Energiewende und Verteidigung stehen im Konflikt
Derzeit werden Unsummen in die Rüstung investiert. Dabei ist ein Punkt besonders unterbelichtet: Die Energieversorgung, insbesondere die Strombereitstellung. Denn ohne Energie läuft nix. Die Frage ist: Wie schnell kann ein Feind die Energieversorgung stören oder lahmlegen?
Ohne eine funktionierende Tankstelle läuft kein Fahrzeug, ohne geladene Akkus ist kein Einsatz von verbundenen Waffen möglich. Ohne Energie fliegt auch keine Drohne. Die Kernfrage ist: Wie lange halten die Stromtrassen von der Nordsee nach Bayern durch? Kann man im Kriegsfall Strom aus Nachbarländern einkaufen, wenn grad Dunkelflaute ist? Ist das aufwändige Lastmanagement infolge von Flatterstrom im Konfliktfall durchzuhalten?
Sind die europäischen Satelliten im Weltraum geschützt? Und von wem wodurch?
War die verbrauchernahe regelbare Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken nicht in mancher Beziehung resilenter?
Grad wurde in Mellingen Glasfaser unterirdisch verlegt. Nach Aussage des Veranstalters zum Schutz kritischer Infrastruktur. Aber überall stehen Verteilerschränke oberirdisch herum.
Im Kriegs- oder Verteidigungsfall erfolgt das staatliche Lastmanagement für Strom über das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) und spezielle Rechtsverordnungen wie die Elektrizitätslastverteilungsverordnung (EltLastV). Bei drohendem Mangel übernimmt der Staat die Lenkung, um kritische Infrastrukturen und die militärische Bündnisverteidigung priorisiert zu versorgen.
Gegen zerstörte Umspannwerke, getroffene Leitungen und ruinierte Verteilungen können die Juristen und Propagandisten in der Bundesnetzagentur allerdings nicht viel ausrichten. Die Älteren erinnern sich an den WK II. Ab 1944 machten die Alliierten die Treibstoff- und Energieproduktionsstätten gezielt dem Erdboden gleich. Die Produktion von Flugbenzin und Treibstoffen stürzte im Sommer 1944 um über 90 % ab. Ständige Strom- und Gassperren legten große Teile der Rüstungsindustrie und das öffentliche Leben in den Städten lahm. Der Vorteil war: Man heizte damals noch mit Kohlen und mußte im Winter 44/45 nicht gleich erfrieren. Heute haben viele Häuser nicht mal einen Rauchfang.
Angesichts der sog. „Energiewende“ ist die Vermutung nicht leicht zu widerlegen, daß im Konfliktfall der Hauptfeind im eigenen Land steht.
