Details über die iranische Konfliktkulisse
Man kann davon ausgehen, daß etwa 85 % der iranischen Bevölkerung zur Mullahreligion gehören,rund 15 % sind in den Augen der Frommen sunnitische Ketzer. Wie viele der Perser ein lockeres oder ablehnendes Verhältnis zur islamischen Religion haben ist unklar. Es dürfte eine wachsende Zahl sein. Wenn ich als Maßstab mal davon ausgehe, wie viele Leute vor 1990 trotz 99prozentiger Wahlergebnisse an die Staatssekte des Marxismus-Leninismus geglaubt haben, so dürfte die Zahl der frommen Eiferer in Teheran überschaubar sein. Sollte das System zusammenkrachen, werden viele ihren Turban in den Straßenstaub wegwerfen.
Etwas über 60 % der Einwohner des Iran sind schiitische Perser. Ebenfalls schiitisch sind die etwa 6 % Luren. Die überwiegend schiitischen Azeri machen knapp 20 % aus.
Zu den sunnitischen Völkern gehören die Kurden (knapp 10 %), die Belutschen (etwa 2 %), die Araber (etwa 2 bis 3 %) und die Turkmenen (1 %).
Der Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten entstand 632 nach dem Tod des Propheten Mohamed aus einem Streit um die richtige Wahl des Kalifen. Während Sunniten den aus ihrer Sicht frömmsten Kandidaten erwählten, forderten Schiiten eine Führungsperson aus der Familie des Propheten, was zur dauerhaften politischen und theologischen Spaltung führte.
Man sollte deswegen nicht überheblich die Nase rümpfen, die heutige Spaltung zwischen Wokisten und Realisten ist etwa genau so tief. Dieser Kampf wird in Europa und Amerika genauso verbissen geführt, wie der zwischen Schiiten und Sunniten im Nahen Osten.
Gemeinsam ist, daß die Mullahs wie auch die Wokisten ihre Herrschaftsgebiete aus Glaubenseifer zugrunderichten. Der Iran litt 2025 unter massiven Währungsverfall und galoppierender Inflation: Der Iranische Rial hatte unter einer Halbierung des Wertes innerhalb eines Jahres gelitten. Die jährliche Inflationsrate liegt bei über 40 % bis teils 70 % bei Nahrungsmitteln, was die Kaufkraft der Bevölkerung vernichtet. Sanktionen behindern den Export von Öl – der Haupteinnahmequelle des Landes – und führen zu Devisenmangel. Ein 12-tägiger Konflikt um die Kernwaffenanlagen im Juni 2025 hat die Infrastruktur beschädigt und die wirtschaftliche Instabilität weiter verschärft. Die Aufrechterhaltung der Macht erfordert die teure Korrumpierung der Revolutionsgarden und anderer Religionswächter. Fünf Jahre Dürre, kombiniert mit einer ineffizienten Wasserwirtschaft, haben die lokale Lebensmittelproduktion stark beeinträchtigt und die Abhängigkeit von teuren Importen erhöht. Wie die Merzregierung Deutschland ruiniert brauche ich hier nicht gesondert erwähnen.
Es hat sich ein fataler gordischer Knoten aus Verbohrtheit und Mißmanagements gebildet, der mit Annalenas Methoden des Völkerrechts nicht zerschlagen werden kann.
Update: Um 19:37 wurde die finstere Zentrale des Teuffels getroffen. Auf Bildern waren ein großer Feuerball und eine dunkle Rauchwolke über der Stadt Teheran zu sehen. Einrichtungen des staatlichen Rundfunks seien zum Ziel einer Rakete geworden. Nach dem Tod des Führers hatte gestern ein Schauspieler der Nachrichtenredaktion Tränen vergossen.

Danke für diese Grundstruktur-Daten über die religiöse Zugehörigkeit in Persien. Gibt es eine plasible Eselsbrücke, wie man sich mehrken kann, wer Sunnit und wer Schiit ist, und wie sie sich unterscheiden? Jedesmal geht bei mir das Rätselraten von vorne los.
Ganz grob sieht das so aus: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e4/Islam_by_country2.svg
Alles schön und gut, aber was nützt es? Letztlich werden es die Waffen entscheiden. Und da wundert es mich dass solch ein mittelalterliches Regime schafft, Raketen zu bauen die die US Armee effektiv nicht abwehren kann.
Wie fast immer sagt der Angreifer: Es wird ein kurzer Krieg.
Und wenn nicht? Sowohl Israel als auch die USA haben Atomwaffen. Und Israel ist sehr klein und kann sich nicht ewig beschützen.
Es wird zudem die Frage aufkommen, wo Deutschland sein Gas herbekommen soll. Aus der Region geht momentan nichts.
Klar, es kann auch schnell zu Ende gehen. Aber ein 1989 Moment sehe ich nicht.
Leider kennt der Amerikaner den Begriff Hornberger Schießen nicht.
„mittelalterliches Regime“ ??? Ich würde sagen, westliche Arroganz trifft eher des Pudels Kern.
Der Westen ist irgendwie 1990 mit dem Zusammenbruch des Ostblocks stehengeblieben, aber das ist 35 Jahre(!) her und die Welt, besonders die asiatische, hat sich weiter gedreht.
Man kann den heutigen Iran nicht mit dem Iran von 1980 vergleichen, ich würde mich nicht wundern, wenn der Iran im direkten Bildungsvergleich (PISA oder ähnliches) vor Deutschland liegt.
Der Iran gehört in der Entwicklung und Produktion von militärischen Drohnen zu den führenden Ländern weltweit.
Und wenn eine Shahed-Drohe 10.000 Dollar kostet, aber eine Patriot-Abwehr-Raket 1.000.000 Dollar, dann sollte man nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität betrachten.
Die Frage, wo Deutschland sein Öl und Gas herbekommen soll, ist durchaus interessant.
Aber meinen Sie, das tangiert unsere gewählten Volksvertreter irgendwie?
„Wir sind doch ein reiches Land.“ „Wir haben Platz.“ „Wir schaffen das.“
Das sind genau die Antworten der Leute, die nie etwas zum Wohlstand beigetragen haben, weil sie zu dumm und/oder zu faul sind, aber alles besser wissen.
Leider ist es nicht so einfach. Im Iran ist öffentliche Kritik am Islam mit der Todesstrafe belegt. Das war in Europa im Mittelalter auch nicht anders. Die Iraner mögen nicht dumm sein, aber das waren die Menschen im Mittelalter auch nicht. Der Westen hat allerdings nicht nur seinen Glauben aufgegeben, sondern angesichts seines Wohlstands auch seine Kultur. Mit dem Erfolg dass er ausstirbt.
Also, wir im Westen sind sicherlich nicht perfekt, aber der Iran ist uns eigentlich nur 200 Jahre hinterher.
Ob das aber durch die Raketen aus Israel und den USA sich ändern wird ist eine andere Frage. Und letztlich ist die Behauptung, dass der Iran ein Staat ist, der Terror unterstützt schon richtig, aber eben nicht Terror gegen Deutschland, sondern gegen Israel. Der Terror gegen die USA kam aus der Sunniten Welt, aber nicht den Shiiten.
Letztlich versucht die USA eine Bedrohung für Israel zu beseitigen. Auch das sehe ich mit Abstand, denn die Frage ist, ob es gelingen wird.
„Es wird ein kurzer Krieg. … Sowohl Israel als auch die USA haben Atomwaffen. °
Eines will ich gleich vorweg sagen: Atomwaffen sind die verheerendsten Waffen, die zuerst die Japaner zu spüren bekamen. Deshalb dürfte sie eigentlich kein Staat besitzen.
Es ist aber auch wahr, dass diese Waffen ein Gleichgewicht des Schreckens hervorbringen, welches für relative Furcht vor jedem Krieg sorgt, wenn vergleichbare Trägersysteme auf beiden Seiten existieren, so dass gilt: Wer als Erster zuschlägt, stirbt als Zweiter.
Es gibt leider atomare Potentaten und atomare Habenichtse. Dieses Missverhältnis ist der mächtigste Motor für das Streben nach Atomwaffen.
Die atomaren Habenichtse können sich nicht darauf verlassen, dass die atomaren Potentaten ihre militärische Stärke nicht missbrauchen, um entsprechend ihrer jeweiligen Interessen die militärisch schwächeren Staaten zu erpressen und gefügig zu machen (Farbenrevolutionen, Regimechanges).
Wenn schwächere Staaten mit eigener Technologie eine gewisse Schwelle ihrer atomaren Rüstung nahezu unbemerkt überschritten haben, werden sie von den Stärkeren bereits als gefährliche Gegner beschimpft, akzeptiert, in Ruhe gelassen und im Kreis der atomaren Potentaten begrüßt (z.B. Nordkorea, Trump traf schon an der innerkoreanischen Grenze Kim Jong-un mit einem Händedruck)
Die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen ist eine Notwendigkeit erster Ordnung.
Aber sie ist illusorisch, wenn atomare Potentaten diese Notwendigkeit exklusiv für sich benutzen, um damit ihre Überlegenheit gegenüber atomaren Habenichtsen zu demonstrieren und mit konventionellen völkerrechtswidrigen „unprovozierten Angriffskriegen“ ungestraft geltend zu machen.
In der Gesamtsicht auf dieses Problem werden die Atomwaffen nicht verschwinden, sondern sich weiter verbreiten.
Die USA stehen im Grunde vor demselben Problem wie die Russen: Iran wie die Kokaine sind zu groß und zu gut bewaffnet für „surgical strikes“.
Russen wie Amis haben nicht entfernt genug Ressourcen für eine zünftige Offensive a la Schukow/Eisenhower: tausende Panzer, Besatzungen, Munition pp.
Putin und Trump können sich überm Kaspischen Meer in Wolgograd treffen und sich aneinander ausweinen.
Die Perser leiden von alters her am knappen Geld („Schatzhaus der Athener“), da wird sichs am Ende entscheiden, beim Sold der Lands- und Folterknechte, bei der Fourage.
Allah wird ihnen vermutlich nicht helfen, so wie Christus uns nicht am Jahreswechsel 999/1000. Der Weltenschöpfer schweigt.
Das ist faszinierend und beängstigend zugleich: „Putin und Trump können sich überm Kaspischen Meer in Wolgograd treffen und sich aneinander ausweinen.“
Zwei Supermächte, in sogenannten „völkerrechtswidrigen Angriffskriegen“ hineingeraten, wissen sich nicht zu helfen, um aus dem Schlamassel schadlos wieder herauszukommen, wenn sie nicht ihre „ganz großen Knüppel“ dafür gebrauchen wollen.
Bei den Russen ist der Geduldsfanden gegen über den Maidanputschisten gerissen, und man könnte meinen, sie mussten handeln in Notwehr gegen die NATO-Osterweiterung in Richtung Ural.
Bei den Amis ist das anders. Die haben zahlreiche Angriffskriege nach 1945 vom Zaun gebrochen und dabei Erfolge, aber einige wenige Misserfolge, die es in sich hatten, gehabt. Daraus müssten sie gelernt haben, wenn ich an Korea, Kuba, an Vietnam, Irak und Afghanistan denke.
In solchen Konflikten gibt es für eine Supermacht nur zwei Möglichkeiten: Entweder man ist man Sieger oder muss flüchten und verliert so als Großmacht sein Gesicht.
Die Russen haben kurz vor den Zerfall des Warschauer Packts und der Sowjetunion die Lektion zum Thema Afghanistan gelernt. Ich glaube nicht, dass sie diese Lektion nochmals lernen wollen.
Im Jahre 2022 sprach ich – am Rande einer Demo zum Andenken an die junge Frau damals – einen Iraner an, was sie denn genau wollten. Er sagte mir sehr höflich und in perfektem Deutsch: Demokratie, aber allein.
Und da liegt das Problem: während die Vietnamesen, von anderen Asiaten unterstützt (mit ein bißchen Angst vor Moskau und Peking), ihre Kolonialmächte selber loswurden, hängen alle anderen an westlichen Beeinflussungslinien, besonders, wenn sie Rohstoffe zu bieten haben.
Die Ukraine, Iran, Jelzins Rußland, Kasachstan, Aserbaidschan etc. können nie sicher sein, von außen nicht regimegechanged zu werden zwecks Ausplünderung.
Japan mußte in jüngerer Zeit Neger und Drogen-Kriminalität importieren, auf Druck von Uncle Sam, um etwaige Selbständigkeitsideen zu brechen und den Weg nach China freizuhalten.
Ob Moskau und die BRICS-Länder sich mittel- bis langfristig freimachen können? Alle wollen doch US-Technologie, Smartphones, Mondraketen pp.
NB: Nur dank des Vorprellens von Israel fällt die US-Schwäche weniger auf als die Moskaus, zumal der Kongreß Bodentruppen nicht freigeben wird.
Vor langer Zeit wiesen chinesische und preußische Theoretiker darauf hin, daß man vor(!) Auslösung des Krieges klären möge: Ziel, Ausstieg, Ressourcen (Leute, Fläche, Rohstoffe, Industrie), Logistik und Moral. Napoleon oder Hitler hätten sich und anderen nach einer Tasse Kaffee mit den richtigen Leuten viel erspart und Rußland hat das nach großen Verlusten wieder gelernt; der Kriegsminister wurde durch einen Zivilisten / Ökonomen abgelöst. Zur Logistik genügt aktuell ein Blick auf den Globus und bei der Moral geht es nicht (nach deutscher Lesart) um gut oder böse, sondern wesentlich um Geschichte und Religion, Jahrtausende also; konkret allermindesten 1951 / 1979 und leider fehlte auch hier die entscheidende Tasse Kaffee – wie zB bei der Tötung des sunnitischen religiösen Oberhauptes.
Hätte ich nur auf Dr. Roewer gehört … natürlich gehört der künftige Märtyrer zu den Zwölfer -. Schiiten. Man wird alt und sollte endlich die paar Kilo Bücher zum frühen Islam mal lesen. 🙁