Die verkorkste Förderpolitik in Thüringen
Bereits nach 2000 waren Millionen als Fördergeld für die Solarindustrie verpulvert worden. Der Schwerpunkt in Thüringen lag vor allem im Raum Erfurt/Arnstadt sowie in Ostthüringen (nahe Gera/Ronneburg), wo sich einst ein starkes Cluster aus Solarzellen- und Modulherstellern entwickelte. Wichtige Unternehmen waren insbesondere die SolarWorld AG, die Werke von Bosch übernommen hatte und CSG Solar. Der Solarpark Ronneburg – realisiert durch die juwi Solar GmbH – auf einer ehemaligen Uranerzabbaufläche war ein sog. Leuchtturmprojekt. Bereits nach wenigen Jahren meldete sich die chinesische Konkurrenz und ein Großteil der Investitionen war abzuschreiben oder Pleite.
Zalando hat sein Logistikzentrum in Erfurt im Jahr 2012 offiziell in Betrieb genommen. Es handelte sich um das erste eigene Logistikzentrum des Online-Modehändlers, das im Güterverkehrszentrum (GVZ) Erfurt errichtet wurde. Auch hier flossen Fördermittel des Freistaats.
Zalando ist ein Modehändler und branchenüblich ständig unter starkem Konkurrenzdruck. Das Unternehmen spielt mit Essen-auf-Fahrrädern-Lieferanten in der Liga der fragilen Händler. Angeblich sind von 2.700 Angestellten in Erfurt 1.700 Fachkräfte. Es kann also keine besondere Qualifikation erforderlich sein, der gestiegene Mindestlohn ist vermutlich eine der Spaßbremsen. In Zukunft werden Roboter die Klamotten andernorts versandfertig machen.
Zalando erzielte 2022 eine Marge von 0,2 %, 2023 von 0,8 % und 2024 von 2,4 %. Derzeit zeigt der Kurs nach Süden, was keine hohen Erwartungen der Anleger für 2025 und 2026 signalisiert. 2024 drückten 5,6 Milliarden € Schulden, bei einem Nettogewinn von 250 Millionen. Das würde bedeuten, daß 22 Jahre erforderlich wären die Schulden abzubauen.
Der Laie wundert sich und der Fachmann staunt, wie so ein Unternehmen aus so einer wackligen Branche bei der Ansiedlung gefördert wurde. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller die Förderung grundsätzlich einzustellen, weil der Staat kein guter Hellseher ist. Im Gegenzug wäre die Körperschaftssteuer abzuschaffen, die Energiepreise durch Nutzung der Kernenergie zu halbieren und die Meldepflichten zu dritteln. So kämen Firmen schneller zu Potte, die wirklich Substanz haben.
Die Schnorrerei gab es noch auf anderen Ebenen. Zalando wollte umsonst Buslinien haben, die Beschäftigte herankarren. Nassauern auf allen Ebenen, und nun wird der Standort trotz aller Pamperei geschlossen.

„Der Laie wundert sich und der Fachmann staunt, wie so ein Unternehmen aus so einer wackligen Branche bei der Ansiedlung gefördert wurde…..“
Ist doch klar, Herr Prabel, weil sonst niemand kommen würde.
Im Grunde könnte die Landesregierung gleich selbst Klamotten verkaufen – wäre nicht teuerer und die könnten weniger Unsinn machen.
Ei, Ei schau Dorten, “ Staatsblinde Beamte “ allerorten …. :o((
Moin
Da fehlt noch einer. ich glaube der hieß,, Pilz ,, Manufaktur für CD Rohlinge. Ha; erwischt, weil vergessen.
Zu diese Zeit war das der allerletzte Schrei. Der ganze Wirtschaftspfeffer wird immer kurzlebiger, und jede Subvention bezahlt einfach nur die Arbeitskräfte für die kommenden Jahre, weil die Hütte, wenn sie fertig gestellt ist, einfach schon technich veraltet und verreckt ist. Wir sind zu langsam, zu blöde, zu ängstlich, zu unfruchbar, in Allem und die Ideen gehen uns auch aus.
So isses !
Gute Hellseher sind so selten, dass die meisten, eher alle, nur ihr Insider-Wissen verdecken.
Trotzdem kann man natürlich vorausschauen / interpolieren, ohne vor Überraschungen gefeit zu sein.
Aber der Staat ist kein guter Unternehmer, war er nie und wird er nie sein.
Das ist auch einer der Gründe, warum der Sozialismus nicht funktioniert.
Trotzdem ist die Staatsgläubigkeit bei vielen Menschen stark ausgeprägt, was ich nie verstanden habe.
Fördermittel / Subventionen haben immer eine dunkle Seite, ich würde sagen, sie sind Gift für die Wirtschaft, zumindestens, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder aus ideologischen Gründen gewährt werden.
Bezüglich der Solarindustrie liegt das Problem keineswegs an Subventionen (die in China ebenso fließen), sondern an der unterirdisch niedrigen Produktivität hiesiger Firmen, die anstelle von Robotern und Automatisierung noch immer menschliche Arbeitskraft einsetzen.
Wer als Subventionsempfänger sich dazu verpflichten läßt, alt-ruhrgebietlichen Arbeitskräfteaufwuchs samt sozenverseuchter Gewerkschaftsklamotten mit zu installieren, der hat definitiv während seines Betriebswirtschaftsstudiums gepennt. Oder ist selber Soze und hat auf merkwürdig untertänliche Weise seine linke Hand in seiner rechten Tasche.