Auf dem Weg zur nächsten Milliarde
Taylor Swifts „Ophelia“ bezieht sich auf die tragische Figur aus Shakespeares „Hamlet“, die durch Liebeskummer und Ablehnung in den Wahnsinn getrieben wurde und beim Aufhängen von Blumengirlanden in einem Bach etwa 1603 ertrank, Nach woker Ausdeutung wurde sie nicht Opfer von Shakespeares frechem Stift, sondern von „patriarchalen Strukturen,“ Swift stellt die Story vom Kopf auf die Füße, indem sie zeigt, wie ihr patriarchaler Lover Travis Kelce sie vor einem ähnlichen Schicksal des einsamen Untergangs errettet. Die Milliarde, die sie mit der Eras-Tour verdient hat, macht alleene eben krumme Beene.
Die sängerischen Analysen gescheiterter Beziehungen, die larmoyant gehauchten Klagen über Mäh-du-verdächtige Männer haben dem Lob eines traditionellen Rollenbilds Platz gemacht, wo Travis nicht scheibchenweise unter woken Aspekten seziert wird, sondern in die Funktion des Retters hineingewuchtet worden ist. Wie sie ihn anspringt, wenn sie küssen will! Boah-eh!
Taylor mußte sich mal neu erfinden, das hatten die letzten Konzerte der Eras-Tour nahegelegt. Ab Wien hatte ihre Platte einen Sprung. Sie ist schlau genug, einen Themenwechsel zu versuchen.
Das hat Auswirkungen auf die sog. Swifties, sie modernisieren sich. Die rechte ist echt übel!
