Römische Dekadenz ist ein Evergreen
Es gibt systemübergreifende quasi allgemeinpolitische Zusammenhänge, die sich dem Etikettenschwindel „sozialistisch“, „westlich“, „liberal“ und „diktatorisch“ entziehen. Mit der Morbidität von Regimen verkürzen sich die Regierungsperioden.
Man konnte sich das im Italien der 60er bis 80er Jahre ansehen, wo die Regierunschefs eine Halbwertszeit von rund einemJahr hatten oder die derzeitige Verweildauer von französischen Ministerpräsidenten im Amt ist ebenso kurz.
Das römische Kaiserreich begann mit Augustus, der 41 Jahre regierte. Der zweite Kaiser Tiberius brachte es noch auf 23 Jahre. Schon der Dritte – Caligula – schaffte nur 4 Jahre. Claudius erreichte noch mal 13 Jahre. Von da an gings bergab. Später gab es mehrere Zwei- und Dreikaiserjahre und viele Amtsinhaber erlebten das erste Regierungsjubiläum nicht.
Auch die Sowjetunion begann mit langen Herrschaften. Stalin war 31 Jahre am blutigen Ruder, Chrustschoff elf Jahre und Breschnjew 18 bleierne Jahre. Dann begann die Zeit der Wirren, als Andropoff, Tschernenko und Gorbatschoff im kurzen Abstand aufeinander folgten. Es gab die Anekdote, wo Genosse Abramowitsch beim Ersten Mai immer das Bild des Führers tragen mußte. Er wendete ein: „Vor zwei Jahren habe ich Breschnjeff getragen, er ist kurz darauf gestorben, vor einem Jahr habe ich Andropow getragen, er ist auch tot. und nun soll ich Tscherneko tragen?“ – „Genosse Abramowitsch, du hast goldene Hände!“
Adenauer, Kohl und Dr. M. hatten Regierungsperioden um die 16 Jahre, auch die Zeit Brandt – Schmidt zusammengenommen währte fast die gleiche Zeit. Wir nähern uns jetzt kürzeren Verfallsdaten, niemand will darauf wetten, daß es der verbalinkontiniente Friedrich Merz noch lange durchhält, nachdem schon die Schlafmütze Olaf Scholz vorzeitig die Segel streichen mußte..

Bei Scholz hatte ich eher den Eindruck, dass er sich selbst abgesägt hat (vor lauter ideologischer Verblendung vielleicht unbewusst). Ich habe mich allerdings nicht im Detail informiert, so viel Ehre will ich solchen Politikern nicht zukommen lassen (es ist fast schon zu viel, dass mir sein Name noch einfällt).
Ein Vergleich unserer heutigen Zustände mit der Dekadenz im Römischen Reich stellt eine Aufwertung dar. Die Römer hatten nicht die Begriffe und Methoden, um die Entwicklung ihrer Kultur zu verstehen, aber so ein Stuß wie von den Wokisten ist von ihnen nicht bekannt. Die Christen bekämpften das Heidnische, waren weltabgewandt und zum Teil asketisch. Absichtliche Selbstzerstörung wie im Sinne von Cancel Culture war das nicht. Als der Prunk verfiel, baute man nicht willentlich häßlich.
Wir dürfen nicht vergessen, daß es in der römischen Kaiserzeit einen Religionswechsel gab, ähnlich heute, weg von kulturstützenden, anthropomorphen Göttern hin zu ungewaschener Erwartung des Paradieses und Zerstörung erheblicher Corpora naturwissenschaftlicher und philosophischer Erkenntnis.
Beim Ende der genannten dt. Kanzler war regelmäßig das Geld alle: bei Adenauer in der Kohle- und Stahlkrise, bei Schmidt nach der Zersetzung der Industrie, bei Kohl nach dem Ausverkauf der DDR, bei Schröder nach der 2002er-Krise. Die Merkel würde noch heute regieren, hätte sie nicht freiwillig aufgehört – bald wird man sie oder eine ihrer Kreaturen ja zum BuPräs „wählen“.
NB: Restdeutschland wurde 1990 von seinen Bewohnern unbemerkt zurück in die Stresemannzeit gestellt, allerdings unter Beibehaltung der irreversiblen Settings von 1939-45-89 und siehe da: es kann ebensowenig wie damals demokratisch alleine laufen. Die M…..,