Die sozialistische Obsession von Hitler
Bereits in der Kapitalismusdebatte des Spätkaiserreichs war es umstritten, ob die Juden den Kapitalismus erfunden haben. Zahlreiche Lehrstuhlinhaber, welche man heute als „Experten“ bezeichnet, beteiligten sich an der Auseinandersetzung.
Der Salonsozialist Werner Sombart wies der jüdischen Bevölkerung in seinem 1911 erschienenen Buch Die Juden und das Wirtschaftsleben eine absolut zentrale Rolle bei der Entstehung des modernen Kapitalismus zu. Seine Thesen waren eine direkte Reaktion auf Max Webers Theorie, die den Protestantismus, insbesondere den Calvinismus, als Haupttreiber sah.
Ich selbst sehe das anders. Jede Wirtschaft, die keinen außerökonomischen Zwängen ausgesetzt ist, ist naturwüchsig marktwirtschaftlich. Allerdings gibt es selbst in Xavier Mileis Argentinien genug außerökonomische Eingriffe. Da helfen auch keine Kettensägen. Es menschelt eben überall, Macht wird immer ausgeübt. Darum hat Ludwig Erhard den Begriff der sozialen Marktwirtschaft geprägt, um klarzustellen, daß die frühe BRD ein Mischsystem war.
Adolf Hitler hatte sich – vermutlich unter dem Einfluß von Gottfried Feder – bereits 1920 auf Sombarts Theorie festgelegt. Sein damals erstelltes Parteiprogramm läßt das ahnen. Im folgenden Video sind weitere Zitate bereitgestellt, die seine Abneigung gegen die Marktwirtschaft klarstellen. Der Vierjahresplan war Sozialismus vom reinsten Wasser.
Natürlich hat eine Ideologie auch immer was dilettantisches. Hitler übersah, daß einige der schlimmsten Sozialisten seiner Zeit Juden waren: Marx, Trotzki und Radek, Die jüdischen Siedler, die nach 1900 im Heiligen Land eintrafen, organisierten sich überwiegend in sozialistischen Kibuzzen.
Beitragsbild: Propagandapostkarte des Spätkaiserreichs.
