Die Spätfolgen der Bildungsoffensive
In den 70ern wurde viel Geld für Bildung ausgegeben. Der hessische Bildungsminister Ludwig von Friedeburg durfte fast wöchentlich im Hessischen Rundfunk auftreten und für den Lehrerberuf werben. Leider wurden beim Schulbau fatale Fehler gemacht. Die Architekten durften sich mit wilden Dachlandschaften, riesigen Eingangsbereichen und grünen Klassenzimmern mal so richtig austoben.
Leider übersah man die Instandhaltungskosten, davon abgesehen, daß die grünen Klassenzimmer im Außenbereich so gut wie nie genutzt wurden. Im Osten hätte man stundenlange Fahnenappelle veranstaltet, aber das war damals im Westen noch anrüchig. Ich bin beruflich auch in den alten Ländern etwas rumgekommen und es regnete in einigen Schulen vom Dach bis in den Keller. Zahlreiche exzeptionelle Dachaufbauten haben den Nachteil, daß man sich im Laufe der Jahrzehnte darum kümmern muß, Die Politik hat jahrzehntelang Architektenwettbewerbe verlangt und das Ergebnis sind schöne Präsentationen, teure Bauten und unnötige Folgekosten.
Nicht jede Schülerkritik ist unberechtigt, bevor man jedoch hohe Forderungen stellt, sollte man erst mal zum Wohlstand beitragen, z.B. durch Ferienarbeit. Der Don Alphonso ist ein gutes Beispiel. Er hat in jungen Jahren bei Audi Schichten gearbeitet. Leider ist das Arbeiten mit 14 nicht mehr erlaubt. Wenn man auf dem eigenen Hof die Kartoffelernte durchzieht oder die Obstbäume beerntet, geht doch noch einiges. Die Herbstferien hießen früher mal Kartoffelferien.
Wer in der Jugend nur Vielfliegerei betreibt, wie Langstreckenluisa, ist und bleibt eine ungebildete Landplage.
