Der Pferdefuß der Propaganda

Das Wolkenkuckuksheim der Agitation und Propaganda muß sich mit persönlichen Interessen verbandeln, um beim Adressaten wirklich handlungsleitend zu wirken. „Wolkenkuckucksheim“ bezeichnet eine utopische, realitätsferne Traumwelt und stammt aus der antiken Komödie „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes (414 v. Chr.). Die meisten staatlichen Projektionen gehören in diese fluffige Märchenwelt, sei es das tausendjährige Reich, der Kommunismus, die Verschmelzung der Kulturen oder die Klimaneutralität.

Agitation fiel immer auf fruchtbaren Boden, wenn Posten oder Geld neu zu verteilen waren, das war zum Beispiel im Dritten Reich der Fall, anschließend in der frühen Zone oder im Fördergelddschungel der BRD. In Zeiten, wo wenig persönliche Vorteile zu erlangen waren, hörte man kaum zu.

Das hat damit zu tun, daß etwa zwei Drittel der Leute wirklich nur bis zum Gartenzaun oder bis zur Wohnungstür denken, maximal bis an die Gemeindegrenze. Ist der eigene Vorteil nicht erkennbar, sinkt das Interesse auf Null. „Privat geht vor Katastrophe“, war ein beliebter Spruch in der Zone.

Im Spätstalinismus wurde man und im Wokismus wird man wieder reichlich mit Hoftrompeterei belöffelt, sei es im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung oder bei der Arbeit. Aber die Ressourcen der Bestechung waren immer limitiert, der persönliche Vorteil ließ sich nur begrenzt herausschlagen. Selbst eine Parteimitgliedschaft brachte jedes Jahr weniger ein, 1944 viel weniger als 1934, 1980 deutlich weniger als 1950 und 2026 weniger als vor Kórona.

Wandlitz war nicht mal die Simulation eines Provinzaldis. Es stand immer die Frage im Raum: Lohnt sich die Teilnahme an Parteiversammlungen, die Mitgliedschaft in der SS, in der Kampfgruppe und die Ausführung von Heldentaten oder Parteiaufträgen? Was bringt die Klimahüpferei? Läßt sich damit Profit machen oder ein Job generieren?

Reichlich zwei Drittel meiner Klassen-, Studien- und Arbeitskollegen hatten politisch auf Durchzug geschaltet, weil der persönliche Nutzen Null war. Das verbleibende Drittel teilte sich in wenige Aktivisten, die gegen geringen Vorteil auf Postenjagd oder Privilegienfang waren und auf Optimisten, die das Endspiel ungeduldig erwarteten.

Wenn man nun mal analysiert, welchen Nutzen ein Bus bringt, der durch die Schulen fährt und eine eingesperrte Frau Weidel zeigt, so muß man das Umfeld betrachten. Aus der Wirtschaft kommen erste Schreckensmeldungen, die NGO-Finanzierung läßt sich kaum noch steigern, die hochdotierten Posten bei Rundfunkanstalten, Theatern und Klimavereinen sind hart umkämpft, es herrscht für nachrückende Eiferer Verwendungsstau. Viele bestbezahlte Hofschranzen haben Angst durch AI ersetzt zu werden. Der Zweifel ist noch nicht so weit fortgeschritten wie nach Stalingrad oder nach Sopronköhida. Aber ein ähnliches Ereignis steht sicher bevor. In diesem Kontext richtet der Bus keinen Schaden an. Er zeigt durch eine skurrile Erzählung lediglich die Verzweiflung des Regimes. Der woke Merz schickt sein letztes Aufgebot, die Schüler können den stinkenden Angstschweiß des Establishments riechen.