Der Transport von Öl mit der Eisenbahn ist kein Zuckerlecken.
Verschiedene Medien melden, daß der Iran sein Öl jetzt per Eisenbahn nach China liefert, nachdem die Amerikaner den Seeweg dicht gemacht haben. Also im Prinzip geht das.
In einen Durschnittstanker gehen 320.000 Kubikmeter Öl rein, in einen Kesselwagen 35 Kubikmeter. Man muß also etwa 9.000 Kesselwagen fahren lassen, um eine Tankerpassage zu ersetzen.
Da Turkmenistan, Uzbekistan und Kasachstan eine andere Spurweite haben, als der Iran und China, muß zweimal umgespurt werden und die Garnituren müssen dafür geeignet sein.
Ein Zug ist gut zwei Wochen unterwegs, der Transport ist deutlich teurer, als der Schiffstransport. Die Hauptmagistralen in Zentralasien werden aufgrund ihrer Funktion im internationalen Güterverkehr intensiv genutzt, vor allem für Kohle- und Rohstofftransporte. Sehr viel zusätzlichen Verkehr können die Eisenbahner beim bestem Willen nicht durchbringen.

Was sich wie auf diesen und vielen anderen Märkten neu sortiert – keine Ahnung (außer der Gewißheit, daß wir das Nachsehen haben). Selbst die Arktikroute ist im Gespräch. Es bleibt spannend.
Man wird wenigstens teilveredeltes Öl einfüllen. Rohöl wäre ja stupide, schon wegen Fließfähigkeit und Heizpflicht beim Be- und Entladen.
Die Chinesen sind auch sehr gut in Eisenbahntechnik, da gibt es fantastische Umspurdrehgestelle mit Hohlachsen, wo der Prozeß im langsamen drüberfahren abläuft.
Ich traue den Chinesen zu, neben der bestehenden Strecke zwei neue Gleise zu bauen. Spurgleich. In kürzester Zeit. Alle zwei Stunden fährt ein Zug mit 750 Kesselwagen Richtung China. Nach vier Wochen ist er wieder da. Die benötigten 252000 Kesselwagen und die 1344 Lokomotiven bauen die Chinesen auch in Rekordzeit.
Der Transport ist teurer, kommt aber an.
Oder eine Pipeline nach Russland und von da nach China.
Hormus ist eine Achillessehne. Die Chinesen werden sich was einfallen lassen.
Es gibt wohl bestimmte Feiertage in China, wo man traditionell Verwandte besucht – verbunden mit längeren Reisen. Was das logistisch bedeutet, wird unser Vorstellungsvermögen vermutlich bissel übersteigen.
Die Iraner foppen derweil die wildgewordenen Blockadeblockierer. 53 Supertanker haben die Blockade der Blockade umgangen.
Auf Vesselfinder kann man das sehr gut sehen.
Auch interessant in diesem Zusammenhang ist die weitreichende Aufhebung von chinesischen Zöllen gegenüber afrikanischen Ländern. Man entwickelt einfach alternative Märkte und Wirtschaftskooperationen. Dann tun die Zölle in den USA nicht so dolle weh. Mathematischer Aspekt: Die zu kontrollierende Fläche auf der man Piraterie betreiben möchte nimmt mit dem Quadrat der Abmessung zu. Das bedeutet wenn man großflächig Piraterie betreiben möchte nimmt die Anzahl der erforderlichen Piratenschiffe auch quadratisch zu. Das ist aber ganz schlecht für die Piraten wenn man die Schiffbaukapazitäten (gemessen in Verdrängung oder BRZ) der zwei Streithähne vergleicht.
Krieg, Handel, Piraterie! Dreieinig sind sie, nicht zu trennen.
Und überall sprießen neue Bezahlsysteme – abseits des gewohnten.