Fake News über Kroatien
Die WELT berichtete über leere Strände in Kroatien. „Eine Kugel Eis für 3,50 Euro, der Aperol Spritz für 11 Euro: In Kroatien kann man seit Einführung des Euro beobachten, wie kurzsichtige Gewinnmaximierung die Wohlstandsquelle Tourismus gefährdet. In diesem Sommer zeigen sich erste Folgen.“
Nun ich bin einen Tag nach Erscheinen des Artikels mit meiner Freundin eine Woche nach Istrien gefahren. Für den Standplatz auf dem Camping habe ich Ende August 44 € pro Tag für den Sprinter, zwei Personen und einen Hundi bezahlt. Das fand ich im internationalen Vergleich nicht sündhaft teuer.
Das Essengehen hat einschließlich Getränken zwischen 43 und 60 € für zwei Personen gekostet. Das ist in Deutschland auch nicht billiger. Die Kugel Eis bei einer der hundert besten Eisdielen von Kroatien hat 2,50 € ausgemacht. Wir hätten sie woanders auch billiger haben können, aber die Freundin wollte eben die beste Ware. Der Liter Diesel kostete 1,79 €. Der Cafelatte war für 2,20 € und ein Glas Bier (veliko Pivo toceno = 0,5 Liter) ab 3 € zu haben. Ein Kilo Schweinekamm bekam ich für sensationelle 5,40 €.
Früher konnte man nicht so gut nachrechnen, weil man im Kopf immer durch 7,4 teilen mußte. Die Jammerey über hohe Preise in den sozialen Medien begann exakt mit der Einführung des Euro.
Im Übrigen: Abends war es in der Hafenstadt so voll, daß man kaum umfallen konnte. Die Konobas, Bars und Trattoreien waren oft bis auf den letzten Platz besetzt.
Der einzige Wermutstropfen: Das Meer hatte nur 26 Grad, mir ist immer die Luft weggeblieben beim Wassern.

Es kömmt auf den Ort an.
Kroaten berichten, daß insbesondere die Immos an Teilen der Küste ähnlich dastehen wie in LA am Pacific Coast Highway: lauter Vermögensmillionäre mit Problemen, das tägliche Brot von der Rente zu bezahlen.
Das verdankt sich hauptsächlich flüchtender Mittelschicht aus dem Westen der EU. Bulgarien hat wohl inzwischen die Bremse reingehauen und den Expats die Steuervorteile gestrichen.
Was macht diesbezüglich eigentlich der Magyar Peter?
Bin grad aus Ungarn zurück. Die deutsch-österreichische Community ist noch intakt. Es gab mehrere fidele Feiern. Die Ungarn ahnen inzwischen, daß sie verarscht worden sind. Die Spritpreisbremse ist schon mal weg. Die ersten 500 Audi-Jobs in Raab auch.
Vor rund 20 Jahren waren wir mehrfach gern in der Nebensaison nach Kroatien, bevorzugt über Split mit Bus- und Schiffstouren (Dalmatien / Inseln / Montenegro) und empfehlen es.