Deutsche kaspern rum, andere ziehen die Fäden

Merz , Baerbock, Klingbeil und Wadephul geistern durch die Weltgeschichte, ohne etwas zu bewirken, außer Bilder und Sprüche für das Zwangsfernsehen zu liefern. Es ist schockierend.

Grade hat der Russe die Durchleitung von kasachischem Öl durch die Freundschaft-Erdölleitung gestoppt. Nicht nur vdL kann Sanktionen, der Kreml kann sowas auch. Und das in einer Zeit, wo es richtig weh tut.

Amerika geht auf die Midterm-Wahlen zu. Die Versuchung ist groß, die Benzin- und Gaspreise in Amerika durch Reduzierung von Exporten zu senken. Das wäre übrigens nichts Neues. Schiedsrichter im Streit um amerikanische Gas- und Ölexporte ist seit jeher das staatliche Department of Energy in Washington DC, welches Genehmigungsbehörde für die US-Ausfuhren ist. Noch in der Regierungsperiode von Obama hatte das Energiedepartment von mehr als 20 Anträgen auf den Export von Flüssiggas nur sechs genehmigt. Hintergrund war die Aufrechterhaltung eines möglichst großen Preisunterschieds zwischen Amerika und Europa. Auch damals gab es schon America first.

Noch vor einigen Monaten hatte Präsident Trump von der EU europäische Energieimporte aus den USA verlangt, um die Handelsbilanz in Ordnung zu bringen. Inzwischen haben verschiedene europäische Staatenlenker seine außenpolitischen Inititiven immer wieder in Frage gestellt, insbesondere einen Friedensschluß in der Ukraine torpediert. Trump könnte sich im Zorn die Sache mit den LNG-Vessels überlegt haben. Insbesondere der Angriff auf den Iran setzt die europäische Wirtschaft unter Druck, weil hier kaum eigene Öl- und Gaslagerstätten zur Verfügung stehen und Knappheiten zu steigenden Preisen führen. Trump und Putin können Klingbeil und Merz auf offenem Feuer rösten, ohne daß Selenskyi und die Mullahs helfen können.

Der Angriff auf den Iran hat weitere Nebenwirkungen: Rußland bekommt keine iranischen Drohnen mehr, China muß auf etwa 14 % seiner Öleinfuhren verzichten. Es sind sehr komplexe Prozesse, die durch Trumps Initiativen in Caracas und im Iran in Gang gesetzt wurden. Ein endgültiges Fazit verbietet sich derweilen.

Die deutschen NGOs sehen immer nur eine Fehlkalkulation von Trump. Aber wie schwer können Rohstoffökonomien sich irren? Die Risiken etwas falsches zu tun, sind für Energieimporteure wesentlich größer. Die beiden Weltkriege haben gezeigt, daß Raumtiefe und Rohstoffzugang strategisch besser sind als Vabanquespiel und Ideologie.