Erste Nachrichten von der Gewerbesteuer

Es gibt keine zentrale Erfassung der Steuer, jedenfalls nicht zeitnah. Man ist also auf verstreute Geschäftsberichte und Nachrichten aus Kommunen angewiesen. Was allgemein bekannt ist: Die Gewinne der Autoindustrie haben sich im Schnitt halbiert, die Chemie bringt nur noch ausnahmsweise schwarze Zahlen zutage. Bei den Autozulieferern, in weiten Teilen der Bauwirtschaft und im Handel sieht es minder gut aus.

Das spiegelt sich im ersten Vierteljahr 2026 in rückläufigen Gewerbesteuererträgen. Zwar haben einige Gemeinden die Hebesätze erhöht, was aber in der Regel nicht zu steigenden Steuereinnahmen geführt hat. Bereits 2025 hatten 9 % der untersuchten Gemeinden ihre Sätze erhöht. Die Anpassungen setzen sich 2026 fort, teilweise auch durch eine Erhöhung der gesetzlichen Mindesthebesätze von 200 auf 280 %.

Es wird 2026 mit einem durchschnittlichen Absinken der Gewerbesteuern um 3 bis 4 % gerechnet. Das trifft viele Gemeinden hart, weil die Sozialkosten, die Lohnkosten, die Baukosten, die Kreisumlagen und die Sachkosten um bis zu 10 % steigen.

In der Regel geht es zuerst an die freiwilligen Leistungen wie Freibäder, Sportstätten, Vereine, Bibliotheken, Theater und Feiern, um die Defizite auszugleichen. Instandhaltungen werden verschleppt, Investitionen gestrichen. Die Ordnungsämter pressen mehr aus den Einwohnern heraus und manche Nutzungsentgelte werden erhöht. Das ist aber angesichts der steigenden Kosten für die Fachkräfte alles nur weiße Salbe.

Eine Wirtschaftskrise ohne sinkendes Steueraufkommen hat es bisher noch nicht gegeben.