Die Zerstörung der Dienstleistungen
Vor 120 Jahren gab es so gut wie keine Lohnsteuern und die Sozialabgaben waren sehr gering. Umsatzsteuer gab es noch nicht, lediglich Zucker, Salz, Tabak, Sekt und Branntwein wurden besteuert. Um eine fremde Arbeitsstunde zu bezahlen, mußte man etwas mehr als eine Stunde arbeiten. Mein Urgroßvater war Schustermeister und profitierte davon, daß sich die Leute seine Arbeit leisten konnten.
Inzwischen ist die Steuer- und Abgabenlast für den Normalverdiener auf weit mehr als 50 % angestiegen. Man muß mehrere Stunden arbeiten, um eine Stunde einer Dienstleistung einzukaufen, weil der Staat sich massiv zwischen den Produzenten und den Konsumenten gedrängt hat. Es ist aktuell geplant die Sozialabgaben massiv zu erhöhen und die Minjobs abzuschaffen. Das wird üble Auswirkungen haben.
Viele Reparaturen und Baumaßnahmen mache ich inzwischen selber. Wie in der späten Ostzone verlagert sich auch das Treffen mit Freunden mehr in den eigenen Garten oder bei den jüngeren Jahrgängen an den Späti.
Das ist keine Behauptung sondern durch die Statistik gestützt: Die Umsätze im Gastgewerbe sanken 2025 real um 2,1 %, während sie nominal – bedingt durch Preiserhöhungen – um 1,4 % stiegen. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 verzeichnen die preisbereinigten Umsätze der Branche bis heute massive reale Einbrüche von rund 13 % bis über 17 %. Die Kaufkraft der Verbraucher sinkt. Ausgehen wird von vielen Gästen als Luxus empfunden.
Das Cornern ist immer noch sehr beliebt, das Feierabendbier vom Kiosk oder an der Tanke ist deutlich erschwinglicher als in der Bar. Man trifft spontan auf Bekannte.
Vor zwei Tagen hat Finch ein Video dazu eingestellt (mit Laura Luppino).
Dazu kommt an der Tanke noch das reaktionäre Statement zum Zwei- oder Vierrad, welches hart staatsfeindlich und antisozialistisch ist. Den verkappten Kommunisten Merz und Klingbeil geht die Muffe! Wo bleiben der Verfassungsschutz, die Omas und unsere Demokraten?
Trotz 34 Grad Wärme hat Finch am Freitag an der HEM in Hellersdorf ein Gratiskonzert für 4.500 Fans gegeben.
