Schwefelsäure – der nächste Mangelartikel
Solche Dilettanten wie vdL, Merz, Habeck, Pantisano und Bas verlieren durch ihren Klimaknall die Übersicht über ihre bösen Taten. Ich will das mal am Beispiel Schwefel illustrieren.
Ein Grundstoff für die Elektromoderne ist Schwefelsäure. Schwefelsäure (H₂SO₄) wird industriell hauptsächlich über das Doppelkontaktverfahren hergestellt. In einem dreistufigen Prozess wird elementarer Schwefel mit Sauerstoff zu Schwefeldioxid verbrannt, dieses katalytisch zu Schwefeltrioxid oxidiert und anschließend zu hochkonzentrierter Schwefelsäure umgesetzt.
Der Großteil des heutigen Schwefels fällt bei der Reinigung von Erdöl und Erdgas an. Ein wichtiges Zentrum in Deutschland liegt beispielsweise in Großenkneten bei Oldenburg, wo aus gefördertem Erdgas große Mengen Reinschwefel gewonnen werden. Wichtige Exportländer von Schwefel sind Saudi-Arabien, die VAE, Kanada, Kuweit und Katar. Die Staaten und China verbrauchen das gewonnene Schwefel weitgehend selbst.
Mit der Reduzierung von Raffineriekapazitäten – im Gespräch sind Leuna und Schwedt – sinkt natürlich auch die Bereitstellung von Schwefelsäure. Zudem ist durch die Sperrung der Straße von Hormus eine wichtige Transportlinie ausgefallen. Schwefel braucht man bei der Düngemittelherstellung wie auch beim Aufschluß von Kupfer, Silber und anderen Modemetallen. Teilweise entsteht auch Schwefel bei der Metallverhüttung.
Bei der klassischen Gewinnung von Lithium aus Festgesteinen kommt das sogenannte Säureröstverfahren zum Einsatz. Das Rohmineral wird zunächst bei sehr hohen Temperaturen geröstet und anschließend mit konzentrierter Schwefelsäure bei etwa 200 bis 300 Grad aufgeschlossen. Durch diese Reaktion entsteht wasserlösliches Lithiumsulfat. Im Anschluss wird das Lithium meist durch Zugabe von Soda als Lithiumcarbonat gefällt.
Lithium-Schwefel-Akkus versprechen eine deutlich höhere Energiedichte und günstigere Herstellungskosten als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Zudem wurden Lithium-Schwefeldioxid-Batterien entwickelt.
Die Politik der EU ist darauf ausgerichtet einen Minderverbrauch von Öl und Gas zu erreichen. Damit reduziert sich logisch die Schwefelproduktion. Andererseits erfordert die von vdL vorangetriebene Elektrifizierung mehr Schwefel. Ein typischer Teufelskreis.
Es gibt ein deutliches Angebotsdefizit. Herstellungsprobleme im Nahen Osten, Lieferkettenprobleme und Exportbeschränkungen von China haben zu einer Verknappung von Schwefel und Schwefelsäure geführt. Aufgrund der Verknappung haben sich die Preise für Schwefel stark verteuert. Beispielsweise verzeichnete der Schwefelpreis teilweise einen jährlichen Anstieg von rund 285 Prozent. Die Knappheit betrifft essenzielle Wertschöpfungsketten. Beispielsweise wird Schwefelsäure für die Gewinnung von Kupfer, Nickel und Lithium benötigt. In der indonesischen Nickelproduktion oder bei der Lithiumverarbeitung ist der Schwefel- und Schwefelsäurebedarf ein massiver Kostenfaktor geworden.
Wenn man die Werthaltigkeit von Öl- und Gasinvestments prüft, sollte man neben dem Öl- und Gaspreis auch die Wertschöpfung mit Nebenprodukten wie Schwefel einbeziehen. Es ist nicht schwer erfolgreicher zu sein, als die oben genannten Minderbegabten.
