Geld sparen mit Steuererklärungen

Das Leben wird rasant teurer und Steuerberatung ist nicht grad billig, Buchhaltung auch nicht. Was man selber leisten kann, sollte man tun. 1990 hatte ich mit der Buchhaltung angefangen und hatte deshalb immer zeitnah den Überblick wo etwas anzubrennen drohte. Wir buchen jetzt im 36. Jahr ohne in zahlreichen Betrieben je eine Insolvenz erlebt zu haben.

Einmal saß ich 1991 mit vier Jungunternehmern aus dem Ort in einer Wirtschaft und die erzählten mir stolz, daß sie alles von Beratern machen lassen, Ich wurde wegen meiner Buchhalterei zwar ausgelacht, war aber der einzige, der nach einiger Zeit nicht pleite war, Es ist ja nicht nur die zeitnahe Kontrolle über die Prozesse, sondern Fleiß spart auch Geld, das in kritischen Phasen fehlen kann. Von Anfang an machte ich die monatliche Umsatzsteuererklärung selbst.

Seit etwa 20 Jahren erstellen wir auch zahlreiche Einkommenssteuererklärungen und Jahresumsatzsteuererklärungen. Pro Jahr spart man so vierstellig. 2022 sind die Grundstücksbesitzer zu Erklärungen aufgefordert worden. Ich hatte damals etwa zehn Grundsteuererklärungen selbst bearbeitet und dadurch wieder mal vierstellig gespart. Auch die Einsprüche hatte ich selbst gemacht und sie waren alle erfolgreich.

Das Highlight war eine Schenkungssteuererklärung, die den Einstieg in die Tiefen des komplexen Bewertungsgesetzes erforderte. Auch das ging glatt.

Als Manfred Krug in den Westen rübergemacht hatte, schloß er sich drei Tage mit dem Einkommenssteuergesetz ein und büffelte. Das habe ich 1990 auch so gemacht und danach weiß man einiges darüber, was die Welt der BRD im Innersten zusammenhält. Vieles muß man ergänzend lernen: Die herrschende Korruption, die Gesetze des Förderdschungels, die brutale Mediengewalt, den ausufernden Bürokratismus, die lästige Wirtschaftskriminalität. Aber die Steuergesetze sind schon mal ein erstes Äpfelchen am Baum der Erkenntnis.

Empfehlen kann ich auch die Lektüre des Erbschaftssteuergesetzes und des seit 1996 außer Kraft gesetzten Vermögenssteuergesetzes. Auf die eine oder andere Art wird eine Vermögensabgabe kommen. Wenn man das alte Gesetz kennt, weiß man schon mal wo der Hammer hängt und kann etwas ausweichen,

Meine Erfahrung sagt, daß man den Vermögensaufbau und das Vererben sehr vorausschauend organisieren muß. Das geht nicht fünf Minuten vor der Angst. Fast alle Gesetze sind im Internet verfügbar. Statt dem abendlichen Tatort mit drei Flaschen Bier sollte man mit einer Zitronenlimonade studieren, wie einen die Politik ausnimmt und was man dagegen tun kann.