Den LVs geht es schon wieder an den Kragen
Verschiedene alternative Medien berichteten grad über die letzte Verscherbelung von zehnjährigen Bundesanleihen. Das Finanzministerium konnte statt 5 Milliarden lediglich 3,8 Milliarden Euro einsammeln – zu einem Zins von 2,89 Prozent. Für die letzte Platzierung von Anleihen hatte noch ein Zins von 2,73 % gereicht und der Bund hatte seine Rekordschulden noch problemlos vermarkten können.
Die Solidität von Bundesanleihen wird aktuell also angezweifelt. Der Kurs von älteren Anleihen ist nämlich inzwischen gefallen, was bei steigenden Zinsen üblich ist. Das schmälert insbesondere die Rendite der bei deutschen Anlegern so beliebten Lebensversicherungen.
Seit der Aufgabe der Schuldenbremse und dem Sondervermögen verlangen die Investoren eine höhere Risikoprämie. „Das ist der Fluch der bösen Tat, daß sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären“ was ein geflügeltes Wort aus Friedrich Schillers Drama Die Piccolomini ist. Seit 2022 sind die Zinsen kontinuierlich von 0 auf fast 3 % gestiegen, die Kurse der Anleihen entsprechend gefallen.
In den Bilanzen der Lebensversicherer spiegelt sich das nicht, weil sie dank staatlichem Schwindel die Anleihen zum Einkaufspreis bilanzieren dürfen.

Ich habe letztes Jahr ein Interview mit dem Finanzexperten Philipp Vorndran gesehen. Da ging es um die geplante „Verschuldungsorgie“ der kleinen Koalition. Er meinte (so meine Erinnerung), dass der Bund mindestens 4% wird bieten müssen, um die zugehörigen Anleihen an den Mann bringen zu können (nicht alles kann die EZB übernehmen). Bei den geplanten eine Billion Euronen Schulden ergibt das 40 Milliarden Euronen zusätzlicher Zinszahlungen, pro Jahr.
Wenn man seitens der Politik so weiter macht und die Wirtschaft ruiniert (indem die staatlichen Ursachen für die schlechte Wirtschaftslage nicht abgestellt werden), wird das m.E. nicht reichen, weil dadurch die Schuldentragfähigkeit reduziert wird. Und das werden sich Anleger zusätzlich bezahlen lassen.