Wie Merz sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen will

Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720 – 1797) rettete sich aus dem Sumpf, indem er sich mit beiden Händen an seinem eigenen Zopf nach oben zog. Die unglaubliche Geschichte besagt, daß er so nicht nur sich selbst, sondern auch sein Pferd aus dem Morast befreite. In Bodenwerder verbrachte der Baron seine Zeit als Privatmann mit der Jagd und der Bewirtschaftung seines Hofes. Berühmt wurde sein Wohnort vor allem durch einen Pavillon, den er 1763 auf seinem Grundstück errichten ließ. Dort servierte er seinen Gästen Punsch und erzählte ihnen in geselliger Runde seine fantastischen Geschichten, die später ohne sein Wissen veröffentlicht wurden. Solche Märchen werden in Berlin auch heute noch erzählt, nur ohne Punsch.

Über die neue Regelung, einen verpflichtenden kapitalgedeckten Anteil in der Rente einzuführen, behauptete Merz am Dienstag: „Es kommen auf diese Weise mindestens 30 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die Wirtschaft, weil dies der Teil der kapitalgedeckten Altersversorgung ist, der gleichzeitig unserer Volkswirtschaft zur Verfügung steht.“

So berichtet es Nius. Daraus folgere ich, daß Merz ein totaler ökonomischer Analphabet ist.

Prof. Dr. Gerhard Mackenroth (1903–1955) prägte in den frühen 1950er Jahren die sogenannte Mackenroth-These. Er vertrat die Ansicht, daß aller Sozialaufwand stets aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muß. Er behauptete, daß auch die kapitalgedeckte Rente ökonomisch gesehen letztlich auf dem gleichen Prinzip beruht: Das Geld für die Ruheständler fließt immer in Echtzeit von der jeweils arbeitenden Bevölkerung. Kapitaldeckung ermöglicht im Grunde nur eine andere Verteilung, löst aber nicht das reale volkswirtschaftliche Problem der Verteilung des Sozialprodukts.

Das heißt: Ob die Rente aus einer Umlage bezahlt wird, oder aus den Gewinnen von Unternehmen ist egal, weil auch die Unternehmensgewinne von den deutschen Arbeitnehmern erarbeitet werden.

Nun entsprach Mackenroths Theorie dem Sachstand von 1952. Die Kapitalanlage im Ausland war damals total unterentwickelt. Mit der heute möglichen Anlage im Ausland zahlen jedoch andere Völker unsere Rente, die nicht so lendenlahm und verblödet sind. Ich verweise mal auf den erfolgreichen norwegischen Staatsfonds, In dem ist nicht eine einzige norwegische Aktie, Man ist sich in Oslo darüber im klaren, daß es keinen Zweck hat sich selbst in die Tasche zu greifen, Im Sauerland ist man dagegen so rückständig, daß man glaubt, daß das Zweck hat,

Würden tatsächlich 30 Milliarden jährlich in die deutsche Wirtschaft investiert, wie es dem ungebildeten Friedrich vorschwebt, würde das auf Befehl von vdL für die Klimaplanwirtschaft verblasen. Ich erinnere nur an die 100.000 Elektroautos von Sixt und die verkorkste Modellpolitik bei Volkswagen. Das meiste Geld wandert bei deutschen Unternehmen im Moment in Ideologieprojekte und ist vollkommen verloren.

Angesichts dieser planwirtschaftlichen Verirrungen ist man besser beraten, wenn Geld außerhalb der deutschen Grenzen angelegt wird. Merz versteht das nicht:

„Mit diesem neuen Rentenmodell organisieren wir die Teilhabe breiter Bevölkerungsgruppen am Vermögenszuwachs unserer Volkswirtschaft. Nicht nur Vermögende, auch Normalverdiener sollen von der wirtschaftlichen Entwicklung und damit vom Kapitalmarkt profitieren“, so Merz bei der Pressekonferenz. 

Au weia!