicht, weil dieser die USA bedroht habe, sondern weil Israel und dessen stützende Kräfte in
den USA den US-Präsidenten zum militärischen Angriff genötigt hätten. Das ist nun eine öffentliche
Stimme aus dem Chorus der amerikanischen Dienste, über die man kaum hinwegsehen kann.
Mainstream diesseits und jenseits des Atlantiks versucht, ihn als antisemitischen Verschwörungs
Deppen abzuqualifizieren.
Es knirscht (2): Als nächste muss sich heute Nacht die Direktorin für die Dienste (DNI) vor den
Parlamentsausschüssen rechtfertigen. Das ist die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Dems (!),
Tulsi Gabbard, die vor ihrer Nominierung durch Trump laut und unüberhörbar gesagt hatte, der Iran
und dessen geistliches Oberhaupt stellten für die USA kein ernstzunehmendes militärisches Risiko
dar. Nur zu deutlich ist (auch mir) ihr taffes Auftreten bei der Bestätigung durch den Senat vor gut
einem Jahr in Erinnerung geblieben.
Es knirscht (3): Jetzt beginnt in DC das Schwarze-Peter-Spiel. Die wie immer unzuverlässigen
amerikanischen Auguren deuten mit dem Finger auf den Trump’schen Sondergesandten Steve
Witkoff, der vor drei Wochen dem Präsidenten bei seiner Rückkehr aus Nahost den Floh mit der
fertigen iranischen Atombombe ins Ohr gesetzt habe. Soll man das wirklich glauben?
Neunzehnter März 2026
Dass es ein Fehler war, von Berlin aus dem Land der Klima-Idioten zu entfliehen, war mir klar, als ich
den Nahost-Zustand des Flughafens notgedrungen durchwandernd zur Kenntnis nahm. Aber dass
meine Fehlplanung mir die Rückkehr abschneiden würde, weil gestern der Flugbetrieb dank des
starken Arms der Gewerkschaft verhindert wurde, konnte ich beim besten Willen nicht ahnen. Dieser
Scherz kosteten mich mehrere hundert Euronen, und ich freue mich bereits jetzt darauf, wenn die
allfälligen Klugsch… mich darüber belehren werden, wie ich dergleichen hätte vermeiden können.
BER Terminal 2, Foto: HR, Nov. 2025
Proletarisches (2): So habe ich mehr Zeit als gewöhnlich, per Notebook Leserbriefe zu studieren. Sie
sind Ausdruck einer Schicht von Leuten, die nach eigener Überzeugung genau weiß, wie der Hase
läuft. Bei Tichy dominieren die Das-müssen-erst-wir-mal-abwarten–Leser, während es bei
ApolloNews die Faust-auf-den-Tisch-Schläger sind.
Die Realität verschwimmt vor unsern Augen, wenn seit Kriegsbeginn der Kriegsherr Netanyahu weg
ist vom Fenster. Wenigstens optisch. Jetzt ist er wieder da, und dieselben Leute, die sein Fehlen
bemerkten, behaupten nun, dass das, was wir zu sehen kriegen, die pure Fiktion ist. Wie wäre es mit
einer neuen Serie bei Netflix (nach einer wahren Geschichte) mit dem Titel Ein Feldherr
verschwindet. Ich weiß schon, das erinnert ein wenig an Alfred Hitchcock Eine Dame verschwindet,
aber niemand wird behaupten wollen, dass der Benjamin aus Tel Aviv eine Dame sei. Ein Herr
übrigens auch nicht.
Zwanzigster März 2026
Wir sind mitten drin in der Medienschlacht über den Irankrieg. Wieder ist es so, dass jedermann
glaubt, Partei ergreifen zu müssen. Kaum einer stellt die für mich naheliegende Frage: Was ist
eigentlich im deutschen Interesse? Die Erklärung für diese Abstinenz ist ziemlich simpel. In einem
Land, in dem man sich angewöhnt hat, das nationale Eigeninteresse als Nazikram anzuschwärzen,
hält jedermann, der sich einschlägige Gedanken macht, beklommen das Maul.
Im deutschen Interesse (2): Das vorschnelle Parteiergreifen, zumal wenn es moraltriefend
daherkommt, ist nicht im nationalen Interesse. Wer die Angreifer devot lobt, handelt bestenfalls in
deren Interesse. Wer die Angreifer verdammt, handelt in niemandes Interesse, nicht einmal in dem
des schauerlichen Regimes in Teheran.
Im deutschen Interesse (3): Das Einsortieren des Krieges in ein Pro oder Con verkürzt die Sicht auf die
wahren Probleme des Landes. Sie sind durch Kräfte herbeigeführt worden, denen es daran gelegen
ist, ihre Verursacher-Stellung zu vertuschen. Diese Kräfte befinden sich innerhalb und außerhalb des
Landes. Sie spiegeln sich in den Konfliktparteien des jetzigen Krieges wider. Auf der einen Seite eine
absolut egomanisch handelnde Geldelite, die ihren Hauptsitz in den USA hat, auf der anderen Seite
religiöse Eliten, die einer boshaften Unterdrückungsreligion zur Weltherrschaft verhelfen wollen.
Beide Seiten, die eindeutig nicht im Interesse Deutschlands liegen, werden hierzulande ignoriert, weil
die beiden feindlichen Parteien eine unermessliche Zahl von Kollaborateuren auf ihre Seite gebracht
haben. Den von ihnen verursachten Riss durch die deutsche Gesellschaft beobachte ich mit
steigender Neugierde.
Im deutschen Interesse (4): Wer die Frage aufwirft, warum eigentlich hierzulande bislang
Gewalttaten ausgeblieben sind, verkürzt die Wirklichkeit. Erstens gab es bereits hinreichend viele
Gewalttaten, wie die Anschläge auf die Energieversorgung in der Ostsee (Nord Stream) und Berlin
sowie die tägliche Messerroutine in ganz Deutschland, zum andern schätze ich es so ein, dass die
staatlichen Gewaltakteure derzeit Deutschland als Ruheraum nutzen. Das mag sich je nach
Lageentwicklung von einem Tag auf den andern ändern.
Kriegsgebiete: Der Krieg in der Ukraine ist in der öffentlichen Wahrnehmung so weit Routine
geworden, dass er keines Wortes mehr wert zu sein scheint. Nach meiner Vermutung findet hinter
diesem Vorhang des Desinteresses die Konsolidierung der russischen Macht statt.
Kriegsgebiete (2): In Nahost hingegen hat Israel durch den erfolgreichen Luftangriff auf die Gasfelder
in Südwesten Persiens zu einer möglicherweise entscheidenden Eskalation der Gewalt beigetragen.
Das zugrundeliegende Kalkül könnte aufgehen: Europa und China sollen die Folgen dieses Krieges
unmissverständlich zu spüren bekommen. Ob die Rechnung aufgehen wird, die bislang abseits
stehenden Länder Europas und Asiens zu eigenen Kriegsgenossen zu machen, halte ich nicht für
ausgemacht. Selbst die Staaten am Golf zögern.
Zweiundzwanzigster März 2026
Das hier sieht nicht nach einem großen Erfolg der Weltmacht und ihres getreuen Nahost-Vasallen
aus. Die Stadt Dimona beherbergt das Zentrum des israelischen Atomstaates, dessen Bombe wir
bislang nur vom Hörensagen kennen. Wenn dort die Perser ohne erkennbare Gegenwehr
hineinzuschießen vermögen, kann das für die Israeli und deren bislang nicht vorhersehbare
Reaktionen nur alternativ bedeuten: a) Atombombeneinsatz jetzt, solange das noch geht, oder b)
dies zu unterlassen, weil jeder einschlägige Versuch, ja schon jede einschlägige Drohung, zu nicht
kalkulierbaren Verheerungen am Abschussort führen kann. Ich bin im Zweifel, ob es an Ort und Stelle
genügend einflussreiche nüchterne Strategen gibt, dies zu verhindern. Auf ein amerikanische No
angesichts der derzeitigen intellektuellen Bocksprünge zwischen Florida und DC würde ich mich
lieber nicht verlassen wollen.
Auch nicht gerade freundlich: Die britische Zeitschrift The Economist machte mich am Wochenende
in Madrid mit diesem Titel auf sich aufmerksam. Die Verhohnepiepelung der israelischen
amerikanischen Operations-Namens Epic Fury in Blind Fury (Blinde Wut) spricht für sich, ein
vortreffliches Beispiel für den beißenden englischen Wortwitz.
The Economist (2): Die Autoren des Blattes weisen schonungslos darauf hin, was in diesem Krieg trotz
flächendeckender Propaganda bislang alles schief gelaufen ist, vor allem was für katastrophale
wirtschaftliche Folgen ins Haus stehen. Ja, da kennt die City of London keinen Spaß.
Vierundzwanzigster März 2026
Die Achterbahnfahrt geht weiter. Gestern verkündete der Don, dass sein Ultimatum an den Iran, in 2
Tages-Frist die Straße von Hormus zu öffnen, aufgeschoben sei, weil er mit einem hochrangigen
Iraner übers Kriegsende im Gespräch sei. Davon glaube ich kein Wort, betrachte aber mit Muße das
Gesicht des Präsidenten während seiner Ausführungen dort neben dem Großflugzeug. Der Mann
wirkt plötzlich steinalt und verbraucht. Nun, in seinem Fall gilt: Krieg ist offenbar doch kein
Jungbrunnen.
Die Macht der Bilder (2): Die israelische Propaganda entlässt derweil Kurzfilme über Drohnenangriffe
in stark belebten städtischen Verkehrsadern mit bombastischen Texten, dass auf diese Weise die
oppositionellen Kräfte des Iran gestärkt würden. Abgesehen von der Frage, ob die Bilder überhaupt
die behaupteten Ereignisse zeigen, lässt sich sagen, dass solche Angriffe das behauptete Ziel mit
hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen werden, da sie eher einen Solidarisierungseffekt auslösen
werden.
Missmutig und lediglich, um der selbstauferlegten Chronisten-Pflicht nachzukommen, bleibt ein
Kurzhinweis auf die Landtagswahlen in der Pfalz hier einzurücken. Indes: Ich lese nur nichtssagende
Schlagzeilen und finde die tatsächlichen Wahl-Ergebnisse nicht, aus denen ich mir dann ein Bild
machen könnte. Ich merke, dass ich zu faul bin, um danach zu suchen.
Fünfundzwanzigster März 2026
Der Tag fängt lustig an, als ich damit beginne, die in meiner Abwesenheit aufgelaufene Papier-Post
durchzusehen. In einem der Kataloge meines Berliner Lieblings-Verramschers finde ich das Bild
Mönch am Meer von Caspar David Friedrich. Der Mann war ein Schelm, ich habe Tränen gelacht. Der
Zustand verschlimmert sich, als ich Was-gibt’s-da-eigentlich-zu-lachen? gefragt werde.
Cui-bono? (wem nützt das?), fragt mich mit gutem Grund J., dem ich gestern den Aufsatz von Walter
Post über den Iran-Krieg übermittelt hatte. Er gibt auch gleich die Antwort: Einigen Reichen und
Superreichen. Soll ich mich dadurch trösten, dass unter der Masse der Leute, dem dieser Krieg
massive Verluste bringt, auch etliche Reiche und Superreiche sein werden? Ich zweifele, denn der
Unterschied liegt auf de Hand: Der Milliardär, der ein paar Millionen verzockt hat, bleibt hernach
immer noch Milliardär, der Normalverdiener hingegen, der Strom und Sprit nicht mehr bezahlen
kann, rutscht in die Armut.
Sehe ein Interview (wenigstens die ersten 14, 15 Minuten) mit dem jungen Mann Artur Abramovych
an, der dem Club Juden in der AfD vorsteht. Der gebürtige Ukrainer sagt, die Stimmung in Israel sei
gut und man sei eher erleichtert, dass es jetzt endlich zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung
komme, denn man befinde sich seit Jahrzehnten im Krieg.
Abramovych (2): Folgt man diesem Mann, so ist damit der Kriegsgrund geklärt, aber was ist das Ziel
des Krieges? Die Vernichtung des Iran mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern? Oder glaubt man
ernsthaft, dass, selbst wenn man eine Kapitulation erzwingen kann, der Friede in Nahost
einschließlich des Exsistenzrechts Israels gesichert sei.
Das Existenzrecht Israels beruht auf einer Schenkungserklärung 1917 des damaligen britischen
Außenminister Lord Balfour, ein Land betreffend (Palästina), was ihm nicht, sondern zum
Osmanischen Reich gehörte. Nach der Niederlage der Türkei wurde das betreffende Land britischer
Kolonialbesitz, das nach dem alten erfolgreichen Prinzip des Teile und Herrsche geführt wurde. Nach
dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Fortan wollte das Mündel
Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende
Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend ausreichend sein lassen will, der muss schon das
Alte Testament bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das Reich der Perser älter ist.
Sechsundzwanzigster März 2026
Stellvertreter im Stellvertreterkrieg: Während Trump öffentlich verkündet, dass der Iran dringend
einen Deal zum Ausstieg aus dem Krieg wünsche und hierfür einen 15-Punkte-Plan vorgelegt hat,
melden sich nicht näher bestimmbare persische Stimmen über die arabischen Kanäle zu Wort, dass
dies keineswegs der Fall sei. Derweil hat Trump eine hochrangige Delegation unter der Leitung des
Vizepräsidenten in Richtung Pakistan in Marsch gesetzt.
Stellvertreter (2): Das unerwartete Wiederauftauchen von Vize Vance in der ersten Reihe der
Aufmerksamkeit, lässt den Verdacht dahinwelken, er habe sich in den letzten drei Wochen
absichtlich rausgehalten. Selbst wenn, jetzt schiebt ihm der Don die Verantwortung für ein mögliches
Scheitern zu.
Stellvertreter (3): Währenddessen meldet das in Deutschland beheimatete US Central Command, das
die Kriegführung in Nahost lenkt, dass man jetzt das zehntausendste Ziel in Persien getroffen habe.
Das mag sein. Nur was kaum sein kann, ist die Behauptung, dass ganz oben auf der Agenda der
erfolgreiche Zerstörung die der iranischen Raketenabschussrampen stand, denn über Nacht schlugen
erneut eine nicht genannte Zahl von Raketen in Israel ein. Dass diese Ereignisse überhaupt den Weg
in die Schlagzeilen finden, deutet darauf hin, dass wir uns nunmehr eilig in die von mir bereits im
vorigen Jahr beobachtete Phase des israelischen Wehgeschreis bewegen.
Stellvertreter (4): Nachdem Orbán gestern angekündigt hat, ab sofort die Ukrainer Schritt für Schritt
von der bislang durch Ungarn sichergestellten Gasversorgung abzuklemmen, bis diese die Zerstörung
der russisch-ungarischen Pipeline Drushba (südlicher Zweig) rückgängig gemacht haben, greifen
ukrainische Drohnen über Nacht eine russische Raffinerie im Oblast Sankt Petersburg an, die dort
nach westliche Pressemeldungen bedeutende Verheerungen angerichtet haben. Falls das stimmt,
handelt es sich um einen weiteren gewaltsamen Schlag des US-Imperiums, nach dem Gasmarkt nun
auch den Ölmarkt unter Kontrolle der US-Konzerne zu bringen.
Stellvertreter (5): Falls meine soeben genannte Annahme stimmt, lässt sich über den Ausgang dieses
Versuchs wenig sagen. Sicher ist nur, dass in Europa und vor allem auch im sog. globalen Süden
schwere wirtschaftliche Schäden angerichtet werden. Erneut stellt sich die Frage: Wem nützt das?
Der US-Wirtschaft? Ich zweifele.
Siebenundzwanzigster März 2026
Seit Tag und Nacht ist es bitterkalt im Ländchen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Perser
völkerrechtswidrig die Straße von Hormus sperren. Und das, nachdem der Don ihnen für das jetzt
kommende Wochenende das Öffnen der Höllentore angekündigt hatte.
Hormus (2): Heute Nacht wurde die Hölle auf den 6. April verschoben, denn die Mullahs hätten, sagt
der Don, guten Willen gezeigt und 10 Großtanker durchgewunken. Frage mich allerdings, wie das mit
den Aussagen aus Teheran (oder wo auch immer) zusammenpasst, dass man Tanker von nicht
feindlichen Nationen durchlasse.
Hormus (3): Ich tippe mal auf China, zumal sich amerikanische Börsianer heute Früh beunruhigt
geben, dass ab sofort die einschlägigen persischen Öl-Ausfuhren in chinesischen Yen abgerechnet
werden, weil die völkerrechtswidrigen Perser keine Dollars mehr annehmen. Liege ich falsch mit
meiner Vermutung, dass diese Maßnahme den US-Boys mehr schadet als ein Drohnenangriff auf die
Scheichtümer am Golf?
Hormus (4): Apropos Ausstieg aus dem Dollar, das Thema hatten wir schon mehrfach. Den Diktator
Libyens Ghadafi kostete die Ankündigung vor Jahr und Tag den Kopf, als eine anglo-amerikanische
Allianz des Land zerbombte. Im Unterschied zu damals laufen in Persien die Dinge in umgekehrter
Reihenfolge ab: Erst Land zerbombt und Führer getötet, dann aus dem Dollar ausgestiegen.
Hormus (5): Weltweit versuchen die Öl-abhängigen Länder der Preisexplosion an den Zapfsäulen
durch Steuersenkungen gegenzusteuern. Nur Fritz der Kanzler beschreitet den deutschen
Sonderweg. Der heißt: Mehrwert-Steuer rauf. Das wird sicher helfen, das Land weiter zu ruinieren.
Hormus (6): Derweil findet in D eine Ablenkfütterung für die Mainstream-Idioten statt. Man plärrt
auf allen Kanälen, dass Frauen virtuell und, oh Gott, sexuell-virtuell missbraucht würden. Mit
größtem Widerwillen betrachte ich die dazu präsentierten Bilder. Augenblicke später: Wie komme
ich bloß auf solch diskriminierende Gedanken, dass es sich hier um Frauen handeln könnte, denen
das katholische Gurkenfechten keine Befriedigung mehr verschafft.
Dreißigster März 2026
Die Ereignisse im Nahostkrieg geben zu denken. Bei allen Lügen hin und her wird klar, dass die
persische Fähigkeit, den Angreifern substanzielle Verluste beizubringen nicht abgenommen hat. Ganz
im Gegenteil, die Attacke auf den US-Militärstützpunkt Prinz Sultan in Saudi Arabien, bei der
punktgenau US-Aufklärungsflugzeuge (einschließlich der nach dort beorderten AWACS) zerstört
wurden, lässt erkennen, dass die Perser nicht nur präzise, sondern auch aus deren Sicht gut überlegt
schießen, denn dieser Schlag ist ein weiteres Puzzle-Teil, die US-Streitkräfte blind zu machen.
Schlag (2): Es ist zu bezweifeln, dass diese Ausschaltung von Luftaufklärung durch die US-Satelliten
Beobachtung kompensiert werden kann. Dieser Angriff reiht sich in eine nun erkennbare persische
Verteidigungs-Strategie ein, die nach erfolgreicher Zerstörung der ortsfesten US-Radarstationen und
dem Abschießen von US-Tankflugzeugen den Offensivkräften der US Air Force die logistische und
operative Basis entzieht.
Schlag (3): Das hier besprochene iranische Vorgehen erfolgt nicht von selbst, sondern ist offenbar
sorgfältig geplant worden. Ob es auf die Dauer funktioniert, muss sich erst noch erweisen. Auf jeden
Fall bedeuten die jetzigen Ereignisse einen schweren Schlag gegen den Mythos der amerikanischen
Unbesiegbarkeit.
Schlag (4): Der Entzug des Mythos wirkt sichtlich in die arabische Region hinein. Die lautstarke
Ankündigung aus Saudi Arabien von letzter Woche, sich mit seiner beträchtlich großen Armee am
Krieg gegen den Iran zu beteiligen, wurde am Wochenende liquidiert. Es habe sich um ein
Missverständnis gehandelt. Soso.
Schlag (5): Trump kündigt gestern an, die Straße von Hormus nach ihm selbst umzubenennen. Wie
wäre es mit Don’s Drive oder so? Die erneut ausgestoßene Drohung, die Erdöl-Verlade-Insel Charg
(Kharg) amphibisch zu besetzen, veranlasst mich, einen Blick auf die Karte zu werfen. Die Inseln liegt,
vom Persischen Golf aus betrachtet, hinter der Straße von Hormus. Die Invasionsflotte muss da also
durch. Viel Vergnügen.
Schlag (6): Seit dem Wochenende beteiligen sich die Houtis nunmehr offiziell am Krieg an der Seite
des Iran.
Schlag (7): Der seit Beginn des Krieges parallel stattfindende Angriff der Israelis gegen den Libanon
scheint alles andere als ein Osterspaziergang zu werden. Laut Jerusalem Post warnt der
Generalstabschef – Eyal Zamir heißt der Mann –, dass ihm die Leute ausgehen. Dafür gibt es
eigentlich nur zwei unterschiedliche Gründe: a) unerwartete Verluste, b) überdehnte Fronten. Ich
tippe auf beides.
Schlag (8): (Angeblich) iranische Hacker sind in den E-Mail Account von FBI-Chef Kash Patel
eingedrungen und machen diesen öffentlich lächerlich.
©Helmut Roewer, April 2026
