Variantenbetrachtung für die Steueroptimierung
PB ist immer ein Ratgeber gewesen. So auch in der Steuererhöhungsdebatte. Ein Aspekt ist die Familienbesteuerung. Ich bin wirklich nicht dagegen, daß beide Ehepartner irgendwie entgeltlich arbeiten, am besten natürlich selbständig, weil man da mehr Freräume hat. Nur muß man sich die Arbeit so einteilen, daß der Staat nicht fast alle Früchte aus der Tätigkeit zieht.
So sieht das derzeitige Ehegattensplitting aus: Frau 10.000 €, Mann 0 €, Steuerklasse III, 2 Kinder, netto 6.670 €, Abgabenquote 33 %
Das ist die Planung von Klingbeil: Frau 10.000 €, Mann 0 €, Steuerklasse I, 2 Kinder, ein zusätzlicher Grundfreibetrag 1.029 €, netto 6.005 €. Abgabenquote 40 %
Wenn die Frau nur noch halbtags arbeitet: Frau 5.000 €, Mann 0 €, Steuerklasse I, 2 Kinder, zusätzlicher Grundfreibetrag 1.029 €, netto mit Kindergeld 4.061 €. Das dürfte keine Lösung sein, da die Arbeit sich halbiert und das verfügbare Einkommen um ein Drittel sinkt. Abgabenquote 19 %
Klingbeils feuchte Träume: Frau 10.000 €, Mann 10.000 €, Steuerklasse IV, 2 Kinder, netto 11.558 €. Das ist auch keine Option, da die Abgabenquote 44 % erreicht. Das ist voll ineffizient, weil man zwei Autos braucht, höhere Aufwändungen für Kinderbetreuung, Verpflegung usw, hat.
Beide arbeiten halbtags; Frau 5.000 €, Mann 5.000 €, beide Steuerklasse I, 2 Kinder, netto 2 x 3.150 = 6.300 €. Das ist weniger als beim Ehegattensplitting, da die kostenlose Krankenversicherung des Mannes entfällt. Die Differenz zur bisherigen Lösung kann mit einem Minijob von 500 € ausgeglichen werden (25 % Pauschalsteuer), Abgabenquote insgesamt wieder 33 %
Die Halbtagslösung für beide führt auf eine kommode Lebensweise und eine erträgliche Abgabenlast. Wenn man sich gut organisiert braucht man nur ein Fahrzeug, spart das Geld für Kinderbetreuung und Kantine. Kann Sinn haben.

Weniger arbeiten soll überhaupt die Devise sein – anders kann man „das Biest nicht aushungern“!
Ich warte auf die Rückstufung durch die Ratingagenturen, am besten „ZZ–„, dann rappelts in der Kiste.
Das Ergebnis ist doch aber konträr zu FFs Wunsch, das der Urnenpöbel mehr arbeiten soll, nicht?
Für Angestellte ist eine Steueroptimierung in D am Ende unmöglich. Da wird jeder, der ein bisschen mehr verdient, ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Zum Vergleich die Schweiz: Im Kanton Zürich wäre die Steuer bei einem Jahresverdienst von 120.000 CHF für die Musterfamilie ca. 9.000 CHF. Allerdings muss man die Krankenkasse zusätzlich zahlen und das wären noch einmal ca. 12.000 CHF im Jahr. Fazit: Für Angestellte mit einem besseren Lohn bleibt nur das Auswandern aus D zur echten Steueroptimierung.