Heidelberg Materials und Buzzi – auf der Flucht vor vdL
Beides sind Zement- und Transportbetonbetriebe, der eine hat seine Wurzeln in Schwaben, der andere in Italien. Sie sind Konkurrenten und sind dabei sich aus Europa früher oder später zu verabschieden.
Ich hatte mich gewundert, wie ein schwäbischer Baustoffbetrieb unter der Fuchtel von vdL und Merz noch gute Zahlen schreiben kann. Heidelberg Materials hat seit 2021 eine ausgeglichene Bilanzhistorie, ein ausreichendes Eigenkapital, eine Marge von rund 8 % und zahlt auch noch Dividende, zuletzt knapp 2 %. Das KGV beträgt knapp 13. Die Lösung des Räthsels ist einfach: Nur noch 9 % des Umsatzes werden in Deutschland gemacht, 21 % in den USA, 12 % in Afrika und im Nahen Osten, 11 % in Asien und im Pazifik, 22 % in weiteren Staaten außerhalb der EU. So spielen Zölle und Energiekosten nicht mehr die große Geige. Alles könnte gut werden.
Buzzi macht 36 % des Umsatzes in den Staaten, 8 % in Brasilien, 7 % in Rußland, 2 % in den Emiraten, den Rest in der EU. Davon 17 % in Italien. Auch Buzzi hat eine vernünftige Historie, ein Eigenkapital von 80 % und eine Marge von knapp 20 %. Mit einem KGV von 9 ist die Aktie relativ billig.
Angesichts steigender Kohlendioxidtribute stehen beide Unternehmen vor der Herausforderung weiter Produktion aus der EU zu verlagern. Heidelberg hat eine Marktpapitalisierung von 28 Mrd. €, Buzzi von 7 Mrd. Das wird weh tun, wenn das immer weniger mit Europa zu tun hat.
