Was sich auf der Gasse gehört
Nach der Berlin-Wahl müssen wir uns wohl näher mit den Merkelgästen befassen. Manchmal haben die gut verpackten Gespielinnen hinter dem Effendi herzutraben. Das hatte ich kürzlich bei einer bosnischen Familie auf dem Balkan beobachtet. Die großen islamischen Rechtsschulen leiten aus den Hadithen keine zwingende Pflicht ab, daß eine Ehefrau oder mehrere davon hinter ihrem Gebieter herlaufen. Wenn Eheleute gemeinsam unterwegs ist, gibt es theologisch keinen Einwand dagegen, nebeneinander zu gehen. Das Hinterhergehen der Frauen ist mehr eine Tradition, wenn es denn stattfindet. Aber nebeneinander mit Händchenhalten?
Beim Barte des Propheten: Händchenhalten ist nicht, aber als Ausgleich sind mehrere Frauen erlaubt.

Bezeichnend für mich in diesem Zusammenhang ist, wozu es das Paradebeispiel der Islamisierung gebracht hat: Die Türkei! In bald 30 Jahren Islamisierung unter Erdogan haben die praktisch nichts zustande gebracht. Aber auch gar nichts. Die türkische Lira ist quasi wertlos, es wird mit Euro und Dollar bezahlt. Trotz Anbindung an den Westen, trotz Anbindung an den Osten, trotz Anbindung an Russland. Zu allem Überdruss musste die dortige Zentralbank einen erheblichen Teil der Goldreserven im Zuge der jüngsten Ölkrise liquidieren um einen kompletten Kollaps zu verhindern.
Wer mal in Ostanatolien auf einem „Zeltplatz“ war versteht die Welt nicht mehr: Der Muhezin jault auf Arabisch. Eine Sprache die die dortigen Ureinwohner nicht verstehen.
Ein hervorragendes Beispiel dafür, das Ideologie, ob religiös oder weltlich, nicht weit trägt. Man braucht Pragmatismus. Und wenn es nur Händchenhalten ist.
Weiser Prediger, sage mir, ist es dem Willen Allah gemäß wenn meine Frau vor mir mit dem Essen beginnt?