Das kritische Metall Wolfram

Früher ärgerte Wolfram die Bergleute, weil es die Ausbeute beim Schmelzen von Zinn verringerte. Heute ist es hochbegehrt. Wolframcarbid ist extrem hart. Es ist die Basis für Bohr-, Schneid- und Fräswerkzeuge in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie im Bergbau. Wolfram erhöht die Hitzebeständigkeit und Festigkeit von Stahl. Solche Legierungen sind unerlässlich für Turbinen, Triebwerke und Panzerungen. In Mikrochips, Smartphones und modernen Speichermedien wird Wolfram als Kontaktschicht und für Leitbahnen eingesetzt. Wolfram gilt als einer der wichtigsten Kandidaten für die Innenwände zukünftiger Fusionsreaktoren (wie dem ITER), da es den extremen Temperaturen des Plasmas standhalten kann.

Das Problem ist: China kontrolliert über 80 % der weltweiten Wolframförderung und besitzt die größten Reserven. Seit Donald Trumps großartiger Rückkehr ins Weiße Haus hat die US-Regierung über 18 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln für rund 60 weltweite Bergbauprojekte freigegeben, um alternative Lieferketten aufzubauen. Ein zentraler Pfeiler ist ein Abkommen mit Kasachstan zur Erschließung eines der weltweit größten unberührten Wolframvorkommen. Kaz Resources Inc. ist das US-amerikanische Bergbauunternehmen, das den Zuschlag für den Abbau der riesigen Vorkommen erhalten hat. Es hält 70 % der Anteile am Projekt. 30 % hält der kasachische Partner.

Trump unterzeichnete eine Präsidialverordnung (Presidential Determination unter dem Defense Production Act), die Wolframabfälle und Elektroschrott als überlebenswichtig für die nationale Verteidigung einstuft. US-Recycler wurden verpflichtet, ihre Wolframabfälle ausschließlich an Abnehmer innerhalb der USA zu liefern. Der Export ins Ausland – auch nach Europa – wurde drastisch eingeschränkt, was zu Preisdruck und Versorgungsängsten in der europäischen Industrie führt.

Ab dem 1. Januar 2027 untersagt eine neue Richtlinie der US-Regierung jegliche Beschaffung von Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea für den US-Verteidigungssektor.

Ab 2027 wird das kanadische Bergbauunternemen Almonty eine Mine in Südkorea aubeuten. Sie gilt als eine der weltweit größten Wolfram-Lagerstätten außerhalb Chinas. Almonty hat kürzlich die finalen Betriebsgenehmigungen erhalten und die kommerzielle Phase-1-Produktion gestartet. Die Aufbereitungsanlage ist auf den Durchsatz von 640.000 Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt. Über 90 % der Produktion aus dieser ersten Phase sind über einen 21-jährigen Abnahmevertrag fest an Global Tungsten & Powders (Teil der österreichischen Plansee-Gruppe) gebunden.

In Spanien hat Almonty erst vor wenigen Tagen einen Vertrag mit einer Tochter des schwedischen Industriegiganten Sandvik geschlossen. Almonty wird alte Minenrückstände (Tailings) wiederaufbereiten, um daraus Wolframkonzentrat für Sandvik zu gewinnen.

Almonty Industries (CA0203987072) ist börsennotiert. Die Deutsche Rohstoff AG hält zum Beispiel 3,63 % der Anteile. Das ist natürlich keine Anlageberatung.

Auch in Österreich wird Wolfram gewonnen. Das Land gehört sogar zu den bedeutendsten Wolframproduzenten der Welt und betreibt die größte Wolframmine Europas. Gewonnen und verarbeitet wird der Rohstoff von der Wolfram Bergbau und Hütten AG (WBH). Das Unternehmen gehört zur schwedischen Sandvik-Gruppe. Dort wird etwa 13 % des weltweiten Bedarfs gedeckt. Sandviks wichtigstes Standbein sind Bergbaumaschinen. Da brauchts die Härte von Wolfram.