Nein, ich bin nicht raus
Die eine oder andere Frage hat mich erreicht, ob ich aus der AfD ausgetreten bin, weil ich jetzt zusammen mit der Bürgerinitiative gegen hohe Kommunalabgaben im Kreistag Weimarer Land bin. Nein, ich bin nicht ausgetreten, ich wurde auch nicht ausgeschlossen.
Ich habe die AfD-Fraktion nur verlassen, weil mir deren Postengeschiebe zu bunt wurde. Ich war schon immer gegen Ämterhäufung und gegen die Nutzung von Parteijobs für die Korruption. Ich finde es nicht so geil, wenn Landtags- und Bundestagsabgeordnete in ihren Büros Kreistags- und Stadtratsabgeordnete beschäftigen, die dann der Linie ihres Herrn zu folgen haben. Ich finde es auch nicht toll, wenn Mitglieder von Parteigremien Jobs bei Abgeordneten haben. Oder wenn Konkurrenten mit Parteiausschlußverfahren aus dem Weg geräumt werden. Und wenn gewählten Leuten Geld angeboten wird, wenn sie auf ihr Mandat verzichten. Seit 2024 sind diese Mißstände eingerissen und ich sehen mir sowas nicht lange an.
Für mich habe ich saubere Leinwand gemacht, die Bürgerinitiative hat keine Jobs zu vergeben, da gibts keine Korruption. Inzwischen verlassen immer mehr Leute die AfD-Fraktion, um sich der Bürgerinitiative anzuschließen. Es geht im Wochentakt. Gestern abend ist der Vierte übergetreten. Die Halbwertszeit der AfD-Kreistagsfraktion ist die der 5-Minuten-Terrine. Der nächste wird übertreten, bevor der Hahn dreimal gekräht hat.
Die AfD muß Reformen in Angriff nehmen, damit sie nicht in Kürze den Altparteien gleicht. Ich war bis 2009 in der CDU, wo es diese Beschäftigungsverhältnisse bei Abgeordneten schon in grauer Vorzeit gab. Auch da fand ich die Vermachtung der Partei schändlich und undemokratisch. Es hatte vermutlich System, daß Frau Merkel in ihrer Amtszeit die Fraktionsgelder im Bundestag verdoppelt hatte. Sie wollte jede innerparteiliche Opposition gegen ihre Politik ausschalten. wobei das verdoppelte Postengeschiebe ein Mittel war.
Wenn gesäubert wird, bin ich wieder in der AfD-Fraktion. Es wird Zeit den Notschalter zu drücken.
