Tartuffe oder der Amthor als Edelmann
Molière machte sich etwa 1670 in einer Kömödie über den Bürger Tartuffe lustig, der verzweifelt versuchte, den feudalen Lebensstil des Adels zu imitieren. Amthor als Küstentartuffe.
Ich preise meines Glückes Stern,
Der mir erlaubt, mein Innerstes zu zeigen.
Und wenn ich zürnend gegen Artigkeiten
Der lästigen Besucher schalt und focht,
Bei Gott, nicht Haß hat mich dazu vermocht;
Nur Übereifer konnte mich verleiten
Und ein Gefühl . . .

Feudal ist ein Strandkorb nicht und in Anbetracht der Architektur des Kanzleramtes verstehe ich, daß sich jemand etwas anheimelndes hinstellt.
DAs ist die sog. figurative Propagande, vgl. Fischbrötchen und Salz im Kaffee.
Das ist mir schon klar, aber ich bin für Propaganda nicht so empfänglich.
Erstaunlich, mit welcher Inbrunst man sich synchron / landauf landab an dieser langweiligen Personalie abarbeitet. Herr Amthor hat sich vermutlich nicht mit partiellen Differentialgleichungen befaßt – na und? Er weiß dafür besser als seine Neider, daß nur wichtig ist, was hinten rauskommt. Und wenn schon, sollte man sich zweitens den mustergültigen Werdegang mal etwas genauer ansehen.
Diese langweilige Personalie ist das Gesicht einer Regierungspartei. Was hat Merz bewogen, diesen Bubi durch die Wahlkämpfe ziehen zu lassen? Hilfe für die AfD?
Amthor ist das Maskottchen des Chefs der Rest-CDU. Das Resultat der Dummenauslese. Solche Figuren veranschaulichen der Bevölkerung exzellent das Ende dieser sog. Volkspartei.
Wut generiert eigentlich nur, dass wir diese makabren Klatschhasen mit unseren Steuern finanzieren.
Weil der Amthor die Regierungspolitik rechtfertigt, egal wie schlecht sie ist.
Zum Stichwort Regierung ein Vorschlag: da alle papabile diesen Schleudersitz meiden – außer Herrn Amthor („traue ich mir zu“) – so soll er es denn sein. Berlin ein halbes Jahr in die Südsee, neue Gesetze unso fallen aus, anschließend löst Steini die Volkskammer auf: Neuwahl. Einverstanden?
Da ist zwar viel blinder GEifer und Buckelei aber nur Nachäffen reicht nicht. Denn:
„… wer unter Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen.“ (Nietzsche)