Rot und grün, Volkswagens Ruin

Das Land Niedersachsen ist an Dutzenden Unternehmen beteiligt, darunter an der Volkswagen AG (ca. 20,2 Prozent der Stimmrechte), der Salzgitter AG (26,48 Prozent), der Meyer Werft (40,36 Prozent) und am Flughafen Hannover (35 %).

Besonders umstritten ist die Beteiligung an Volkswagen, weil CDU, SPD, Grüne und FDP, die in Niedersachsen alle schon mal regiert hatten, zur verbrennerfeindlichen Klimasekte gehören. Seit das Thema der Elektromobilität hochkochte, sind SPD und Grüne in Hannover am Ruder. Von allen deutschen Autokonzernen hatte VW die Hände am heftigsten an der Hosennaht, als es um das überstürzte Aus des Verbrenners ging.

Vor Jahren hatte ich hier auf dem Blog erwähnt, daß von meinen Bekannten keiner ein E-Auto kaufen wollte. Inzwischen hat einer ein elektrisches Zweitauto für den Weg zur Arbeit. Ein weiterer denkt darüber nach, hat aber noch nicht in eine Photovoltaik investiert. Auf Seiten der Kundschaft geht es mit der Begeisterung für das Klima sehr zäh voran, was die VW-Spitze ignorierte und der Aufsichtsrat zumindest duldete.

Auch die Landesvertreter im Aufsichtsrat – Ministerpräsident Weil (SPD) und die Kultusministerin Hamburg (Grüne) – stoppten den Vorstand Herbert Diess nicht, als er die Investitionen von VW in die Sackgasse leitete. Die zahlreichen SPD-nahen Gewerkschaftsvertreter auch nicht. Weil war früher Rechtsanwalt, Richter und Staatsanwalt, Hamburg ist Studienabbrecherin der Politikwissenschaft. Das empfinde ich als Fehlqualifikation im Leitungsgremium eines Weltkonzerns. Frau Hamburg hat privat nur ein Fahrrad, hat also vom Auto Ahnung wie das Schwein vom Uhrwerk. Man darf davon ausgehen, daß beide keine Bilanz lesen können.

Nun ist die Not groß. Einsparungen sind wegen der Fehlentscheidungen in der Vergangenheit unumgänglich, um zu retten, was zu retten ist. Das Land steht dabei auf der Bremse. Kritiker der Landesbeteiligung am Konzern haben folgende Argumente:

Durch die Sperrminorität des Landes und die Vertretung im Aufsichtsrat wird befürchtet, dass unpopuläre Entscheidungen wie Werksschließungen oder ein drastischer Stellenabbau aus politischen Gründen blockiert oder verschleppt werden. Die Landesregierung agiert gleichzeitig als Gesetzgeber, Aufsichtsrat und Wirtschaftsförderer, was zu einem Interessenkonflikt zwischen dem Schutz von Arbeitsplätzen vor Ort und einer rein unternehmerisch sinnvollen Ausrichtung von VW führt. Das Risiko des Steuerzahlers ist hoch, da Krisen des Autokonzerns direkt auf die politische und wirtschaftliche Stabilität des Bundeslandes durchschlagen. Bisher war VW eine Melkkuh für das Land, das könnte sich ändern.

Der Betriebsgewinn hat sich seit 2023 von 31,92 € pro Aktie auf etwa 10 € verringert. Die langfristige Verschuldung betrug Ende 2025 499 € pro Aktie. Au Weia! Ich sehe ein krasses Mißverhältnis zwischen Ertrag und Verschuldung.

Um von der fatalen Situation des Konzerns abzulenken, schließt das Land Oppositionspolitiker von Wahlen aus. Es meffelt wie in den letzten Jahren der Ostzone.