Die Wärmedämmung im Sommer
Wir haben einen Sprinter zum Ferienmobil ausgebaut, mit Betten, Schränken und einer Kühlbox. Aber ohne Wärmedämmung. Das hat den Vorteil, daß sich das Mobil abends sehr schnell abkühlt und die Nachttemperatur annimmt. Die Konkurrenz mit den Wohnmobilen hat Dämmung und muß abends die Kühlung einschalten. Außerdem gibt es oft Wärmebrücken mit Kondenswasser- und Schimmelbildung.
Sicher, wenn man im Winter in die Ferien will, ist Dämmung unverzichtbar. Aber im Sommer?
Ähnliche Probleme hat man im Sommer im ausgebauten Dachgeschoß. Auch da bekommt man abends die Wärme nicht raus. Dazu kommt die Folie, die das Obergeschoß zum Dampfbad macht. Eigentlich soll man wärmegedämmte Bauten mit einer Klimaanlage betreiben, Aber das machen vor allem aus Kostengründen nicht alle. Der Betrieb einer Klimaanlage in wärmegedämmten Bauten ist absolut sinnvoll und oft sogar effizienter als in ungedämmten Gebäuden. Moderne Klimaanlagen entziehen der Luft Feuchtigkeit. Dies beugt Schimmelbildung in der dichten Gebäudehülle vor.
2003 hatte meine Freundin vor zu bauen. Ein hölzernes Schwedenhaus stach ihr ins Auge. Wir fuhren nach Weißenfels, um uns eins anzuschauen, Es sah gut aus, aber als wir ankamen, standen die Haustür und die meisten Fenster offen. Der Bauherr hatte die Klimatisierung verspart. Damit war diese Variante vom Tisch.
Sicher kann es im Sommer Hitzetote geben, Aber das ist immer die Folge falscher Wohnungswahl und verkehrter Bauweise. Obergeschosse sollten Vollgeschosse sein, die Südseite von Gebäuden sollte verschattet werden, wobei Bäume oder Vordächer zum Einsatz kommen können. Im Winter steht die Sonne tiefer, man sollte die Bedachungen so dimensionieren, daß die Sonne dann an die Fassade anlangen kann. Was auch hilft ist ein Keller. Über die Kellertür kann man kühle Luft ins Wohngeschoß lassen.
Man kann sich auch bei Sommertemperaturen wohlfühlen, wenn man sich in kühle Räume zurückziehen kann und nachts gut schlafen. Selbst in Ungarn, wo die Temperaturen tags oft 40 Grad erreichen, ist es hinter halbmeterdicken Ziegelwänden und mit einer Galerie vor der Südfassade immer angenehm. Alles eine Frage der Bauweise.

Kann dem nur zustimmen. In Marokko leben die Menschen im Erdgeschoss im Sommer. Innenhöfe mit Schatten. Aber wir können hier nicht auf die schnelle umbauen.
Mit dem Ende der Mittelschicht durch Deindustrialisierung ists auch mit den Eigenheimen vorbei.
Der künftige, sog. serielle Geschoßwohnungsbau wird wieder die 2- oder 3-Zimmer-Wohnung im Holz- und/oder Beton-Fertigbau als Norm haben. Genug Strom für Klimaanlagen ist eh nicht vorhaden, da muß eben nachts quergelüftet werden, sofern die muselmanisch-afrikanische Lebensfreudebegleitung das zuläßt. Vielleicht sollte man die Häuser auf Säulen stellen, da umständehalber eine Erdgeschoßwohnung und auch ein Kellerabteil niemals mehr einbruchsicher gestaltet werden können. Dann kann die Luft untenrum in die Innenhöfe gelangen. Wär mal ne Idee.
NB: ein Plastichlöffel im Espresso? Herr Prabel!
Bei einer Rundreise durch die Türkei sind wir auch durch Südostanatolien gekommen. Da ist mir aufgefallen, dass Bettgestelle auf den Hausdächern (Flachdächer) standen. Da alles etwas unordentlich aussah, habe ich erst mal vermutet, dass sich dort jeder einen Schrottplatz auf seinem Dach einrichtet. Hätte den Vorteil, dass man das Zeugs von oben auf einen Eselkarren oder LKW werfen kann, sollte man das mal abtransportieren wollen.
Unser Reiseleiter erzählte schließlich, dass die Leute in heißen Nächten auf dem Dach schliefen. Er ergänzte, dass ein Bekannter von ihm dort eine Zeitlang als Arzt arbeitete. Bei seiner Arbeit hätte er festgestellt, dass eine signifikante Todesursache der Sturz vom Dach war.
Gottseidank funktioniert die Klimaanlage im Thüringer Parlament wieder – auch der Höcke war sichtlich erleichtert. Wer in solchen Zeiten wochenlang im Krankenhaus verbringen muß oder Kinder in Kindergärten / Schulen hat freut sich natürlich mit den Damen und Herren im Hohen Hause.