Staatsbankrott oder Inflation?
Die Neuverschuldung, die CDU, CSU und SPD planen, ginge auf Kosten der Jüngeren, so der Chef der Jungen Union Winkel am 25. Juni des Vorjahrs. Die junge Generation werde durch Schulden, Zinsen und außer Kontrolle geratene Transferleistungen der Möglichkeit beraubt, ihre künftigen, eigenen Krisen zu lösen.
Wer sich noch erinnern kann: Die AfD wurde 2013 wegen den Schuldenorgien der CDU gegründet. Die AfD-Fraktion im Bundestag geht juristisch gegen das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität der Bundesregierung vor. Sie kündigte eine abstrakte Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht an, da sie das Vorhaben als verfassungswidrig einstuft, eine Zweckentfremdung von Geldern zur Haushaltsstopfung befürchtet und das Grundgesetz durch massive Schuldenaufnahme verletzt sieht.
Das BSW, insbesondere Sahra Wagenknecht, kritisiert geplante Sondervermögen zur Aufrüstung der Bundeswehr scharf. Wagenknecht bezeichnete dies als „Kriegskredite“ und kritisierte die Finanzierung von Panzern auf Pump, während gleichzeitig Sozialausgaben gekürzt würden. Ein Teil der schwindsüchtigen FDP klagt gegen den Raubzug. Auch die Linke kritisiert das Vorhaben als „Aufrüstung ohne Limit“ und als „Schlag ins Gesicht“ für soziale Belange.
Ein Blick auf das Problem: Die impliziten Staatsschulden Deutschlands – also die verdeckten Lasten durch zukünftige Leistungszusagen (vor allem Rente, Gesundheit, Pflege) minus erwartete Einnahmen – sind extrem hoch und steigen weiter an. Höhe 2035: Prognosen deuten darauf hin, dass die impliziten Schulden weit über 300 % des Bruttoinlandsprodukts liegen könnten. Das wären 12 bis 15 Billionen €.
Nehmen wir mal einen Zinssatz von 4 % an, so würden 12 % des Bruttoinlandsprodukts in den Schuldendienst fließen, und bei einem Steuersatz von 40 % würden 30 % der Staatseinnahmen für Zinsen anfallen, ohne daß ein Center getilgt würde. Solange die Anleihen von Inländern gehalten würden, ginge das noch an. Aber etwa 50 % der Anleihen werden derzeit von Ausländern gehalten. Das heißt es würden 2035 etwa 6 % des BIP bzw. 15 % der Steuereinnahmen per Zinsen ins Ausland abfließen. Das wären etwa 300 Mrd. € pro Jahr.
Nun ist Deutschland seit 1900 der Rekordhalter bei Staatsbankrotten. 1923, 1948 und 1989 wurden die Schulden weitgehend glattgestellt und neue Währungen aufgesetzt. Eine Haushaltssanierung hat es in Germanien das letzte mal im Biedermeier gegeben. Und die dauerte wegen Kapitalmangel etwa von 1815 bis 1850.
Ein Staatsbankrott bedeutet selten, daß ein Land verschwindet, wie das bei der Zone der Fall war. Stattdessen wird die Zahlungsunfähigkeit erklärt, gefolgt von Verhandlungen. Der Kapitalschnitt (Haircut) ist ein Instrument, um die Schuldenlast auf ein tragfähiges Maß zu reduzieren, indem Gläubiger einen Teil ihres geliehenen Geldes abschreiben müssen und Sparer enteignet werden.
Beispiele für Staatsbankrotte und Schuldenschnitte:
Griechenland 2012: Einer der größten Schuldenschnitte der modernen Geschichte. Private Gläubiger verzichteten auf über 100 Milliarden Euro, was einem Kapitalschnitt von ca. 53,5 % auf die Nominalwerte der betroffenen Anleihen entsprach.
Argentinien 2001/2002: Nach einer tiefen Wirtschaftskrise erklärte das Land den größten Staatsbankrott der Geschichte (damals über 100 Mrd. US-Dollar) und setzte die Zahlungen aus. Spätere Umschuldungen beinhalteten massive Schnitte für die Gläubiger.
Mexiko 1982: Der Zahlungsausfall Mexikos löste die lateinamerikanische Schuldenkrise aus und gilt als einer der signifikanten Bankrotte des 20. Jahrhunderts.
Sowjetunion 1918: Nach der Revolution weigerte sich die Sowjetregierung, die Schulden des zaristischen Rußlands anzuerkennen.
Zypern 2013: Im März wurden die Banken auf der Insel für mehrere Tage geschlossen, um einen „Bank Run“ zu verhindern. Nach der Wiedereröffnung gab es strenge Obergrenzen für Bargeldabhebungen und Überweisungen ins Ausland. Anleger mussten zur Rettung der Banken beitragen. Unversicherte Einlagen (über 100.000 Euro) bei der Bank of Cyprus und der Laiki Bank wurden teilweise eingefroren und in Bankanteile umgewandelt, was für viele Sparer einen enormen Verlust bedeutete.
Die Auswirkungen von Staatsbankrotten sind komplex: Der Staat verliert das Vertrauen der Investoren, wodurch es unmöglich wird, neue Kredite aufzunehmen oder nur zu extrem hohen Zinsen. Um liquide zu bleiben, muß der Staat oft Ausgaben radikal kürzen. 1923 wurde zum Beispiel ein Drittel der Beamten rausgeworfen, ähnlich ging es nach dem WK II zu. Es kommt zur Kürzung von Renten und Gehältern. Die Währung wertet oft stark ab, was Importe verteuert. Banken geraten durch die wertlosen Staatsanleihen in Schieflage. Es kommt zu einem allgemeinen Vertrauensverlust in den Staat, was 1933 in zwei sozialistische Diktaturen führte.
Die andere Möglichkeit alternativ zum Bankrott ist es die Zinsen deutlich unter das Niveau der Inflation zu drücken, damit der Staat sich entschulden kann. Für den meistens älteren Sparer ist das Resultat dasselbe, er wird sein Erspartes los, blos nicht auf einmal, sondern langsam. Die Staaten hindern die Bürger daran in Sachwerte zu flüchten oder belegen die Immobilien mit Zwangshypotheken. In Amerika bestand von 1933 bis 1971 Goldverbot, in Deutschland 1923, 1931 und von 1938 bis 1957 (Im Osten bis 1990).
Es ist also durchaus möglich, daß sich Herr Winkel von der CDU irrt, und daß statt der Jugend die älteren Jahrgänge, die durch ihr Wahlverhalten für die derzeitige Schuldenspirale verantwortlich sind, ruiniert werden.

Wolfgang Prabel hat auch hier wieder recht: „…durchaus möglich, … daß statt der Jugend die älteren Jahrgänge … ruiniert werden.“
Sicher ist im Moment nur eine allgemeine deutsche Verarmung. Wie sich die verteilt, ist noch ungewiss.
Ich möchte Ihr Argument – die älteren Jahrgänge seien aufgrund ihres Wahlverhaltens für die Schuldenspirale verantwortlich – anzweifeln.
Mehr noch: Ich widerspreche.
Dieses Problem ist systemimmanent. Ohne Schulden gibts kein Geld. Geld im heutigen System entsteht durch Bilanzverlängerung der Banken aka Fiatgeld aka Geld aus Luft ect.. Nennen Sie es wie Sie wollen. Hinzu kommt die Merkwürdigkeit des Lehrsatzes der Volkswirtschaftslehre: „Der Staat muss seinen Schuldendienst tun!“
Wer hat das erfunden? Das ist doch kein Naturgesetz! Den Staatsorganen muss verfassungsmäßig verboten werden auf die Köpfe seiner Bürger Schulden machen zu dürfen. Niemand hat mich oder Sie gefragt, ob wir Schulden für X oder Y aufnehmen und tilgen wollen.
Diese Gemengelage und die Verschwendungssucht nichtgewählter Nichtfachleute führt historisch betrachtet alle 60 bis 100 Jahre in diese Schuldenspiralen. Wenn man ein System mit positiver Rückkoppelung implementiert und ahnungslose Politiker drauf loslässt, dann knallt es. Manchmal früher, manchmal später. Der Zeitpunkt des Zusammenbruchs nach Start des Ponzischemas hängt nur von den Steigungen (also den Zinssätzen bzw. Wachstumsraten) der Kurven Kapitalforderungen vs. Produktivitätszuwachs ab. Am Schnittpunkt knallt es!
Dies ist systemisch betrachtet unabhängig vom Wahlverhalten der älteren, der jüngeren oder sonst welchen Gruppen der Gesellschaft.
Es gibt natürlich Ausnahmen von dieser Regel. Die USA z.B. haben trotz Niederlage 1973/1975 in Vietnam keine Reparationen zahlen müssen. Der Rest der Welt hat sich das aus zwei Gründen gefallen lassen (müssen): Erstens war die USA zu der Zeit unangefochten die Industriemacht Nr1 auf der Welt. Zweitens: Die USA ist Nuklearmacht! Sie konnte also damals den Kollaps durch Geldverschlechterung und Produktivitätszuwachs abwenden.
In diesem Zusammenhang erscheint die deutsche Garantie für ukrainische Schulden in einem völlig neuen Licht! Ein Licht welches die völlige Ahnungslosigkeit, die totale Überheblichkeit und Machtbesessenheit von Frau Dr. M, Scholzens Olli und FF samt Gefolge deutlich macht!
Rette sich wer kann!
Dass heute Geld durch Kreditvergabe geschaffen wird (polemisch: „Schuldgeld“) ist richtig. Dass dies zu einer „Schuldenspirale“, also eine schneeballartigen Ausweitung staatlicher Schulden führen muss, ist falsch. Es gibt leider eine Reihe von Influenzern, die dem volksiwirtschaftlichen Laien weis machen wollen, wie schrecklich „Schuldgeld“ sei (klingt ja auch schrecklich) und dass „die da oben“ mal wieder das Volk betrügen. Damit wird gutes Geld verdient, denn wer in dieser Richtung anfällig ist, glaubt das gern.
Richtig ist, dass staatliche Verschuldung sinnvoll sein kann. Richtig ist ebenso, dass das jetzige Ausmaß an expliziter und impliziter staatlicher Verschuldung hochproblematisch ist. Das hat mit „Schuldgeld“ absolut nichts zu tun.
Da muss ich Sie leider korrigieren. Die Ausweitung staatlicher Schulden ist eine zwangsläufige Konsequenz dieses Systems – des Schuldgeldsystems. Die lieben Banken vergessen nämlich bei der Kreditvergabe, den Zinsbetrag bei der Gelderzeugung auf der Passivseite ihrer Bilanz mit zu erzeugen; fordern ihn aber auf der Aktivseite ein. Das wäre insofern nicht schlimm, wenn Banken bei Ausfall des Kredits abschreiben müssten. Tun sie aber nicht. Erstens lassen sie sich vom Kreditnehmer tangibel besichern; den rechtlichen Rahmen dazu machen Leute wie Spahn. Zweitens: Falls auch die dingliche Besicherung nicht mehr liquide wird, lassen sie sich „vom Staat“ (also uns allen) – ohne uns in UnsererDemokratie zu fragen – retten. Das riecht nach Korruption, richtig? Im Zweifel genügt leider Dummheit der Volksverräter.
Auch da gibt es historische Gegenbeispiele. Eines ist der Kollaps der Tulpenzwiebelspekulationsblase. Sämtliche Bankiers in Holland rannten „zum Staat“. Der Souverän antwortete in etwa wie folgt:
Die Tulpenzwiebelspekulationsblase kam in einer Art Fieber zustande. Bei Fieber ist aber nicht der Staat zuständig, sondern der Arzt!
Langfristige wirtschaftliche Konsequenzen gab es für den Durchschnittsbürger nicht!
Nun haben wir aber leider keine Volksvertreter mit Rückgrat und Schneid mehr. Die Konsequenz ist ein ewiger Rattenschwanz von Schulden im heutigen System. Schlimmer noch: Der industrielle Kapitalismus mit all seinen Vorzügen wurde im WerteWesten durch einen Finanzkapitalismus ersetzt. Es werden „Finanzprodukte“ produziert. Unterlegt mit wertlosem Zentralbankgeld! Whatever it takes. Bazooka. Weitere Buzzwords können Sie selbst abgreifen.
Dieses Systemverhalten hat aber massive realwirtschaftliche Konsequenzen: Wenn ein Investmentbanker wegen Bankrott mit Herzinfarkt tot umfällt, dann ist das schlimm für dessen Angehörige. Wirtschaftlich betrachtet werden Sie davon nichts merken! Wenn aber die Regale leer bleiben, oder die Krankenschwester aufgrund nicht mehr zu finanzierender Lebensumstände nicht mehr auf Arbeit fährt: Tja! Das werden Sie sehr wohl merken!
In diesem Zusammenhang verweise ich auf diverse Artikel des Blogbetreibers zur fiskalischen Wirtschaftlichkeit der Frauenarbeit innerhalb einer normalen Familie. In all den Preisen stecken nämlich volkswirtschaftlich betrachtet Zinsen drin. Wenn der Produktivitätszuwachs kleiner wird wie die Kapitalforderungen, dann müssen Sie makroökonomisch betrachtet Geld zur Arbeit mitbringen.
Die Richtigkeit Ihrer Behauptung – „Staatliche Verschuldung kann sinnvoll sein.“ – sollten Sie vielleicht noch mal überdenken. Zunächst wäre zu klären was das eigentlich sein soll. Zumindest kann sie auch nicht sinnvoll sein, richtig?. Das ist der Minimalfehler, richtig? Wer steht dafür gerade?
Wer hat behauptet, das das keynsianische Konzept der Staatsverschuldung korrekt ist? Ist das ein Naturgesetz? Lässt sich das im Rahmen einer ökonomischen Komplexitätstheorie beweisen?
Nichts davon!
Der Staat sollte die Aufgabe haben Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Tätigkeit zu schaffen. Eine weitere Aufgabe des Staates besteht darin Daseinsfürsorge – sprich Sozialstaat – zu garantieren. Dafür braucht es effiziente und leistungsfähige Bürokratie sowie natürlich Steuereinnahmen.
Man nannte es soziale Marktwirtschaft! Sie führte zum Wirtschaftswunder!
Restdeutschland ist aus gutem Grund in der Eurogruppe eingespannt, deren Mitglieder sicher keine Währungsreform zugunsten seiner wollen.
Und ist im Kreise der Nachbarn unbeliebter als je zuvor, folglich werden sich die Gläubiger – wenn es zum Schwur kommt, vielleicht schon bei bald fehlender EU-Zahlmeisterrolle – am Land selbst schadlos halten (hatte die FDP bekanntlich für Griechenland vorgeschlagen, wir erinnern die Wehrmachtsuniformen bei Merkels Staatsbesuch).
Dann „geht es in Europa auf“, wie gewünscht.
Berlin wird Großgefängnis, wie im Film „Die Klapperschlange“.
Finis comoediae.
Das Problem mit dem Staatsbankrott bzw. Crash ist, dass er seit Jahrzehnten erwähnt wird, aber nie gekommen ist. Deshalb glaubt es niemand mehr.
Der letzte ist erst 36 Jahre her. Diejenigen, die älter als 55 sind können sich noch erinnern.
Das war kein Staatsbankrott im fiskalischen Sinn. Die Konsequenzen für die Ostdeutschen waren aber kaum vom Staatsbankrott unterscheidbar und sind es bis heute kaum.
Herr Prabel – was verlangen Sie da von den Wessis sich zu erinnern.
Es ging doch bei diesem Bankrott nur um die sogenannte Zone, also nicht um Deutschland.
Das müssten Sie aber in mehr als 35 Jahren gelernt haben.
Merz ist der Osten sowas von egal, schlimmer noch, er verachtet die Bürger dort.
Deswegen war bis vor Kurzem die AfD auch nur ein Ostproblem in den Augen der Wessis.
Ich wage keine konkrete Vorhersage, was passieren wird.
Nur eines ist gewiß – es wird alles sehr schnell gehen.
Richtig Angst muss man nur vor den Kriegshassardeuren der europäischen russophoben Elite haben.
Denn sie wissen nicht was sie tun.
Siehe aktuell hier:
https://anti-spiegel.ru/2026/warum-russland-den-deutschen-botschafter-einbestellt-hat/
der Kriegshetzer Kiesewetter (CDU) in Aktion
oder hier:
https://anti-spiegel.ru/2026/aggressive-manoever-auch-mit-atomwaffen-an-russlands-grenzen-und-andere-provokationen-der-eu-staaten/
In diesem Sinne !
Was Röper beschreibt, ist eine prinzipiell angelsächsisch-französische Koalition, die den Krimkrieg wiederholen möchte. Restdeutschland wird da nur als Sockenpuppe hingehalten, weil es den Insurgenten natürlich reichlich Asylleistungen zukommen läßt und Aufmarschfläche bietet – siehe auch S. Bandera.
Das möchte ich mal sehen, ob die künftige afro-arabische „Bundeswehr“, rekrutiert aus vielerlei Völkern, die einst mit der SU verbandelt waren, wirklich gegen Rußland antreten wird.
Ist der Bankrott denn nicht schon längst eingetreten und wird nur noch verschleppt?
Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen bereits seit längerer Zeit, eine Umkehr ist nicht in Sicht.
Die neuen Rekordschulden werden „Sondervermögen“ genannt, eine Absicherung, eine Deckung und realistische Rückzahlungsabsichten sind nicht vorhanden.
Es wird ein Schulden-Schneeballsystem installiert, das die Inflation befeuert, aber noch ein paar Jahre funktionieren könnte.
Ich bin kein Prophet, aber ich denke, es wird keinen „großen Crash“ geben, es wird alles (Bildung, Wirtschaft, Sicherheit) schleichend weiter bergab gehen, wie bisher.
Die Leute gewöhnen sich daran, so wie sie sich an Merkel-Lego, Messerstechereien und Gruppenvergewaltigungen der „Einmänner“ gewöhnt haben. Wen interessiert noch der tägliche Einzelfall?
„Wir sind ein reiches Land“, habe ich schon lange nicht mehr gehört, trotzdem wird Steuergeld weiterhin in Unmengen für jeden Blödsinn verschleudert.
Vor 10 Jahren haben die bildungs- und wirtschaftsfernen Grünlinken aller Blockparteien diese dümmliche Parole noch in Dauerschleife kolportiert.
Wir waren nie ein reiches Land, aber wir waren mal ein sicheres und leistungsfähiges Land.