1968 hatten die Franzosen von Randale genug

Nach den 68er Studentenprotesten und dem folgenden Generalstreik im Mai 1968 endete die vorgezogene Parlamentswahl in Frankreich Ende Juni 1968 mit einem Erdrutschsieg für die konservativen Gaullisten unter Staatspräsident Charles de Gaulle und Premierminister Georges Pompidou.

Entgegen den Umsturzerwartungen der linken Protestbewegung wählte die französische Bevölkerung aus Angst vor der kommunistischen Machtergreifung die gaullistische Union pour la défense de la République, die zusammen mit ihren Verbündeten 354 von 487 Sitzen im Parlament erhielt. Damit sicherten sich die Gaullisten als erste Partei in der Geschichte der Fünften Französischen Republik eine absolute Mehrheit im Alleingang. Die Kommunistische Partei verlor stark und kam nur noch auf 34 Sitze (zuvor 73). Das sozialistische Bündnis unter François Mitterrand stürzte auf 57 Sitze ab (davor 117).

Die gestrige Plünderung von jüdischen Geschäften und die Brandstiftung an öffentlichen Bauten müssen keineswegs automatisch den französischen Linken nutzen, wenn im nächsten Jahr gewählt wird. Was der linke Führer Melenchon und seine islamischen Hintermänner anrichten, ist vermutlich effektivster Wahlkampf für Le Pen.

Das Vorgehen der Protestbewegung ist uneffektiv, eine Verbesserung der Schulsituation wird so nicht erreicht werden. Die Reparatur der entstandenen Schäden, die Aufrüstung der Sicherheitskräfte und die Einkerkerung der Randalierer wird so teuer werden, daß an anderen Stellen gespart werden muß. Das hätten sich die Leute vorher überlegen müssen. Ja, wenn die mich gefragt hätten – aber mich fragt ja keiner.