Freiheit oder Sozialismus

Im Jahr 2026 bringt Bärbel B. mit »Szenen einer Ehe« das Remake eines Dramas um zwei Partner auf die Berliner Bühne, deren Ehe nach zwanzig Jahren arg strapaziert wird. Gut, beide Partner waren mit der Hure FDP schon mal fremdgegangen. Aber nun ist man seit 16 Monaten wieder in einer Beutegemeinschaft vereint. Schonungslos zeichnen sich die psychologischen Mechanismen der Beziehung ab, mit ihren auseinanderklaffenden Bedürfnissen an Wahltagen, bis sich die unter der Oberfläche schwelenden Konflikte offenbaren. Alltägliche Situationen kippen plötzlich in Endlosschliefen der Eskalation und setzen eine Kraft der Zerstörung frei, die toxische Dominanz und Strukturen der Unterdrückung offenlegt.

Der mental schwächere Partner ist in einer irrationalen Abhängigkeit gefangen, Der dominante Part schränkt die Kontakte des anderen zu möglichen Freunden ein. Ohne dieses soziale Netz fehlt die Unterstützung für einen Ausbruch aus den Brandmauern das sozialistischen Serails. Der schwächere Partner glaubt, alleine nicht lebensfähig zu sein oder keinen besseren Partner verdient zu haben. Der mental stärkere Partner sitzt auf der gemeinsamen Kassa. Wenn es Zugang des Schwächeren zur Außenwelt nur über das ÖRR-Telefon des Anderen gibt, entsteht bei einer Trennung die Angst vor der öffentlichen Nichtexistenz.

Manche Beobachter entdecken im Kanzleramt Momente des Stockholm-Syndroms. Der Begriff geht auf ein Geiseldrama im August 1973 in der Sveriges Kreditbank in Stockholm zurück. Vier Angestellte wurden dort 131 Stunden lang in einem Tresorraum festgehalten. Während dieser Zeit solidarisierten sich die Geiseln mit ihren Peinigern. Es gab negative Reaktionen gegenüber Rettern oder Personen, die versuchten, die Opfer zu befreien. Das Rechtfertigen oder Verharmlosen der Missetaten gehörte dazu.

Es ist in Berlin alles wie in einer gescheiterten Ehe, die entgegen der Vernunft aufrechterhalten wird. In Ingmar Bergmanns 1973 verfilmten „Szenen einer Ehe“ dagegen entdeckte der verschmähte Partner nach der Trennung seine Freiheit und kostete sie aus.

Beitragsbild von Bernd Zeller aus der ZZ. Heute: Neuer Song von Hüldugat Knife: „Ich hab noch einen Kuffar in Berlin.“