Briefwahl in der Praxis
Einmal habe ich per Briefwahl die Stimme abgegeben. Das war bei einer Bürgermeisterwahl. Die zuständige Mitarbeiterin in der Verwaltung war erkrankt und es ging eigentlich drunter und drüber. Ich bin dann an den Sitz der Verwaltung gefahren, um den Umschlag abzugeben, weil er erst kurz vor dem Wahltermin bei mir ankam. In einem Nebenraum stand auf dem Fußboden eine offene Plastikkiste, in der die Wahlumschläge gesammelt wurden. Hm. Die meisten Stimmen wurde zuletzt ohnehin ungültig, weil der gewünschteste Kandidat kein passives Wahlrecht hatte.
Ein andermal konnte ich 1990 sehen, wie eine 99jährige in einem Altersheim ihre Stimme per fliegende Wahlurne abgab, Die Krankenschwester erklärte ihr: „Oben stehen die, die dran wollen, darunter stehen die, die dran waren und darunter stehen die, die nicht drankommen werden.“ Die 99jährige äußerte sich nicht und die Krankenschwer machte das Kreuz bei „denen, die dranwollen“.
Ich bin aus beruflichen Gründen und auch privat mehrfach in Pflegeheimen gewesen. Im Schnitt war ein Drittel der Insassen dement. Da kannst du selbst mit gutem Willen die Stimme nicht ordentlich abgeben, egal ob du dazu befugt bist, oder auch nicht.
Ich denke, daß 99 % des Wahlbetrugs in den Heimen passiert, mit mehr oder weniger Absicht,
