Rückfall in den Feudalismus oder doch nicht?
Die Zukunftsforscher sind uneins. Grade habe ich ein Video mit Prof. Mayer gesehen, wo er erklärte, daß die großen Unterschiede des Lebensstandards nach der landwirtschaftlich geprägten Feudalzeit im folgenden industriellen Kapitalismus deutlich verringert wurden. In der AI-Zeit würden die Unterschiede zwischen Obrigkeit und den Untertanen wieder wachsen. Ein neuer Feudalismus würde wegen Infostrukturen drohen.
Dr. Hendrik Leber hat einen anderen Aspekt. Er argumentiert, daß alle grundlegenden Innovationen sich schnell in allen Bereichen verbreitet haben und dort die Wertschöpfung stimuliert haben. Nicht der Erfinder der Dampfmaschine, der Eisenbahn oder des Autos hätte den großen Reibach gemacht, sondern deren Nutzer.
Ich habe die beiden Standpunkte mal gegenübergestellt, um meine Leser und mich selbst anzuhalten die Entwicklung aufmerksam zu beobachten.
Selbst neige ich mehr zu der Auffassung von Leber. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß ein AI-Monopol entsteht, so wie das bei den Betriebssystemen mehr oder weniger der Fall ist.

Man muß auch Länder unterscheiden, fürchte ich. Irgendein Schlauberger hatte vorzeiten gezeigt, wie weit Restdeutschland noch im Feudalismus stecke.
Er ging zunächst von den Beamten aus, schweifte dann über die Ständeberufe Arzt, Anwalt, Apotheker – immer noch dem niederen Adel zugehörig – zu der „dualen Berufsausbildung“, die in der engen dreijährigen Verbindung von Meister und Lehrling die Zunftgesetze beibehielt und die Handwerksberufe – ohne Sabotage (=Holzpantinen in die Maschinen schmeißen) und Captain Ludd, wie in F und GB – zwanglos an die entstehende Industrie anschloß. Der so entstandene „Facharbeiter“ sei ein deutscheigentümlicher Romantizismus, in der übrigen Welt unbekannt.
Durch dieses Ständefundament und die Überhöhung der Obrigkeit bleibt RD auch zu islamischen, vortechnischen, grün-maoistischen, ja steinzeitlichen Ordnungen kompatibel und könnte bedarfsweise jederzeit wieder in eine oder mehrere Monarchien sich wandeln.
Und die Gewerkschaften waren Fortseztzungen der Gesellenvereine.
Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß ein AI-Monopol entsteht,
Hm, diese Einschätzung erscheint mir erstaunlich.
Wie auch immer, der Lauf um „wer kriegt den Strom“ ist eröffnet, und es werden wohl so einige Rechenzentren nicht gebaut werden, nicht nur Groß-Gerau: https://www.zerohedge.com/technology/bye-bye-data-center-german-town-rejects-multi-billion-euro-construction-project (der Artikel ist interessant, weil er mehrere Standorte nennt, von denen man sonst in den Zeitungen nichts mitkriegt)
Bzgl. Betriebssysteme: So Monopolistisch ist das nicht. Windows ist bei Smartphones gescheitert und bei industriellen Systemen ebenso. Linux existiert in verschiedenen Varianten.
KI löst nur Probleme, die man ohne sie nicht hätte.
Feudal sind wir so lange, wie sich die superreichen hinter Mauern verstecken und somit geistig abheben.
Solange man nicht drin und/oder damit an realen Problemen arbeitet, mag das so scheinen. Auch ist die Welt viel groesser als ein wenig ChatGPT und Konsorten.
…bezog sich auf den KI-Aspekt.
Abschweifend „landwirtschaftlich geprägte(n) Feudalzeit“. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist immer DAS Fundament menschlichen Lebens, heute wg Technisierung und internationalem Handel weniger sichtbar, doch wehe ein Trumpel geht mit dem Flammenwerfer in dieses feine Gewebe, ohne beispielsweise bei Kanada zu fragen, woher „Amerika“ Wasser, Strom, Öl, Gas, Maschinen, Metalle, Chemikalien, Medikamente, Uran, Weizen, Whisky, Fisch uä kriegt – über Jahrzehnte austariert und von der Konkurrenz jetzt hellwach beobachtet. Genauso könnte man den Weizen Rußlands, Soja aus Brasilien, argentinisches Rindfleisch uva nehmen. Angenehmes Wochenende! 🙂