Widersprüche der woken Märchen
Es ist seltsam: Diogenes in seinem Faß-Tinyhaus und Hermes auf dem Lastenfahrrad waren im vergangenen Jahrzehnt Widerspiegelungen der gespaltenen Seele, die einerseits ein klimagerechtes Leben anstrebte, der es andererseits nach teurer Bioware und nach Sabbaticals in Asien gelüstete.

Langstreckenluisa hüpfte fürs Klima und war exzessive Vielfliegerin. Nun wollen die Linksislamiker und Schadfachstudenten in den Großstädten, die beim Klimahüpfen den Sack-und- Asche-Predigten gefolgt waren, doch lieber eine Wohnung mit einem richtigen Dach und einen gut bezahlten Job haben.
Sicher, in den westlichen Gesellschaften haben sich himmelschreiende Disproportionen angehäuft, ohne daß die Verantwortlichten das sehen wollten. Sie sind in Vorstellungen verbohrt, die destruktiv und überholt sind.
Sie haben jahrelang ignoriert, daß sich ein teurer kultureller und politischer Überbau nur auf einer soliden wirtschaftlichen Basis etablieren und halten kann. Die regierenden Pseudoeliten leben deutlich über ihre Verhältnisse und zerstören absichtsvoll die industrielle Grundlage. Der Pomp im Elysee-Palast ist genau so spätfeudal wie die Schloßbaukosten des deutschen Bundespräsidenten. Leute wie Macron, Steinmeier und Merz haben völlig die Maßstäbe beim Umgang mit knappen Ressourcen verloren.
Eine tüchtige Administration würde ein vernünftiges Maß zwischen Bauvorschriften und Baukosten finden, ebenso Energiekosten von den Interessen von Lobbygruppen befreien. Sie würde produktive Aktivitäten steuerlich entlasten und unproduktiven Luxus besteuern. Sie würde Bildungsbudgets an die Zukunftsaussichten anpassen. Sie würde Bescheidenheit vorleben, wenn sie Opfer verlangt. Sie wäre nicht hochnäsig und arrogant. Sie würde auf Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen bestehen. Sie würde Fleiß sowie Leistung belohnen und Faulheit bestrafen. Sie würde arrogante Herrenmenschen zum Teufel jagen, statt sie fürstlich zu alimentieren.
Die deutschen Wirtschaftsverbände und der Buka jammern, daß in der Schweiz 200 Stunden länger gearbeitet wird, als in Deutschland. Aber lohnt sich Mehrarbeit bei uns überhaupt? Die Schweizer bekommen für ihre Arbeit deutlich mehr netto vom brutto, da muß nicht der unbeliebte Landvogt Hermann Gessler oder ein fühlloser Antreiber wie Friedrich Merz mit der Gesetzespeitsche dahinterstehen, daß sich die Leut mehr anstrengen. Das geht bei attraktiven Anreizen von ganz alleine.
Das Grundproblem ist ein ganz altes: Mit der Verstädterung im 19. Jahrhundert wurde der Hof nicht mehr mit dem 40. Geburtstag an die Jugend übergeben, die Opas landeten nicht mehr auf dem Altenteil. Sie klammerten sich in der Stadt an Posten und Berufe, erst Gevatter Tod organisierte die Ablösung. Damit war vielen jüngeren Leuten der Aufstieg versperrt. Es kam damals erstmalig zum Verwendungsstau, der inzwischen ein Evergreen geworden ist.
Im 19. Jahrhundert war die Auswanderung nach Amerika ein Ventil, im 20. Jahrhundert meldeten sich viele freiwillig an die Fronten und starben. Die von Ausländern kujonierte Ostzone löste das Problem der Schlechtbeschäftigung mit Ausreiseanträgen.
Eine marktwirtschaftliche Ordnung mit Wirtschaftswachstum würde Raum für den Tatendrang junger Leute schaffen, In Polen beispielsweise kommen viele Auswanderer zurück, weil es Jobs und Aufstiegschancen gibt. Es gibt mehr Ein- als Auswanderung. Ein ehrgeiziger Bundeskanzler würde sich daran ein Beispiel nehmen. Irgendjemand muß bald mal den Dampf aus dem Kessel ablassen. Wahrscheinlich Frau Weidel.
