Zwangsrente für Selbständige – guter Rat ist teuer
Im Prinzip ist es sinnvoll, daß prekäre Ich-AGs sich rentenversichern. Allerdings ist bei einigen davon die finanzielle Luft so dünn, daß sie die Beiträge kaum stemmen können. Manches Geschäftsmodell wird scheitern.
Man muß auch einräumen, daß nicht alle Selbständigen die Ahnung haben selbst sinnvoll vorzusorgen. Aber hat der Staat die Kompetenz? Riester läßt daran zweifeln. Auch erste Statements von Merz zur kapitalgedeckten Rente lassen äußerst bange Fragen aufkommen.
Ich habe mal recherchiert, ob und wie man der Zwangsrentenversicherung entgehen kann, wenn man zukünftig eine Firma gründet. Nach Österreich, Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Japan, Kanada, Kasachstan, Schweden, in die Vereinigten Staaten und in die Schweiz kann man nicht ausweichen, lediglich in den Niederlanden und in Dänemark geht es etwas lockerer zu.
Ausweichen kann man zudem nach Chile, Paraguay, Thailand, Australien, Neuseeland, Irland, Mexico, in die VAE, nach Afghanistan oder Botswana, Sicher gibt es noch einige Inselchen der Freiheit in Afrika und Mittelamerika, die ich nicht recherchiert habe. Am sinnvollsten wäre es noch in Holland zu gründen und von dort aus zu agieren.
Merz wird die kapitalgedeckte Rente mit einigen Spaßbremsen versehen. Offensichtlich denkt er an einen Home-Bias, also an den DAX. Außerdem wird er etliche Anlagen verbieten, zum Beispiel in Tabak, Kohle, Alkohol. Die Gefahr besteht, daß er Waffen, Wind und Solar übergewichten wird. Solche politisierten Modeaktien sind aber nicht mein Ding. Rheinmetall hat sich grad halbiert, die türkische Kórona-Spritzenfirma ist in Turbulenzen, die Wasserstoffwunder und VW sind am Boden, die deutsche Solarbranche ist w wie weg. Merz ist nicht gerissen genug, um solchem Scheiß aus dem Weg zugehen, bisher ist er in jeden Haufen getreten,

Neugründungen sind nicht die Masse, die die Sozen jetzt terminal bestehlen wollen, sondern die selbständigen Geschäftsführer-Gesellschafter in Familienunternehmen.
Die haben jetzt gelitten – aber selber schuld, was haben sie nicht dem Staat sich überall reingebohrt, um Subventionen gebettelt und Schutz vor China! Und stramm „gegen rechts“ ist die Haltung., wie letzt eine Outdoorfirma in BaWü durch ihre Eigentümerin (Gesellschafter-Geschäftsführerin) bestätigte.
Die Baubranche wird sich wie immer in undurchsichtige Firmengeflechte mit GF auf Mindestlohn und Sitz in BG oder TR (Meerblick!) retten.
Kleine Ladeninhaber konnten schon früher im Westen nach eigener Einschätzung Versicherungsmarken „kleben“ und so ihre Anwartschaft erwerben. Wenn das nicht mehr möglich sein sollte, wird es eben restdeutsche HO-Läden (ohne Kühlung – Klima!) geben (und freie Muselgeschäfte natürlich).
Ob die Vermögen der bestehenden Versorgungswerke der Katalogberufe konfisziert werden?
Die kapitalgedeckte Rente mit Verwaltung des Kapitals durch „den Staat“ (also die politische Klasse) ist ein Einfallstor für politischen Missbrauch.
So ist es – alles gesagt zum Thema !
Natürlich ist damit nicht alles gesagt. Es gibt gute Gründe für die Kapitaldeckung in der Altersvorsorge. Es gibt gute Gründe dafür, diese obligatorisch zu machen. Es gibt auch gute Gründe dafür, diese zentral, also staatlich zu verwalten. (Norwegen macht das mit Erfolg). Auch eine dezentrale Verwaltung (Wettbewerb von Kapitalsammelstellen) wäre möglich, aber auch teurer.
Für eine rationale Diskussion fehlt es in der Politik leider an Rationalität. Stattdessen schmeißt man sich emotionale Widerlichkeiten gegenseitig an den Kopf. Das führt zu eher schlechten Lösungen.
Hat nicht der “ Dicke “ mit 2 Patschhändchen in der Rentenkasse damals die Wiedervereinigung finanziert ? Zweckentfremdung für einen guten Zweck ? Vielleicht kommt ja “ Fritz der Grosse “ auch drauf ?
Dem Betrachter vom Mond dürften die Disputationen zu den Feinheiten des staatlichen Rentensystems faszinieren: Den Untertanen wird die Mark genommen und diese streiten sich über die gewährten Groschen. Kann man sich nicht ausdenken.